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Sonntag, 16. Juni 2019

Tschaikowsky, Peter: Opera Collection - Complete Operas, Fragments & Incidental Music

Aus Moskaus Archiven


Label/Verlag: Profil - Edition Günter Hänssler
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Diese Box ist ein Muss für alle Sammler und ein Geschenk für alle Liebhaber alter russischer Aufnahmen der 1930er bis 1950er-Jahre mit großen Solisten jener Zeit.

Das ist eine wirkliche Schatztruhe: die kompletten Opern und Schauspielmusiken von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky inklusive der Opernfragmente und so einigen Bonustracks. Dem Label Profil Edition Günter Hänssler ist mit diesen 22 CDs eine attraktive Box geglückt, die vor allem Fans historischer Aufnahmen glücklich macht. Die Aufnahmen sind überwiegend mit dem Orchester und Solisten des Moskauer Bolshoi Theaters eingespielt und stammen aus den Jahren 1936 bis 1963. Für Hörer, die mit historischen Aufnahmen wenig Übung haben, dürften der 'Eugen Onegin' (1936) und die 'Pique Dame' (1937) mit den größten Schwierigkeiten behaftet sein, weil hier das Knistern und gelegentliche Verzerren des Klangbildes in der Natur der Sache liegen. Alle übrigen Aufnahmen sind tontechnisch tadellos aufbereitet und lassen ihr Alter letztlich nur durch den interpretatorischen Stil und den oftmaligen Monoklang erahnen.

Selbst Tschaikowsky-Opernkenner werden in dieser liebevoll zusammengestellten Sammlung vermutlich noch Raritäten und Unerhörtes entdecken. Schon allein die vier Fragmente aus der geplanten Oper 'Undina' nach Friedrich de la Motte Fouqué mit der jungen Tamara Milashkina kurbeln die Fantasie an, was da wohl noch hätte kommen können. Und auch das große, von Taneyev rekonstruierte Duett aus der nicht verwirklichten Oper 'Romeo und Julia' ist mit Ivan Kozlovsky und Elizaveta Shumskaya eine Trouvaille der Sonderklasse. Zusätzlich gibt es zum Vergleich auch noch eine Variante dieses Duetts mit dem jungen Vladimir Atlantov und Kira Izotova aus dem Jahr 1963.

Neben der fast nie gespielten Oper 'Voyevoda', die in einer Aufnahme von 1952 unter Alexei Kovalyov vertreten ist, enthält die Box den 'Oprichnik' mit der legendären Zara Dolukhanova als Basmanov, die sowohl im Alt- wie im Sopranfach zuhause war. Bei den 'Pantöffelchen' greift Profil auf die Einspielung von 1948 unter Aleksandr Melik-Pashaev zurück, die früher bei Preiser auf CD erhältlich war. Und bei 'Mazeppa' liefern sich Aleksey Ivanov als Mazeppa und Ivan Petrov als Kochubey ein mitreißendes Vokalduell der tiefen Stimmen.

Herausragende Einzelleistungen

Unter all diesen als idiomatisch geltenden Aufnahmen des Bolshoi Theaters stechen vor allen Dingen wunderbare Einzelleistungen hervor. So gibt zum Beispiel Nadezhda Oboukhova eine ungemein stimmschöne und anrührende Polina in der 'Pique Dame' von 1937 – die leider nur in große Bildabschnitte und damit wenige Tracks unterteilt ist –, und der 'Eugen Onegin' kann mit dem herrlichen Sergey Lemeshev als Lensky aufwarten. Der Onegin selbst ist mit Penteleymon Nortsov ungewöhnlich hell timbriert besetzt, aber im Schlussduett mit Glafira Zhukovskaya macht er durch Leidenschaft wett, was ihm an stimmlicher Verführungskunst fehlt.

Ein wahres Highlight ist die 'Jungfrau von Orléans' – zuletzt bei Myto verlegt – mit Sofya Preobrazhenskaya in der Titelrolle. Sie verfügt über einen so prachtvollen Mezzosopran, dass man sich eine andere Jeanne d‘Arc mit ähnlicher Überzeugungskraft nur schwer vorstellen kann. Dazu ist Vitaly Kilchevksy ein kühler und ungemein effektvoller Charles VII. und Boris Khaikins Dirigat schwelgt in den ausschweifenden Melodiebögen des viel zu selten gespielten Werks. Es ist verblüffend, wie transparent der Klang dieser Aufnahme von 1946 ist. Im großen Ensemble des zweiten Akts sind alle Solisten gut voneinander zu unterscheiden und die kompositorische Struktur lässt sich mühelos lesen.

Am Ende stehen nach einer 'Iolanta' von 1940 unter Samuil Samosud und der 'Zauberin' mit Georgy Nelepp und Natalya Sokolova von 1954, wieder unter Samsoud, noch die beiden Schauspielmusiken zu 'Hamlet' und zum 'Schneeflöckchen' – letzteres wieder mit Zara Dolukhanova im Altfach. Das umfangreiche Beiheft dieser Veröffentlichung hält viele Informationen zum Komponisten und seinem Bühnenschaffen bereit – in deutscher und englischer Sprache. Die Inhaltsangaben aller Opern sind dann aber nur noch auf Englisch zu finden. Diese Box ist ein Muss für alle Sammler und ein ‚Geschenk‘ für alle Liebhaber alter russischer Aufnahmen der 1930er bis 1950er-Jahre mit großen Solisten jener Zeit.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Tschaikowsky, Peter: Opera Collection: Complete Operas, Fragments & Incidental Music

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Profil - Edition Günter Hänssler
22
18.05.2018
EAN:

881488170535


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Tschaikowsky, Peter


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Profil - Edition Günter Hänssler

Profil - The fine art of classical music
EDITION GÜNTER HÄNSSLER - EIN LABEL MIT "PROFIL"
Bei der Gründung seiner "EDITION GÜNTER HÄNSSLER" und dem neuen Label "PROFIL" betrat Produzent Günter Hänssler, der ehemalige Chef des erfolgreichen Labels Hänssler Classics, mit einer ganz klaren Philosophie und Zielsetzung den Klassik-Markt:
"Nur ein Label mit einem klaren PROFIL, mit einem eindeutigen Wiedererkennungseffekt hat heute noch eine Chance auf dem heiß umkämpften CD-Markt - um die Liebhaber klassischer Musik heute mit einem Produkt zu überzeugen braucht man Originalität, Innovation und optimierte Vertriebswege."
Der Name PROFIL ist Programm. Günter Hänssler denkt in Serien. Nur groß angelegte Projekte haben heute noch eine Chance, sich nachhaltig auf dem Markt wiederzufinden. So entstanden international hoch gepriesene und mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnete Editionen wie die EDITION STAATSKAPELLE DRESDEN oder die GÜNTER WAND EDITION.
Die Repertoire-Politik ist charakteristisch. Eine Auswahl erster internationaler Künstler finden sich im Programm von PROFIL ebenso wieder wie erfolgreiche Newcomer der Klassikszene, darunter das mehrfach preisgekrönte Klenke-Quartett, das in der Interpretation von Kammermusik in den letzten Jahren neue Maßstäbe setzen konnte.
Ergänzt wird das Repertoire durch ausgewählte, digital aufwendig restaurierte historische Aufnahmen, Interpretationen von legendärem Ruf in neuer, bisher nicht gekannter digitaler Klangqualität. Auf diese Weise schlägt PROFIL die Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und versteht sich so auch als Bewahrer musikalischer Traditionen.
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