> > > Gelius Trio: Russische Trios: Werke von Arensky, Babadjanyan, Schostakowitsch
Mittwoch, 19. Juni 2019

Gelius Trio: Russische Trios - Werke von Arensky, Babadjanyan, Schostakowitsch

Elegant, aber zu blass


Label/Verlag: Thorofon
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Gelius Trio überzeugt in einem Werk des Armeniers Arno Babadschanjan mehr als mit Arenskij und Schostakowitsch.

Sonderlich bekannt ist Anton Arenskij  (1861–1906) bei uns nicht, andererseits wird zumindest eines seiner Werke regelmäßig aufgenommen: Sein erstes Klaviertrio d-moll op. 32. So haben in den letzten Jahren etwa das junge Trio Enescu, das Beethoven Trio Bonn und mit dem französischen Trio Wanderer auch das zur Zeit wohl erfolgreichste Klaviertrio überhaupt ihre Hüte in den Ring geworfen. Referenzstatus können diese Aufnahmen alle nicht beanspruchen, und auch dem Gelius Trio gelingt das nicht.

Dessen Neuaufnahme ist betont elegant, und das legt die Partitur auch nahe. Das Problem ist, dass andere Aspekte vergleichsweise wenig zum Tragen kommen. Im Konzertsaal einer solchen Interpretation zu begegnen, wäre ausgesprochen unwahrscheinlich, denn im Studio wurde alles auf Hochglanz poliert, die technische Perfektion dürfte kaum zu übertreffen sein. Wirklich lebendig allerdings wirkt die Einspielung nicht. Im Kopfsatz etwa dürfte der Unterschied zwischen dem Allegro moderato des Beginns und dem Adagio am Schluss schon etwas größer ausfallen. Akzente und dynamische Anweisungen am oberen Ende der Skala werden nicht wirklich ernst genommen, dabei ist ein Fortissimo gar nicht mal so selten bei Arenskij. Der zweite Satz, das Scherzo, verliert einen ziemlich wichtigen Aspekt, wenn es nicht spritzig und brillant gespielt wird. In der Hinsicht haben manche andere Aufnahmen deutlich mehr zu bieten. Auch das Finale wirkt ein wenig wie mit angezogener Handbremse gespielt, der langsame dritte Satz allerdings könnte wohlklingender kaum sein.

Das erste, einsätzige Trio c-moll des 17-jährigen Dmitrij Schostakowitsch ist in seinen zarten, sanften Stimmungen gut gelungen und überdies trotz des etwas halligen Klangs der Aufnahme ausgesprochen transparent. Die stürmischen, leidenschaftlichen Abschnitte hingegen bleiben blass.

Völlig unbekannt ist bei uns der Komponist, mit dessen Trio in fis-moll das Gelius Trio den stärksten Eindruck macht: Der Armenier Arno Babadschanjan (1921–1983), dessen Namen man, transkribiert in unsere Schrift, in knapp tausend Varianten findet (Babadjanyan, Babajanian, Babadzhanyan…). Er komponierte sein Klaviertrio 1952, ein sehr eingängiges Werk, das von der armenischen Folklore durchzogen ist und insofern nicht wirklich zum Titel der Platte (russische Trios) passt. Es gibt eine Aufnahme mit David Oistrach, Swjatoslaw Knuschewitzkij und dem Komponisten selbst am Klavier, deren zügiges Tempo vor allem im Finale mehr Schwung vermittelt, doch das Gelius Trio kann in diesem Fall klanglich punkten. Allein wie die Streicher das Thema im langsamen Satz blühen lassen, ist beeindruckend.

In der Abmischung der drei Instrumente wurden offenbar die Streicher etwas hochgezogen, hauptsächlich das Cello, was allerdings dazu führt, dass zumindest stellenweise das Klavier nun zu dezent klingt.


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    Gelius Trio: Russische Trios: Werke von Arensky, Babadjanyan, Schostakowitsch

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Thorofon
1
19.04.2018
Medium:
EAN:

CD
4003913126504


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Thorofon

In der nunmehr über 40jährigen Tradition von THOROFON wurde ein respektabler, vielfach preisgekrönter Katalog aufgebaut. Eine Schatztruhe für besondere musikalische Raritäten, die die Lücken in der Überlieferung der musikalischen Tradition ein bisschen verkleinern, und außerdem jungen, talentierten Interpreten eine Chance geben. Zu unseren Schätzen gehören ebenfalls Gesamteinspielungen von Ludwig van Beethovens Klaviersonaten, sämtliche Werke für Klavier solo von Johannes Brahms, Gesamtausgabe der Kammermusik von Josef Rheinberger, das Gesamtwerk von Louis Ferdinand Prinz von Preussen, das komplette Klavierwerk von Robert Schumann, eine Gesamteinspielung der Max Reger Kompositionen auf 13 CD, die das abwechslungsreiche Repertoire von THOROFON abrunden.

Auszeichnungen wie der ECHO KLASSIK (17 mal!) oder der Preis der Deutschen Schallplattenkritik versinnbildlichen den Anspruch des Labels und unterstreichen die Qualität der Produkte.

THOROFON ist ein Label der BELLA M USICA EDITION JÜRGEN RINSCHLER.


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