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Mittwoch, 26. Juni 2019

Landerkennung - Vokalwerke von Dvorák, Grieg und Sibelius

Romantisch


Label/Verlag: Genuin
Detailinformationen zum besprochenen Titel


In der Summe ein interessierendes Programm, mit teils selten zu hörenden Sätzen, geeignet, die stetige Entwicklung des Ensembles Nobiles nachzuzeichnen: ein beachtenswerter Weg.

Das Leipziger Vokalensemble Nobiles ist in der Vergangenheit immer wieder mit dezidiert programmierten Platten hervorgetreten, die zwar vertrautes Terrain durchmaßen, sich aber von allzu Bekanntem instinktsicher fernhielten. In diese Reihe passt auch die aktuelle Genuin-Produktion des Ensembles, die sich unter dem Titel ‚Landerkennung‘ mehrstimmigen Sätzen von Dvořak, Grieg und Sibelius widmen. Der Titel spielt auf das ästhetische Umfeld der Romantik, auf deren Naturnähe und Volksverbundenheit ebenso an wie auf die erblühende Nationswerdung vieler kultureller Formationen im 19. Jahrhundert. Beides prägte die musikalische Produktion der Zeit, beides spiegelt sich in den Werken dieser Platte.

Von Dvořak sind opp. 27 und 43 aus den späten 1870er Jahren zu hören, Männerchöre auf Texte der Volkspoesie, durchweg beseelt und sanglich, fein in der Affektzeichnung, mit oft zauberischer Grundanmutung, vielen spielerischen Impulsen – all das in einem bemerkenswert leichthändigen Satz. Grieg wirkt mit seinen knapp konturierten Arbeiten auf den ersten Blick konventioneller, zugleich auch er eminent romantisch begabt, mit großzügig zur Geltung gebrachten lyrischen Qualitäten und einer gelegentlich süffigen Harmonik. Sein op. 31 am Schluss, das titelgebende 'Landkjending' erweist sich als kleine Chorkantate mit deutlich erweiterter Expressivität. Sibelius schließlich ist hörbar der formal, auch harmonisch und linear am freiesten sich entfaltende Geist der Drei. Zu hören sind von ihm echte kompositorische Solitäre wie der weiter ausgreifende Satz 'Rakastava' oder einzelne Stücke aus seinem op. 18.

Überzeugende Entwicklung

Ein abwechslungsreiches, mit nicht einmal einer Stunde Spielzeit freilich auch etwas zu knapp dimensioniertes Programm – geeignete Sätze hätte es sicher noch mehr gegeben. Dennoch: Die Musik bietet den fünf jungen Männern des Ensembles Nobiles – den Tenören Paul Heller und Christian Pohlers, dem Bariton Felix Hübner, den Bässen Lukas Lomtscher und Lucas Heller – genug Gelegenheit, ihr zu noch größerer Gemeinsamkeit gereiftes Idiom vorzustellen. Die Formation hat sehr deutlich einen weiteren Schritt gemacht, mit einem überaus harmonischen Zusammenwirken, einem wirklich luzide gebauten Ensemblebild mit auch im romantischen Repertoire erfreulich präsenten Registern. Sehr stark ist das Ensemble in zarten Passagen; es lässt aber auch erfreulich deutlich eine selbstverständliche stimmliche Autorität hören. Der Bass zeichnet klar, auch die Mittelstimmen sind mit klaren Konturen versehen, der Tenor krönt den Klang, auch wenn die Oberstimme gelegentlich noch etwas mehr lyrischen Glanz entfalten könnte – die romantische Geste vertrüge es. Die fünf Vokalisten entfalten sich günstig, klar artikulierend, rhythmisch präzis und mit schlüssiger Disposition, wann eher sprachgezeugt und wann eher lyrisch zu singen ist.

Bei drei Sätzen von Dvořak ist ein vierhändig gespielter Klavierpart gefordert, den Alexander Schmalcz und Sung-Ah Park mit Geschmack und Geschmeidigkeit beisteuern, im fülligen Volumen wohl etwas zu wenig klar. Was auch am Klangbild liegen kann: Das ist insgesamt erwärmt, in gelungener Balance gestaltet, wirkt mit vierhändigem Klavier jedoch etwas dicht und wenig brillant. Das reine Vokalbild dagegen gerät luzide. Das Booklet ist sehr ansprechend gestaltet – die Reihe der Genuin-Veröffentlichungen des Ensembles verrät eine einheitliche Handschrift. Anselm Hartinger steuert einen gewohnt klugen Text bei.

In der Summe ein interessierendes Programm, mit teils selten zu hörenden Sätzen, geeignet, die stetige Entwicklung des Ensembles nachzuzeichnen: Ein beachtenswerter Weg.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Landerkennung: Vokalwerke von Dvorák, Grieg und Sibelius

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Genuin
1
05.05.2017
Medium:
EAN:

CD
4260036254693


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Genuin

Im Jahr 2002 standen die jungen Tonmeister von GENUIN vor einer wichtigen Entscheidung: Sollte man sich weiterhin lediglich auf das Aufnehmen und Produzieren konzentrieren, oder auf die zahlreichen Nachfragen und positiven Rückmeldungen von Musikern und Fachzeitschriften eingehen und ein eigenes Label ins Leben rufen? In einer Zeit, in der praktisch alle großen Klassik-Label ihre Produktion eingestellt oder zumindest stark gedrosselt hatten, fiel die Entscheidung nicht leicht – aber sie fiel einstimmig aus: zugunsten einer offiziellen Vertriebsplattform für die GENUIN-Aufnahmen. Und der Erfolg hat nicht lange auf sich warten lassen.

Das Label GENUIN hat sich in seinem zwölfjährigen Bestehen zu einem Geheimtipp unter Musikern und Musikliebhabern entwickelt. Schon vor dem Leipzig-Debüt im Oktober 2004, einem Antrittskonzert im Robert-Schumann-Haus mit Paul Badura-Skoda, wurden die CDs in den deutschlandweiten Vertrieb gebracht und von Fachpresse und Musikerwelt hochgelobt. Inzwischen werden GENUIN-CDs in den meisten Ländern Europas sowie in Japan, Süd-Korea, Hongkong und den USA vertrieben.

Das Erfolgsrezept von GENUIN: Die gesamte Produktion, also die Beratung der Künstler bei Aufnahmeraum und Repertoire, die Vorbereitung und Durchführung der Aufnahme selbst, der Schnitt mit allen notwendigen Korrekturen, generelle Entscheidungen beim Cover- und Bookletentwurf bis hin zur fertigen Veröffentlichung liegen in der Hand der Tonmeister. Nur so haben die Musiker den größtmöglichen Entfaltungsspielraum bei der Einspielung und Gestaltung ihrer CDs. Und gleichzeitig kann bis zuletzt eine gleichbleibend hohe Qualität garantiert werden.

GENUIN bietet auch abseits ausgetretener Pfade etablierten Künstlern genauso wie der Nachwuchsgeneration die Möglichkeit, Musik nach eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Das macht sich positiv bemerkbar für die Hörer der mittlerweile mehr als 300 GENUIN-CDs mit Interpreten wie Paul Badura-Skoda, Nicolas Altstaedt oder der Dresdner Philharmonie.


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