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Montag, 24. Juni 2019

Mahler, Gustav - Sinfonie Nr. 9

Die vierte Neunte


Label/Verlag: Profil - Edition Günter Hänssler
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Historisch wertwoll mit leichter klangtechnischer Patina: Das NDR Sinfonieorchester spielt unter Kurt Sanderling Mahlers Neunte.

Der 2011 im Alter von 99 Jahren verstorbene Kurt Sanderling dürfte einer der faszinierendsten und zugleich zu wenig bekannten Mahler-Dirigenten des 20. Jahrhunderts sein. Nachdem er 1935 als deutscher Jude ausgebürgert wurde, leitete er zusammen mit Jewgeni Mrawinski beinahe 20 Jahre lang die Leningrader Philharmoniker (Sankt Petersburger Philharmoniker). Als enger Freund Schostakowitschs pflegte er nicht nur die Aufführung von dessen Werken, sondern machte sich auch für die Sinfonik Gustav Mahlers stark. Später nahm er mit dem Berliner Sinfonieorchester (heute Konzerthausorchester Berlin) , das er ebenfalls fast 20 Jahre lang leitete, einen bedeutsamen Zyklus der Sinfonien von Sibelius auf – so viel zum angeblichen Widerspruch zwischen Mahler und Sibelius. Noch zu seiner Schulzeit durfte der Rezensent um die Jahrtrausendwende in der Hamburger Musikhalle (heute Laeiszhalle) eines der Konzerte des NDR Sinfonieorchesters (heute NDR Elbphilharmonie Orchester) unter Sanderling mit der Sinfonie Nr. 15 von Schostakowitsch erleben, das sich in sein Gedächtnis einbrannte. Ebenfalls aus der Laeiszhalle, aber bereits aus dem Jahr 1987, stammt dieser von Störgeräuschen freie Mitschnitt von Mahlers Neunter Sinfonie. Anders als bei den meisten anderen Aufnahmen ist hier nur ein einziger Konzertabend zu hören, nämlich die Aufführung vom 7. Dezember 1987.

Dass dieser Mitschnitt jetzt aus dem Archiv geholt und veröffentlicht wurde, ist einerseits natürlich erfreulich. Andererseits gibt es Mahlers Neunte unter Sanderling bereits dreimal auf CD, jeweils einmal mit dem BBC Northern Symphony Orchestra (heute BBC Philharmonic - das war's dann aber auch mit den Umbenennungen), Philharmonia Orchestra und Berliner Sinfonieorchester. Von der Schließung einer Lücke kann also nicht die Rede sein. Gleichwohl: Die Qualität der Interpretation spricht für sich, Mahlerianer dürften hier nicht enttäuscht werden. Das NDR Sinfonieorchester agiert nahezu fehlerfrei, nur einmal ganz zu Beginn wackelt es in den Violinen. Aber selbst schwere Passagen wie in der 'Rondo-Burleske' für die Trompete werden glänzend bewältigt. Sanderling führt mit sicherer Hand durch den mäandernden Kopfsatz und arbeitet dabei nicht nur die flackernden Abstürze und plötzlichen Stimmungswechsel heraus. Auch die Holzbläser treffen im zweiten 'Ländler'-Satz den Wirtshaustonfall wunderbar, und die Streicher verstrahlen im 'Adagio' intensive Wärme.

Leider merkt man der Aufnahme aber klangtechnisch ihr Alter etwas an, denn gerade in den hohen Lagen klingen die Violinen kälter und metallener als es live eigentlich der Fall ist. Zudem ist die komplette Durchhörbarkeit des Orchesterapparates trotz grundsätzlich vorhandener Transparenz nicht immer ideal gegeben. Insofern ist diese Aufnahme für alle Liebhaber der Kunst von Kurt Sanderling sicher zu empfehlen, in besonderer Weise ragt sie aber auch aufgrund der Massen an Konkurrenzeinspielungen der Mahler 9 auf ähnlich hohem Niveau eher nicht hervor. Der Booklet-Text bewegt sich auf Konzertführniveau.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Mahler, Gustav: Sinfonie Nr. 9

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Profil - Edition Günter Hänssler
1
24.03.2017
Medium:
EAN:

CD
881488170078


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Profil - Edition Günter Hänssler

Profil - The fine art of classical music
EDITION GÜNTER HÄNSSLER - EIN LABEL MIT "PROFIL"
Bei der Gründung seiner "EDITION GÜNTER HÄNSSLER" und dem neuen Label "PROFIL" betrat Produzent Günter Hänssler, der ehemalige Chef des erfolgreichen Labels Hänssler Classics, mit einer ganz klaren Philosophie und Zielsetzung den Klassik-Markt:
"Nur ein Label mit einem klaren PROFIL, mit einem eindeutigen Wiedererkennungseffekt hat heute noch eine Chance auf dem heiß umkämpften CD-Markt - um die Liebhaber klassischer Musik heute mit einem Produkt zu überzeugen braucht man Originalität, Innovation und optimierte Vertriebswege."
Der Name PROFIL ist Programm. Günter Hänssler denkt in Serien. Nur groß angelegte Projekte haben heute noch eine Chance, sich nachhaltig auf dem Markt wiederzufinden. So entstanden international hoch gepriesene und mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnete Editionen wie die EDITION STAATSKAPELLE DRESDEN oder die GÜNTER WAND EDITION.
Die Repertoire-Politik ist charakteristisch. Eine Auswahl erster internationaler Künstler finden sich im Programm von PROFIL ebenso wieder wie erfolgreiche Newcomer der Klassikszene, darunter das mehrfach preisgekrönte Klenke-Quartett, das in der Interpretation von Kammermusik in den letzten Jahren neue Maßstäbe setzen konnte.
Ergänzt wird das Repertoire durch ausgewählte, digital aufwendig restaurierte historische Aufnahmen, Interpretationen von legendärem Ruf in neuer, bisher nicht gekannter digitaler Klangqualität. Auf diese Weise schlägt PROFIL die Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und versteht sich so auch als Bewahrer musikalischer Traditionen.
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