> > > loves me... loves me not...: Arien von Gluck und Mozart
Donnerstag, 27. Juni 2019

loves me... loves me not... - Arien von Gluck und Mozart

Fast zu schön


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Camilla Tilling singt makellose Mozart- und Gluck-Arien – stärker sind aber die nicht-perfekten Momente.

Um das Problem ‚Er liebt mich, er liebt mich nicht‘ kreist das 2015 beim Label BIS aufgenommene Album der Sopranistin Camilla Tilling. Ja, das Thema Liebe ist in der Oper gewiss nichts Ungewöhnliches, aber der Sängerin gelingt unter dieser Überschrift ein sinnfälliges Programm aus Arien von Gluck und Mozart. Hier zweifeln, lieben und leiden Ilia, Fiordiligi, die 'Figaro'-Gräfin, aber auch die Susanna, Glucks 'Tauris'-Iphigenie, die Euridice und die Armide. Das ist wunderschön anzuhören, da Camilla Tilling über eine tadellose Technik verfügt sowie über einen glockenklaren Sopran, der noch immer jugendliche Frische verströmt. Hier stört keine Intonationstrübung und auch kein ungewolltes Vibrato, viel mehr führt Tilling ihre Stimme so präzise wie ein Instrument.

Das passt gut zu ihrer Ilia, aber schon bei der Susanna wünscht man sich mehr Mut im Ausdruck, abseits von purer Schönheit. Und so fließt dieses Album nach einer furiosen 'Idomeneo'-Ouvertüre mit dem Originalklang-Ensemble Musical Saeculorum unter der Leitung von Philipp von Steinacker in betonter Reinheit dahin. Spannend wird Tillings Interpretation erst bei Partien, die eigentlich noch jenseits ihrer Möglichkeiten liegen: Für das 'Come scoglio' der Fiordiligi muss sich Camilla Tilling aus sicheren Gewässern herauswagen und auch mal härtere Töne anschlagen. Die geforderte Tiefe ist nicht wirklich vorhanden, aber Tilling stellt sich der Herausforderung mit ihren Mitteln. So werden die leicht überforderte Fiordiligi, die mädchenhafte Contessa und die zerrissene Armide gerade in ihrer Nicht-Perfektion zu den eigentlich interessanten Momenten dieser SACD.


Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    loves me... loves me not...: Arien von Gluck und Mozart

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
BIS Records
1
11.01.2017
Medium:
EAN:
SACD
7318599922348

Cover vergössern

BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...
Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag BIS Records:

  • Zur Kritik... Glanzvoll und geistvoll: Alexandre und Jean-Jacques Kantorow brillieren mit drei Klavierkonzerten von Camille Saint-Saëns zusammen mit der Tapiola Sinfonietta. Weiter...
    (Dr. Michael Loos, )
  • Zur Kritik... Suzuki am Cembalo: Die Platte ist ein schönes Zeugnis stupenden Cembalovermögens – bei Bach wie bei seinem Interpreten Masaaki Suzuki. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Wahnsinn kann so schön sein: Sopranistin Carolyn Sampson und ihrem Liedbegleiter Joseph Middleton gelingt ein interessantes, fesselndes und in seiner Schönheit bezwingendes Programm, das Frauen am Rande des Wahnsinns in den Mittelpunkt stellt. Weiter...
    (Silke Meier-Künzel, )
blättern

Alle Kritiken von BIS Records...

Weitere CD-Besprechungen von Benjamin Künzel:

  • Zur Kritik... Einfach aufregend: Zum 150. Todestag von Hector Berlioz ist diese Gardiner-Berlioz-Box ein würdiges Projekt, das die Zeitlosigkeit des eigenwilligen Komponisten und seiner Musik gelungen unterstreicht. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
  • Zur Kritik... Nicht nur Wagner und Strauss: Mit dieser Veröffentlichung hat Orfeo viel dazu beigetragen, Johan Botha nicht nur als bedeutenden Heldentenor des deutschen Fachs im Gedächtnis zu behalten, sondern seine Vielfältigkeit und überzeugende Italianità zu unterstreichen. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
  • Zur Kritik... Schwerfällige Maskenspiele: Diese 'Nacht in Venedig' schließt keine diskografische Lücke und glänzt auch nicht durch besonderen Charme. Das hätte es nicht zwingend auf CD gebraucht. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
blättern

Alle Kritiken von Benjamin Künzel...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Immer weiter auf Entdeckungsreise: Neben Clara Schumanns Klavierkonzert verblassen die drei anderen Werke auf dieser CD etwas, vor allem das überlange Konzertstück von Ferdinand Hiller. Weiter...
    (Dr. Michael Loos, )
  • Zur Kritik... Bachs Cembalo konzertant: Fabio Bonizzoni und La Risonanza überzeugen auf dieser Einspielung mit hochklassigen Erkundungen in Bachs konzertantem Cembalo-Kosmos. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Dramatisch und sensibel: Christian Tetzlaff und das Finnish Radio Symphony Orchestra unter Hannu Lintu bereichern die Diskographie von Bartóks beiden Violinkonzerten mit einem sensibel ausgehörten, zugleich hochdramatischen Zugriff. Weiter...
    (Dr. Dennis Roth, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (6/2019) herunterladen (3061 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Johann Sebastian Bach: Partita 2 c-Moll BWV 826 - Sarabande

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

 Folkwang Kammerorchester Essen im Portrait Mit Vollgas ins Haus des Teufels
Das Folkwang Kammerorchester Essen ? jung, energiegeladen, hochmusikalisch

weiter...
Alle Interviews...


Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich