> > > Bruckner, Anton und Wagner, Richard: Symphonie Nr.7 / "Das Liebesmahl der Apostel"
Montag, 24. Juni 2019

Bruckner, Anton und Wagner, Richard - Symphonie Nr.7 / "Das Liebesmahl der Apostel"

Geburtstagsgeschenk


Label/Verlag: Profil - Edition Günter Hänssler
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Christian Thielemanns Interpretation von Bruckners Siebter verblasst fast hinter der vorbildlichen Darbietung von Wagners 'Liebesmahl der Apostel'.

Ein wenig bedauert man, dass die Edition Staatskapelle Dresden nicht auch SACDs enthält. Die vorliegende Folge 38 – Live-Mitschnitte vom 2. September 2012 aus der Semperoper und vom 18. Mai 2013 aus der Dresdner Frauenkirche – sind aufnahmetechnisch und klanglich so spektakulär, dass man sich neben der absolut vorbildlichen, weit gestaffelten und räumlich hervorragend ausgeleuchteten Stereospur auch eine räumliche ‚Umhüllung‘ wünscht.

Bruckners Siebte Sinfonie zelebriert Christian Thielemann (nach der Haas-Edition 1944) mit großer Sorgfalt und dichter, weiter Dramaturgie. Der Unterschied zu Paavo Järvi, Dennis Russell Davies oder Mario Venzago könnte kaum größer sein. Das ist Bruckner in der Tradition Klemperers, Wands oder Celibidaches, bis in Äste erkundet, von bronze-gedecktem Ton, mit strahlendem Orchesterklang, der in bester Weise die immer wieder beschworene Klangkultur der Staatskapelle Dresden zur Geltung bringt. Da sitzt alles, man möchte sich in der Musik verlieren, da ist nichts zu kritteln, nichts nebensächlich. Das passt.

So vorbildlich die Bruckner-Sinfonie ist, so sehr wird sie doch gekrönt von dem ‚Geburtstagsgeschenk‘, der bislang wohl überzeugendsten Einspielung von Wagners ‚biblischer Szene‘ 'Das Liebesmahl der Apostel' aus dem Jahr 1843. Hier haben wir einerseits ein echtes frühes Bekenntnisstück Wagners, andererseits ein eindeutiges ‚Vor-Echo‘ auf den 'Parsifal'. Die besonderen Schwierigkeiten der Komposition liegen (a) in der Textverständlichkeit, (b) der Dramaturgie des in den ersten zwei Dritteln ausschließlich a cappella gesetzten Werks und (c) in der dringenden Notwendigkeit, die Räumlichkeit eines großen Chores einzubeziehen. Nichts wäre unangemessener, als die verschiedenen Chöre bzw. Chorgruppen zu klein zu besetzen. Die Selbstverständlichkeit großer Männerchöre ist lange vorüber (spätestens der Erste Weltkrieg machte ihnen den Garaus), umso beglückender ist hier die vorbildliche Zusammenarbeit des Tschechischen Philharmonischen Chors Brünn, des Sächsischen Staatsopernchors Dresden, des Tschechischen Nationalchors Prag, des MDR Rundfunkchors Leipzig, des Philharmonischen Chors Dresden und des Dresdner Kammerchors unter der Gesamteinstudierung von Staatsopernchordirektor Pablo Assante. In der Akustik der Frauenkirche ist jedes Wort zu verstehen, die antiphonalen wie die sich vereinigenden Chorpassagen sind vorzüglich gelöst. Leider entspricht die Trackaufteilung nicht der Beschreibung des Werks im Booklet (statt der im Booklet erwähnten Sechsteiligkeit findet man nur fünf Tracks). Dies ist aber in der Tat die einzige Einschränkung bei einer Veröffentlichung, die man sonst als vorbildlich und empfehlenswert bezeichnen muss.



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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bruckner, Anton und Wagner, Richard: Symphonie Nr.7 / "Das Liebesmahl der Apostel"

Label:
Anzahl Medien:
Profil - Edition Günter Hänssler
1
Medium:
EAN:

CD
881488150131


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Bruckner, Anton
Wagner, Richard


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Profil - Edition Günter Hänssler

Profil - The fine art of classical music
EDITION GÜNTER HÄNSSLER - EIN LABEL MIT "PROFIL"
Bei der Gründung seiner "EDITION GÜNTER HÄNSSLER" und dem neuen Label "PROFIL" betrat Produzent Günter Hänssler, der ehemalige Chef des erfolgreichen Labels Hänssler Classics, mit einer ganz klaren Philosophie und Zielsetzung den Klassik-Markt:
"Nur ein Label mit einem klaren PROFIL, mit einem eindeutigen Wiedererkennungseffekt hat heute noch eine Chance auf dem heiß umkämpften CD-Markt - um die Liebhaber klassischer Musik heute mit einem Produkt zu überzeugen braucht man Originalität, Innovation und optimierte Vertriebswege."
Der Name PROFIL ist Programm. Günter Hänssler denkt in Serien. Nur groß angelegte Projekte haben heute noch eine Chance, sich nachhaltig auf dem Markt wiederzufinden. So entstanden international hoch gepriesene und mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnete Editionen wie die EDITION STAATSKAPELLE DRESDEN oder die GÜNTER WAND EDITION.
Die Repertoire-Politik ist charakteristisch. Eine Auswahl erster internationaler Künstler finden sich im Programm von PROFIL ebenso wieder wie erfolgreiche Newcomer der Klassikszene, darunter das mehrfach preisgekrönte Klenke-Quartett, das in der Interpretation von Kammermusik in den letzten Jahren neue Maßstäbe setzen konnte.
Ergänzt wird das Repertoire durch ausgewählte, digital aufwendig restaurierte historische Aufnahmen, Interpretationen von legendärem Ruf in neuer, bisher nicht gekannter digitaler Klangqualität. Auf diese Weise schlägt PROFIL die Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und versteht sich so auch als Bewahrer musikalischer Traditionen.
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