> > > Gruppo di Tempera: Werke von Poulenc, Ibert, Milhaud, u.a.
Sonntag, 21. April 2019

Gruppo di Tempera - Werke von Poulenc, Ibert, Milhaud, u.a.

Ungeheure Farbigkeit


Label/Verlag: DUX
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Gruppo die Tempera, Bläserquintett plus Klavier, spielt spritzig und klangschön Poulencs beliebtes Sextuor sowie seltenere Werke von Ibert, Milhaud und Francaix.

Das ist mal ein Klang! Die Musiker der Gruppo di Tempera brauchen nur ein paar Takte, um klarzumachen, dass sie ihren Blasinstrumenten eine ungeheure Farbigkeit zu entlocken wissen. Erfreulich ist auch die sehr stimmige Intonation. Außerdem ist diese beim Label Dux erschienene Debüt-CD des polnischen Ensembles sehr schön aufgenommen und präsentiert alle Instrumente in perfekter Balance.

Die neue Platte beginnt mit Francis Poulencs relativ populärem Sextuor für Bläser und Klavier op. 100. Wie man es sich bei Poulenc denken kann, ist das ein munteres und freches Werk. Das Tempo ist zwar in dieser Aufnahme nicht übertrieben, dennoch wirkt die Interpretation quirlig genug. Besonders im letzten Satz sprühen die Funken.

Poulencs Sextuor ist das bekannteste Werk der Platte, der Rest sind Raritäten von eher kleinerem Ausmaß, allesamt aus den 1930er und 1940er Jahren und von französischen Komponisten: Jacques Ibert, Darius Milhaud und Jean Francaix.

Iberts 'Trois pièces breves' sind für Holzbläserquintett ohne Klavier geschrieben. Die Bläser der Gruppo di Tempera nutzen das, um ihre klanglichen Schönheiten noch besser zu präsentieren. Das gleich gilt auch für Darius Milhauds siebensätzige Suite 'La cheminée du Roi René' op. 205, die auf einer Filmpartitur basiert und ein neoklassizistisches Werk mit vielen Anklängen an Musik der Renaissance darstellt. Obwohl grelle Klangeffekte auch hier bei Bedarf immer wieder frech durchblitzen, werden sowohl Ibert als auch Milhaud in weiten Teilen wesentlich sanfter gespielt als Poulenc, besonders etwa im zweiten Satz bei Ibert, der zum großen Teil ein Duett von Flöte und Klarinette ist (leider offenbar gegenüber den anderen Sätzen gehörig hochgepegelt).

Eine ganz andere Farbe bietet schließlich Jean Francaix mit dem einzigen Nachkriegswerk der Platte. 'L‘heure du berger, Musique de brasserie' von 1947, wieder mit Klavier, ist ausgesprochen komisch und humorvoll, was sich schon in Satztiteln wie 'Pin-up Girls' äußert. Musikalisch sind besonders die großartig herausgespielten Glissando-Effekte im ersten Satz amüsant.

Die Infos zu Komponisten und Werken im Beiheft sind eher mager und nur auf polnisch und englisch, dafür werden die sechs Musiker ziemlich ausführlich vorgestellt.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Gruppo di Tempera: Werke von Poulenc, Ibert, Milhaud, u.a.

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
DUX
1
05.02.2016
EAN:

5902547012322


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Francaix, Jean
Ibert, Jacques
Milhaud, Darius
Poulenc, Francis


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DUX

Das polnische Label DUX wurde 1992 von Malgorzata Polanska und Lech Tolwinski, beides Absolventen der Toningenieur-Fakultät der Frédéric Chopin Musikakademie in Warschau, gegründet. Hauptanliegen war die Produktion von Aufnahmen mit klassischer Musik, wobei man von Anfang an höchste Ansprüche an künstlerische und technische Standards stellte.Viele Aufnahmen von Dux erlangten sowohl in Polen als auch im Ausland breites Interesse bei Publikum und Kritik, die sich in zahlreichen Preisen und Auszeichnungen widerspiegelt.

Ein Schwerpunkt des Labels ist natürlich das reiche musikalische Erbe Polens, das weitaus mehr umfasst als Chopin oder Penderecki. Im Katalog finden sich daher neben bekannteren Namen wie Wieniawski, Szymanowski oder Lutoslawski auch zahlreiche hierzulande bislang weniger bekannte oder völlig unbekannte Komponisten von der Renaissance bis zur Gegenwart, wie Ignaz Jan Paderewski, der Klaviervirtuose und spätere Premier- und Außenminister der Zweiten Polnischen Republik oder Stanislaw Moniuszko, ein Zeitgenosse Verdis und Schöpfer der polnischen Nationaloper. Aber auch zahlreiche polnische Künstler, Ensembles und Orchester gilt es bei DUX zu entdecken, darunter international renommierte Namen wie beispielsweise die gefeierte Altistin Ewa Podles.


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