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Donnerstag, 27. Juni 2019

Vivaldi, Antonio - Gloria

Dichtes Bündel


Label/Verlag: Alpha Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Hervé Niquet findet in Vivaldis Chorwerken ungewohnte Klangfacetten.

Der französische Dirigent Hervé Niquet hat sich in der Musikwelt einen Namen gemacht als historisch reflektierter und sattelfester sowie gleichzeitig geistig ungemein frischer Neudeuter bekannten Repertoires. Ihm geht es, das wird an der schieren Lebendigkeit seiner Einspielungen deutlich, nicht darum, Geschichte dogmatisch in die Gegenwart zu hieven, sondern darum, aus der Kenntnis des Vergangenen ungewohnte Zugänge für die Gegenwart zu erschließen.

Seine Einspielung von Antonio Vivaldis 'Gloria' (RV 589) sowie 'Magnificat' (RV 610A), erschienen bei Alpha, ist hierfür ein leuchtendes Beispiel. Niquet nimmt den besonderen Chorsatz der Werke, die Vivaldi für den Chor der Ospedale della Pietà geschrieben hat, zum Anlass, nach historischem Vorbild nur Frauenstimmen zu besetzen. So bündeln sich die fein schattierten hellen Stimmfarben zwischen Sopran I und Mezzosopran II in angenehmer Dichte und führten zu einem berückenden Klangerlebnis. Zugleich verleiht Niquet den Arien opernhafte Dramatik und klangsinnliches Volumen, wenn er – historischen Vorbildern folgenden – Arien a capella von einer gesamten Stimmgruppe singen lässt. Der mit je fünf Stimmen pro Gruppe besetzte Chor sowie das zugehörige Ensemble von Le Concert Spirituel begeistern mit einer dynamisch ungemein packenden Umsetzung.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Vivaldi, Antonio: Gloria

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Alpha Classics
1
06.11.2015
Medium:
EAN:
CD
3760014192227

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Alpha Classics

"Haute-Couture-Label", "Orchidee im Brachland der Klassikbranche" oder schlicht "Wunder", das sind die Titel mit denen das französische Label ALPHA von der Fachpresse hierzulande bedacht wird. In der Tat ist die Erfolgsgeschichte des Labels ein kleines Wunder. Honoriert wurde hiermit die Pionierlust und Entdeckerfreude des Gründers Jean-Paul Combet und die außerordentliche Qualität seiner Künstler und Ensembles (z.B. Vincent Dumestre, Marco Beasley, Christina Pluhar u.v.a.), aber auch die auffallend schöne, geschmackvolle Präsentation der Serie "ut pictura musica" mit ihren inzwischen mehr als 200 Titeln. Das schwarze Front-Layout und die Grundierung mit venezianischem Papier im Innern sind mittlerweile genauso zum Markenzeichen geworden wie die ausgesprochen stimmungsvollen Fotografien der Aufnahmesitzungen durch den Fotografen Robin Davies. Das Programm umfasst die Zeitspanne von der mittelalterlichen Notre Dame-Schule bis hin zur klassischen Moderne, doch ist nach wie vor ein deutlicher Schwerpunkt auf Alte Musik zu erkennen. Innerhalb des Labels möchte die zweite, auch "Weiße Reihe" genannte, Serie "Les Chants de la terre" die ältesten Quellen musikalischen Ausdrucks erkunden. Mit Virtuosität und Spielfreude widmet man sich hier dem Beziehungsfeld von schriftlich überlieferten und mündlich weitergegebenen Musiktraditionen, um alte Melodien zu neuem Leben zu erwecken. Trotz akribischer musikwissenschaftlicher Recherche geht es hier nicht um eindimensionale, akademisch trockene Werktreue, sondern um lebendigen Umgang mit altem Material.


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