> > > Wecker, Konstantin & Kirchschlager Angelika: Liedestoll
Donnerstag, 27. Juni 2019

Wecker, Konstantin & Kirchschlager Angelika - Liedestoll

An Schuberts Eutern


Label/Verlag: Arthaus Musik
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Cross-over der besonderen Art - das ist (leider) keine Übertreibung.

Konstantin Wecker ist Bayerns sympathischer König der Peinlichkeiten. Nun sind Goethe, Schumann, Schubert an der Reihe. Das Münchner Urgestein hat 'An den Mond', 'Der Leiermann', 'Erlkönig' und 'Der Tod und das Mädchen' neu arrangiert. Alles tönt um einige Grade flacher.

Angelika Kirchschlager, die respektable klassische Sopranistin, stellt sich Wecker zur Seite. Man schämt sich nicht, dessen Chansons, sei es 'Genug ist nicht genug' oder 'Weil ich dich liebe', neben die Hauptwerke des Kunstlieds zu stellen. Wecker nennt diese Maßnahme keck. Auch sein politisches Liedschaffen ('Empört euch') kommt zum Zuge. Es scheint, in dieser Nachbarschaft, besonders plakativ.

Kirchschlager hält am hohen Ton der Oper fest. Sie singt mit Fokus, Legato und eleganter Phrasierung. Bisweilen fällt sie ins lässige Parlando. Nicht ohne Anmut tanzt sie auf des Messers Schneide. Stürze sind selten – gelegentlich blitzt die Körpersprache der Opernsängerin auf.

Es handelt sich um einen Livemitschnitt des Jahres 2013 aus Frankenthal, Pfalz. 'Liedestoll' lautet das Motto der Show. Das Publikum ist willig. Wecker (‚Meister‘) gibt den freundlichen Erzähler, Kirchschlager (‚Göttin‘) greift jedes Stichwort höflich auf. Dies alles ist ernst und gut gemeint. Der Meister zögert nicht, sich dem Gelächter auszusetzen. Gleich, wie man vom Ergebnis denkt – heilige Kühe zu melken erfordert moralische Frische, Unbefangenheit, Mut.

Christian Kugel hat ein Making-of beigegeben. Der Kommentar ist aus Gummi: Phrasen über Phrasen. Die Selbstauskünfte der Akteure sind gehaltvoll. Wecker stellt sich als ‚Liedschaffenden‘ vor, in der Nachfolge Schuberts, nicht Dylans. Auch Schumann, Brahms und Wolf stünden seinem Herzen nahe. Die Proben erstrecken sich über eine Woche. Man arbeitet tüchtig, in Weckers toskanischem Landsitz. Kirchschlagers Resümee: Nie habe sie so viel gelacht.

Zum Lachen ist manches: ‚Ich erfinde mich jeden Tag neu‘, ist Kirchschlagers Lebensbericht überschrieben. Wir wollen die Schuld dem Verlag geben. Ein Ausschnitt des Opus wurde ins Beiheft kopiert. Wecker dagegen hat sich die Mühe gemacht, einen selbstständigen Beitrag zu verfassen: ‚Diese Frau ist Melodie‘. So viel Peinlichkeit entwaffnet.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:
Regie:






Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Wecker, Konstantin & Kirchschlager Angelika: Liedestoll

Label:
Anzahl Medien:
Arthaus Musik
1
Medium:
EAN:

DVD
9783869231471


Cover vergössern

Arthaus Musik

Arthaus Musik wurde im März 2000 in München gegründet und hat seit 2007 seinen Firmensitz in Halle (Saale), der Geburtsstadt Georg Friedrich Händels.

Das Pionierlabel für Klassik auf DVD veröffentlicht nunmehr seit 13 Jahren hochkarätige Aufzeichnungen von Opern, Balletten, klassischen Konzerten, Jazz, Theaterinszenierungen sowie ausgesuchte Dokumentationen über Musik und Kunst. Mit bis zu 150 Veröffentlichungen pro Jahr sind bisher über 1000 Titel auf DVD und Blu-ray erschienen. Damit bietet Arthaus Musik den weltweit umfangreichsten Katalog von audiovisuellen Musik- und Kunstproduktionen und ist seit Gründung des Labels international führender Anbieter in diesem Segment des Home Entertainment Marktes.

In vielen referenzgültigen Aufzeichnungen sind die größten Künstler unserer Zeit wie auch aus vergangenen Tagen zu hören und zu sehen. Unter den Veröffentlichungen finden sich Aufnahmen mit Plácido Domingo, Cecilia Bartoli, Luciano Pavarotti, Maria Callas, Jonas Kaufmann, Elīna Garanča; mit Dirigenten wie Carlos Kleiber, Claudio Abbado, Nikolaus Harnoncourt, Lorin Maazel, Pierre Boulez, Zubin Mehta; aus Opernhäusern wie der Mailänder Scala, der Wiener Staatsoper, dem Royal Opera House Covent Garden, der Opéra National de Paris , der Staatsoper Unter den Linden, der Deutschen Oper Berlin und dem Opernhaus Zürich.

Zahlreiche Veröffentlichungen des Labels wurden mit internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter der Oscar-prämierte Animationsfilm ?Peter & der Wolf? von Suzie Templeton, die aufwändig produzierte ?Walter-Felsenstein-Edition? und die von Sasha Waltz choreographierte Oper ?Dido und Aeneas?, die beide den Preis der deutschen Schallplattenkritik erhielten. Mit dem Midem Classical Award wurden u. a. die Dokumentationen ?Herbert von Karajan ? Maestro for the Screen? von Georg Wübbolt und ?Celibidache ? You don?t do anything, you let it evolve? von Jan Schmidt-Garre ausgezeichnet. Die Dokumentation ?Carlos Kleiber ? Traces to nowhere? von Eric Schulz erhielt den ECHO Klassik 2011.

Mit der Tochterfirma Monarda Arts besitzt Arthaus Musik eine ca. 900 Produktionen umfassende Rechtebibliothek zur DVD-, TV- und Onlineauswertung. Seit 2007 entwickelt das Unternehmen kontinuierlich die Sparte Eigenproduktion mit der Aufzeichnung von Opern, Konzerten, Balletten und der Produktion von Kunst- und Musikdokumentationen weiter.

Arthaus Musik DVDs und Blu-ray Discs werden über ein leistungsfähiges Vertriebsnetz, u.a. in Kooperation mit Naxos Global Distribution in ca. 70 Ländern der Welt aktiv vertrieben. Darüber hinaus veröffentlicht und vertreibt Arthaus Musik die 3sat-DVD-Edition und betreut für den Buchhandel u.a. die Buch- und DVD-Edition über Pina Bausch von L’Arche Editeur, Preisträger des Prix de l’Académie de Berlin 2010.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...
Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Arthaus Musik:

  • Zur Kritik... Ein Zyklus für die Fünfte: Der neue Tschaikowsky-Sinfonie-Zyklus von Philippe Jordan und dem Orchestre de l'Opéra national de Paris ist wie vorheriges Beethoven-Projekt exzellent durchmusiziert. Das magische Erlebnis birgt jedoch eine Einzelsinfonie und nicht der Gesamtzyklus. Weiter...
    (Daniel Eberhard, )
  • Zur Kritik... Armida stiehlt die Show: Allein für die orchestrale Leistung und die Armida von Gesche Geier lohnt sich das Hören dieses Mitschnitts. Wirklich konkurrenzfähig ist dieser 'Rinaldo' vermutlich aber nicht. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
  • Zur Kritik... Zu Besuch in Frankfurt: Die Prager Symphoniker präsentieren auf sechs DVDs unterschiedliche Werke des großen Böhmen Antonin Dvorak. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle Kritiken von Arthaus Musik...

Weitere CD-Besprechungen von Dr. Daniel Krause:

blättern

Alle Kritiken von Dr. Daniel Krause...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Immer weiter auf Entdeckungsreise: Neben Clara Schumanns Klavierkonzert verblassen die drei anderen Werke auf dieser CD etwas, vor allem das überlange Konzertstück von Ferdinand Hiller. Weiter...
    (Dr. Michael Loos, )
  • Zur Kritik... Bachs Cembalo konzertant: Fabio Bonizzoni und La Risonanza überzeugen auf dieser Einspielung mit hochklassigen Erkundungen in Bachs konzertantem Cembalo-Kosmos. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Dramatisch und sensibel: Christian Tetzlaff und das Finnish Radio Symphony Orchestra unter Hannu Lintu bereichern die Diskographie von Bartóks beiden Violinkonzerten mit einem sensibel ausgehörten, zugleich hochdramatischen Zugriff. Weiter...
    (Dr. Dennis Roth, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (6/2019) herunterladen (3061 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Johann Wilhelm Wilms: Piano Quartet op. 30 in F major - Adagio - Allegro

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Isabelle van Keulen im Portrait "Mir geht es vor allem um Zwischentöne"
Isabelle van Keulen im Gespräch mit klassik.com über ihre Position als Artist in Residence der Deutschen Kammerakademie Neuss am Rhein, historische Aufführungspraxis und das Spielen ohne Dirigent.

weiter...
Alle Interviews...


Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich