> > > Verdi, Giuseppe: Messa da Requiem
Dienstag, 19. November 2019

Verdi, Giuseppe - Messa da Requiem

Film über Vergänglichkeit


Label/Verlag: EuroArts
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Nach dem Tod Claudio Abbados erscheint die Dokumentation "Lux Aeterna" von 1985 in einem anderen Licht.

‚Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. Dies ist ein Film über das Requiem von Giuseppe Verdi und ein Film über Vergänglichkeit.‘ Mit diesen Worten beginnt Norbert Beilharz’ Dokumentation ‚Lux Aeterna’, die 1985 während Probenarbeiten zu Giuseppe Verdis 'Messa da Requiem' entstand. Letztes Jahr wurde der Film zu Claudio Abbados 80. Geburtstag neu herausgegeben. Nach dem Tod des italienischen Dirigenten am 20. Januar 2014 erscheint die Auseinandersetzung mit Verdis ‚bester Oper‘ in einem anderen Licht.

Keine Interviews, keine begleitenden Erläuterungen

Die Kamera tastet über die Gesichter der Chorsänger und Musiker der Scala. Sie folgt den Solisten der zwei Besetzungen wie Montserrat Caballé, Chris Merritt und Samuel Ramey zu den Proben in die Mailänder Kirche San Marco, wo Verdis Requiem uraufgeführt wurde. Sie filmt sie bei der Arbeit auf der Hauptbühne der Scala und in einem Probenraum der Oper. Es gibt keine Interviews, keine begleitenden Erläuterungen – nur knappe Hintergrundinformationen, Zitate aus der deutschen Übersetzung des lateinischen Requiem-Textes und die Musik.

Immer wieder werden Werbeplakate und Naturaufnahmen, Bilder gestriegelter Theaterbesucher sowie Friedhofskulpturen in die Dokumentation geschnitten: ‚Variationen der Vergänglichkeit aus musikalischer Probenarbeit und aus Symbolen des Lebens. Die Menschen und ihr Vergnügen am Theater, an der Musik. Die Werbung, der Konsum. Die Entschlafenen, Friedhofsbilder mit Menschen, als ob sie lebten. Das Wasser und der Stein …‘, so lautet der Kommentar des Sprechers zu diesem Kunstgriff. Man braucht Geduld für diesen Film. Er ist eher Meditation als Dokumentation, ein stilles Teilhaben an Bildern, während die Musik das Erzählen übernimmt, das der Film verweigert.

Ohne Zurschaustellung von Macht

Lässt man sich darauf ein, erhält man die Möglichkeit, Claudio Abbado noch einmal nahe zu kommen. Man sieht den jugendlichen Dirigenten, einen gutaussehenden, vitalen Mann, der noch weit entfernt ist von der fast transzendenten Zerbrechlichkeit der letzten Jahre. Eine Zerbrechlichkeit, die wie ein Widerschein des Unsagbaren hinter seiner Kunst wirkte. Abbados Arbeit mit seinen Musikern kam offensichtlich ohne psychischen Druck, ohne Zurschaustellung von Macht aus. Abbado war kein Despot am Pult. Er war ein sensibler Künstler, der durch seine Liebe zur Musik und seinen inneren Reichtum überzeugte. Nur so lassen sich musikalische Wunder wie etwa seine Arbeit mit dem Lucerne Festival Orchestra erklären, die Publikum und Musiker in beglücktes Staunen versetzte. ‚Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen.‘ Es fällt schwer, ‚Lux Aeterna’ heute zu sehen, ohne bei diesen Worten an Claudio Abbado zu denken und sich schmerzlich einzugestehen, dass Wunder wie die von Luzern mit Abbados Tod der Vergangenheit angehören.

Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:
Regie:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Verdi, Giuseppe: Messa da Requiem

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
EuroArts
1
13.05.2013
Medium:
EAN:

DVD
880242013187


Cover vergössern

EuroArts

EuroArts Music International ist im Bereich audio-visueller Klassikproduktionen eine der weltweit führenden Produktions- und Distributionsfirmen. Das 1979 gegründete Unternehmen produziert jährlich 10-15 hochwertige Klassik-Programme – darunter Konzertaufzeichnungen in aller Welt sowie aufwändige Dokumentationen.

Renommierte, preisgekrönte Programme und Events haben EuroArts Music zu einem exzellenten internationalen Ruf verholfen. Eine intensive und langjährige Partnerschaft verbindet EuroArts Music mit führenden Klangkörpern wie den Berliner Philharmonikern, dem Mariinsky Theater Orchester, dem Lucerne Festival Orchestra, der Staatskapelle Berlin, dem Gewandhausorchester Leipzig und vielen anderen.

Die alljährlichen Aufzeichnungen des EUROPAKONZERTs, des Waldbühnen- und Silvester-Konzerts der Berliner Philharmoniker sind erfolgreiche und weltweit etablierte Musikprojekte von EuroArts Music. Im August 2005 produzierte und übertrug EuroArts Music live das weltweit beachtete Ramallah-Konzert des West-Eastern Divan Orchestra unter Daniel Barenboim. Im Januar 2006 produzierte EuroArts Music die erste Klassik-Live-Übertragung von Peking nach Europa (u.a. mit Lang Lang). Die weltweit einmaligen Musik-TV-Formate 24hoursBach und 24hoursMozart wurden zu zwei international erfolgreichen Musikevents dieses Unternehmens.

In 2012 wurde ein kompletter Prokofiev-Zyklus mit sämtlichen Sinfonien und Klavierkonzerten aufgezeichnet.

Seit vielen Jahren verbindet EuroArts Music eine enge Zusammenarbeit mit herausragenden Künstlern wie Daniel Barenboim, Sir Simon Rattle, Valery Gergiev, Claudio Abbado, Martha Argerich, Yuja Wang und András Schiff sowie renommierten Regisseuren Bruno Monsaingeon, Frank Scheffer und Peter Rosen. Das Ergebnis sind Gesamtaufnahmen wie „The Beethoven Symphonies“ (Abbado/Berliner Philharmoniker) und preisgekrönte Dokumentationen wie Claudio Abbado – Hearing the Silence“ oder „Multiple Identities – Encounters with Daniel Barenboim“. 2006 wurde die EuroArts Music Produktion „Knowledge is the Beginning“ mit dem International Emmy Award (Arts Programming) ausgezeichnet. Der Dokumentarfilm wurde 2007 mit weiteren Preisen geehrt, darunter der FIPA D'OR Grand Prize 2007 (Kategorie „Performing Arts”) sowie als „Best Arts Documentary„ bei dem renommierten 2007 Banff World Television Festival.

Innovation und Qualität bildeten von Anfang an die Grundpfeiler der Firma. Zahlreiche internationale Auszeichnungen bestätigen dies, darunter:

Oscar® für die Koproduktion von „Journey of Hope”

Grammy Award für „Kurt Weill’s: Rise and Fall of the City of Mahagonny”

Emmy Award und ECHO Klassik für „Knowledge is the Beginning”

2 weitere ECHOs für „A Surprise in Texas” (ECHO Klassik) und

„Django Reinhardt- Three-fingered Lighnting” (ECHO Jazz)

Peabody Award für „Blue Note – A Story of Modern Jazz”

National Education Award (USA) für „Sir Peter Ustinov: Celebrating Haydn”

 

Sowie folgende Nominierungen:

 

Emmy Award für „Robbie Robertson”

Rocky und Grammy Award für „Blue Note – A Story of Modern Jazz”

 

Der Katalog von EuroArts Music umfasst rund 1.800 Musikprogramme, darunter gehören neben EuroArts Eigenproduktionen auch Programme von zahlreichen unabhängigen Produktionsfirmen.
Das in Berlin ansässige Unternehmen vertreibt seine Programme weltweit selbst. EuroArts Music gehört auch im Vertrieb von audio-visuellen Musikproduktionen (TV und DVD/Blu-ray) zu den weltweit führenden Distributoren.

Viele eigene Produktionen werden weltweit auf dem eigenen Label EuroArts als DVD und Blu-ray, sowie als digitales Produkt vermarktet.

Seit 2016 werden die physischen Produkte durch Warner Music vertrieben.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...
Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag EuroArts:

  • Zur Kritik... Komponisten-Feuerwerk: Das Silvesterkonzert 2017 ist nicht nur gute Werbung für die Berliner Philharmoniker, sondern auch ein schönes Zeugnis von der langen und fruchtbaren Zusammenarbeit mit ihrem Chefdirigenten Sir Simon Rattle. Weiter...
    (Daniel Eberhard, )
  • Zur Kritik... Mutti und Sohn: Diese 'Lucrezia Borgia' aus San Francisco lebt von der Überzeichnung. Das gilt leider auch für die musikalische Seite, die zum Teil sehr ansprechende Leistungen präsentiert, aber nicht rundum zufrieden stellen kann. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Skalpell und Silberstift: Niveau und Klasse – bei Bělohlávek gewinnen solche Floskeln Sinn. Weiter...
    (Daniel Krause, )
blättern

Alle Kritiken von EuroArts...

Weitere CD-Besprechungen von Miquel Cabruja:

  • Zur Kritik... Muerte en Venecia: Willy Decker zeigte Brittens 'Death in Venice' 2014 im Teatro Real. Weiter...
    (Miquel Cabruja, )
  • Zur Kritik... Schönheit und symbolische Tiefe: Krzysztof Warlikowski verband in Paris Bartóks 'Herzog Blaubarts Burg' mit Poulencs Telefon-Oper 'La voix humaine'. Weiter...
    (Miquel Cabruja, )
  • Zur Kritik... Bis heute modern: Dieser 'Tribut in fünf Balletten' zeigt die russische Tänzerin Maya Plisetskaya in bedeutenden Rollen. Weiter...
    (Miquel Cabruja, )
blättern

Alle Kritiken von Miquel Cabruja...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Dokumente einer Freundschaft: Heinrich Schiff erkundet die spannende Welt Otto M. Zykans. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Nicht ausgereizt: Mariss Jansons nähert sich Tschaikowskys Fünfter emotional etwas zu kontrolliert. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Drei in einem: Hyperions Auswahl aus Charpentiers Kirchenmusik kann mit der Konkurrenz nicht ganz mithalten. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (11/2019) herunterladen (4454 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Pierantonio Tasca: A Santa Lucia

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Christian Euler im Portrait "Melancholie ist die höchste Form des Cantabile"
Bratschist Christian Euler im Gespräch mit klassik.com über seine Lehrer, seine neueste SACD und seine künstlerische Partnerschaft zum Pianisten Paul Rivinius.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich