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Montag, 10. August 2020

I Viaggi di Faustina - Roberta Invernizzi

Hommage an Faustina Bordoni


Label/Verlag: Glossa
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Sammlung von italienischen Barockarien, die für Faustina Bordoni komponiert wurden und kongenial von Roberta Invernizzi interpretiert werden.

‚I Viaggi di Faustina‘ (Die Reisen der Faustina) heißt vorliegende CD. Mit Faustina ist eine der beiden ganz großen Sängerinnen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gemeint: Faustina Bordoni, die in Venedig 1697 geboren wurde und dort auch 1781 starb. Für damalige Verhältnisse führte sie in ihrer aktiven Zeit als Sängerin von 1716-1751 ein Jetset-Leben. Dabei hat man sich, wie das informative Booklet beschreibt, das Reisen doch deutlich anstrengender vorzustellen als es heute der Fall ist – selbst wenn man nur innerhalb Europas unterwegs war: Einmal abgesehen von vielen italienischen Städten wie Mailand, Bologna, Reggio Emilia, Florenz, Turin und Parma war sie mehrfach in München, vor allem aber in Venedig, Neapel, London und dann Dresden tätig, wo sie sich ab 1737 mit ihrem Ehemann, dem Komponisten Johann Adolph Hasse niederließ und nur einmal noch nach Venedig fuhr. Bordoni war Mezzosopranistin. Im Unterschied zu ihrer großen Rivalin Francesca Cuzzoni lag ihre Stärke, wenn man den schriftlichen Quellen Glauben schenken darf, weniger im Pathos, sondern in einer brillanten Geläufigkeit der Stimme und darstellerischer Ausdruckskraft.

Dreizehn Arien verschiedener Opern, Komponisten und italienischer Aufführungsorte sowie drei Instrumentalstücke sind hier eingespielt, wobei man erfreulicherweise darauf verzichtet hat, Arien bekannterer Komponisten wie Händel oder auch Hasse auszuwählen. So findet sich beispielsweise fünf Stücke von Leonardo Vinci und drei von Nicola Porpora. Auch Domenico Sasso, mit dessen Oper 'Partenope' Bordoni 1723 der künstlerische Durchbruch in Turin gelang, ist mit einer Arie aus dieser Oper vertreten.

Dass Roberta Invernizzi, die 1966 in Mailand geborene Sängerin der Aufnahme, bisher im deutschsprachigen Raum nicht so bekannt ist, obwohl sie eine reiche Diskographie vorzuweisen hat, liegt sicherlich nicht an ihren stimmlichen Qualitäten. Der Grund ist wohl eher darin zu suchen, dass sie bisher nicht so viel um die Welt reist wie damals die Bordoni. Invernizzi hat eine klare, volle, natürliche und kraftvolle Stimme, die sowohl die getragenen, ein wenig pathetischeren Stücke als auch diejenigen, die viel Brillanz und Koloraturfestigkeit erfordern, nahezu spielerisch meistert. Nicht jedes Stück wird zu einem Spektakel wie in vergleichbaren Aufnahmen mit Cecilia Bartoli, und die Frische, mit der jedes Stück vorgetragen wird, nimmt ganz für sie ein.

Begleitet wird sie von Antonio Florio und seinem Ensemble I Turchini. Musikalisch unterstützen I Turchini vor allem die federnde Leichtigkeit der Stücke – manchmal hätte man sich vielleicht doch ein wenig mehr Mut zum Legato und auch zu mehr Abwechslung in der Begleitung und damit auch der gesamten Produktion gewünscht. Der Klang ist räumlich und transparent, ausgewogen und plastisch. Im Booklet finden sich ein Essay zum Leben der Bordoni und die Texte der Arien in englischer, französischer und deutscher Übersetzung.

Die Aufnahme ist die erste in einer Reihe, die das Label Glossa ‚I Sirene‘ nennt und die musikalischen Reisen gefeierter Sänger folgen möchte. Man darf gespannt auf die weiteren Veröffentlichungen sein.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    I Viaggi di Faustina : Roberta Invernizzi

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Glossa
1
01.04.2013
Medium:
EAN:

CD
8424562226067


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Glossa

Spaniens renommiertestes Klassiklabel wurde 1992 von Carlos Céster und den Brüdern José Miguel und Emilio Moreno gegründet. Sein "Hauptquartier" hat es in San Lorenzo del Escorial in den Bergen nahe Madrid. Zahlreiche herausragende Künstler und Ensembles aus dem Bereich der Alten Musik (z.B. Frans Brüggen und das Orchestra of the 18th Century, La Venexiana, Paolo Pandolfo, Hervé Niquet und sein Concert Spirituel u.v.a.) finden sich im Katalog des Labels. Doch machte GLOSSA von Anfang an auch wegen der innovativen Gestaltung und Produktionsverfahren von sich reden. Zu nennen wären hier die Einführung des Digipacks auf dem Klassikmarkt und dessen konsequente Verwendung, der Einsatz von Multimedia Tracks oder die Platinum-Serie mit ihrem avantgardistischen Design. Innerhalb der vergangenen knapp zwei Jahrzehnte konnte GLOSSA so zu einem der interessantesten Klassiklabels auf dem Markt avancieren. Zu verdanken ist dies nicht zuletzt auch dem Spiritus rector und Gesicht des Labels, Carlos Céster.


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