> > > I Turchini singen: Werke von Scarlatti, Caresana, Fago u.a.
Freitag, 24. Mai 2019

I Turchini singen - Werke von Scarlatti, Caresana, Fago u.a.

Musik für einen neapolitanischen Heiligen


Label/Verlag: Glossa
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Sammlung von ansprechender neapolitanischer Barockmusik, die für den Heiligen Gennaro komponiert wurde ? mit leider einer großen Schwäche.

Das Ensemble I Turchini wurde als Instrumental- und Vokalgruppe 1987 von seinem jetzigen Leiter Antonio Florio gegründet und hat sich auf die Musik Neapels im 17. und 18. Jahrhundert spezialisiert. Der Musik Neapels ist auch die vorliegende CD gewidmet. Genauer: dem heiligen Gennaro, also Januarius, der im dritten Jahrhundert Bischof und Märtyrer von Neapel gewesen ist. Um den Heiligen, nach wie vor einer der großen Schutzpatrone der italienischen Stadt, ranken sich viele Legenden. Besonders bekannt ist das sogenannte Blutwunder: Das in einer Ampulle aufbewahrte, getrocknete Blut verflüssigt sich, wenn es am Festtag des Heiligen gezeigt wird.

Im Jahr 1646 wurde jedenfalls ihm zu Ehren eine Kapelle eingeweiht und ein Ensemble aus Sängern und Instrumentalisten gegründet, zu dessen Aufgabe es gehörte, zu den drei Festtagen des Heiligen die Musik beizusteuern, die der Kapellmeister des Ensembles jeweils neu komponieren musste. Eine Auswahl solcher Kompositionen präsentiert vorliegende Aufnahme. Ergänzt wurden die geistlichen Vokalstücke um drei kurze Sinfonien von Domenico Scarlatti. Die Namen der Komponisten sind größtenteils unbekannt – im hilfreichen Booklet erfährt man ein wenig von deren Biographie und Verbundenheit mit der Kapelle des Januarius.

Die Musik ist eingängig und unkompliziert, und ebenso ansprechend ist die musikalische Umsetzung: Das Ensemble spielt durchweg frei und natürlich, ohne jedwede Übertreibungen in den Tempi oder der Dynamik, die man manchmal bei italienischen Spezialensembles hören kann. Einen echten Wehrmutstropfen gibt es allerdings bei der Produktion: Von den sechs Solistinnen und Solisten fällt einer im Timbre und der Artikulation derart heraus, dass es den Gesamteindruck der Aufnahme stark beeinträchtigt: Rosario Totaros Tenor klingt nicht so wie die anderen Stimmen, ganz frei und ungekünstelt, sondern merkwürdig alt, mit starkem Vibrato und stets unangenehm gepresst. Er wäre sicherlich eine gute Besetzung für eine witzige Tenorrolle in einer komischen Oper, aber in diesem Ensemble ist er fehl am Platz. Schade, denn die beiden Sopranisten Valentina Varriale und Leslie Visco sowie der Countertenor Filippo Mineccia und Giuseppe Naviglio (Bass) singen wirklich ausgezeichnet.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    I Turchini singen: Werke von Scarlatti, Caresana, Fago u.a.

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Glossa
1
01.01.2013
EAN:

8424562226050


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Glossa

Spaniens renommiertestes Klassiklabel wurde 1992 von Carlos Céster und den Brüdern José Miguel und Emilio Moreno gegründet. Sein "Hauptquartier" hat es in San Lorenzo del Escorial in den Bergen nahe Madrid. Zahlreiche herausragende Künstler und Ensembles aus dem Bereich der Alten Musik (z.B. Frans Brüggen und das Orchestra of the 18th Century, La Venexiana, Paolo Pandolfo, Hervé Niquet und sein Concert Spirituel u.v.a.) finden sich im Katalog des Labels. Doch machte GLOSSA von Anfang an auch wegen der innovativen Gestaltung und Produktionsverfahren von sich reden. Zu nennen wären hier die Einführung des Digipacks auf dem Klassikmarkt und dessen konsequente Verwendung, der Einsatz von Multimedia Tracks oder die Platinum-Serie mit ihrem avantgardistischen Design. Innerhalb der vergangenen knapp zwei Jahrzehnte konnte GLOSSA so zu einem der interessantesten Klassiklabels auf dem Markt avancieren. Zu verdanken ist dies nicht zuletzt auch dem Spiritus rector und Gesicht des Labels, Carlos Céster.


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