> > > Günter Wand Edition: Werke von Bruckner, Brahms, Musorgsky u.a.
Donnerstag, 27. Juni 2019

Günter Wand Edition - Werke von Bruckner, Brahms, Musorgsky u.a.

Alternativen


Label/Verlag: Profil - Edition Günter Hänssler
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Günter Wand dirigiert das NDR Sinfonieorchester: große Interpretationen, die wegen des geringen Repertoirewertes gleichwohl nur für Fans ein Muss sein dürften.

Die bei Profil erscheinende Günter Wand Edition weist mittlerweile einen beträchtlichen Umfang an Mitschnitten von Konzerten unterschiedlicher deutscher Rundfunkorchester aus den 80er und 90er Jahren auf. Erst zu Beginn des Jahres 2012 gab es eine 8-CD-Box mit Aufnahmen des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin unter der Stabführung des 2002 verstorbenen Wand. Dem folgt nun eine weitere Box mit fünf CDs, die sich auf Live-Mitschnitte mit dem NDR Sinfonieorchester aus den Jahren 1982 bis 1996 konzentriert. Darunter befinden sich ein kompletter Zyklus der Sinfonien von Johannes Brahms sowie die Sinfonien Nr. 4 und 5 Anton Bruckners. Hinzu kommen Modest Mussorgskys 'Bilder einer Ausstellung' in der bekannten Orchestrierung Maurice Ravels und das b-Moll-Klavierkonzert Peter Tschaikowskys mit Jorge Bolet als Solisten. Die Aufnahmen der letzten beiden Stücke wurden zuvor bereits als Teil 20 der Edition veröffentlicht.

Was zu erwarten war

Erwartungsgemäß trifft man also auf Werke, von denen es teils mehrere Einspielungen mit Günter Wand gibt, der während seiner sogenannten Alterskarriere bekanntlich ein bestimmtes Repertoire favorisierte. Die Brahms-Sinfonien hat er früher mit dem gleichen Orchester vorgelegt. Die Fünfte von Bruckner gibt es unter anderem mit den Berliner und den Münchner Philharmonikern. Wands letzte CD-Aufnahme enthält die sogenannte ‚Romantische‘ Sinfonie von Bruckner, ebenfalls mit dem NDR Sinfonieorchester. Die 'Bilder einer Ausstellung' liegen auch mit dem DSO Berlin vor, das Erste Klavierkonzert von Tschaikowsky bildet somit wohl die einzige Neuerung. Dass Jorge Bolet zum Zeitpunkt des Radio-Mitschnitts aus der Hamburger Musikhalle (heute Laeiszhalle) bereits über 70 Jahre alt war, merkt man seinem Spiel kaum an. Sicher mischen sich im Finale einige falsche Noten in das Akkordgewitter und gelegentlich ist dem Orchester das Bemühen um genaues Zusammenspiel mit Bolet anzuhören, doch die Brillanz und Mächtigkeit seiner Interpretation bleibt dabei unbestritten.

Kölner Philharmonie und Hamburger Musikhalle

Die Brahms-Sinfonien Nr. 1 und 3 wurden in der Kölner Philharmonie mitgeschnitten, der Orchesterklang wirkt hier etwas körperloser und flacher als bei den restlichen Konzerten in der Hamburger Musikhalle, die sich ja durch eine trockene, herausragende Akustik auszeichnet. Die Unterschiede im Klangbild mögen aber eher auf die Tontechnik zurückzuführen sein, ist doch auch die Akustik der Kölner Philharmonie durchaus nicht zu verachten. Die für Wand charakteristische Betonung der Außenstimmen büßt auf diese Weise in den Kölner Aufnahmen jedoch an Prägnanz ein. Klangbildlich wirken Holz- und Blechbläser insgesamt stets im Vordergrund, so dass gerade hier die Klasse des NDR Sinfonieorchesters deutlich wird. Man vergleiche das satte, fein gestaffelte Blech in der Fünften von Bruckner, gespielt 1995, mit der Darbietung des Kölner Rundfunk-Sinfonieorchesters von 1977. Hier tun sich doch deutliche Qualitätsunterschiede auf, die für die neuere Interpretation sprechen. Mag man sich die Streicher bisweilen noch plastischer und präsenter wünschen, ihre blühende Wärme und kantable Biegsamkeit schmeicheln sich besonders in den langsamen Sätzen der Brahms-Sinfonien ins Ohr.

Trotzdem gut

Sollte man den Repertoirewert dieser Box also nicht allzu hoch einschätzen, so bieten sich hier doch ein weiteres Mal eindrucksvolle Zeugnisse eines großen Musikers, der ein Orchester leitet, das ihm wohlvertraut ist. 1987, noch während seiner Zeit als Chefdirigent, wurde Günter Wand bekanntlich zum Ehrendirigenten des NDR Sinfonieorchesters ernannt. Alleine als Beispiele eines Musizierens mit einer Haltung des unbedingten Ernstes und der fantastischen Präzision – Aussetzer sind, obwohl es sich um Live-Mitschnitte handelt, kaum  zu hören – überzeugen die Aufnahmen allemal.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Günter Wand Edition: Werke von Bruckner, Brahms, Musorgsky u.a.

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Profil - Edition Günter Hänssler
5
15.10.2012
Medium:
EAN:

CD
881488120431


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Profil - Edition Günter Hänssler

Profil - The fine art of classical music
EDITION GÜNTER HÄNSSLER - EIN LABEL MIT "PROFIL"
Bei der Gründung seiner "EDITION GÜNTER HÄNSSLER" und dem neuen Label "PROFIL" betrat Produzent Günter Hänssler, der ehemalige Chef des erfolgreichen Labels Hänssler Classics, mit einer ganz klaren Philosophie und Zielsetzung den Klassik-Markt:
"Nur ein Label mit einem klaren PROFIL, mit einem eindeutigen Wiedererkennungseffekt hat heute noch eine Chance auf dem heiß umkämpften CD-Markt - um die Liebhaber klassischer Musik heute mit einem Produkt zu überzeugen braucht man Originalität, Innovation und optimierte Vertriebswege."
Der Name PROFIL ist Programm. Günter Hänssler denkt in Serien. Nur groß angelegte Projekte haben heute noch eine Chance, sich nachhaltig auf dem Markt wiederzufinden. So entstanden international hoch gepriesene und mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnete Editionen wie die EDITION STAATSKAPELLE DRESDEN oder die GÜNTER WAND EDITION.
Die Repertoire-Politik ist charakteristisch. Eine Auswahl erster internationaler Künstler finden sich im Programm von PROFIL ebenso wieder wie erfolgreiche Newcomer der Klassikszene, darunter das mehrfach preisgekrönte Klenke-Quartett, das in der Interpretation von Kammermusik in den letzten Jahren neue Maßstäbe setzen konnte.
Ergänzt wird das Repertoire durch ausgewählte, digital aufwendig restaurierte historische Aufnahmen, Interpretationen von legendärem Ruf in neuer, bisher nicht gekannter digitaler Klangqualität. Auf diese Weise schlägt PROFIL die Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und versteht sich so auch als Bewahrer musikalischer Traditionen.
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