> > > Dvorák, Antonín: Klaviertrios Nr. 3 & 4
Dienstag, 18. Juni 2019

Dvorák, Antonín - Klaviertrios Nr. 3 & 4

Zwei kontrastierende Spitzen-Trios


Label/Verlag: Genuin
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Münchner Klaviertrio präsentiert auf dieser CD die beiden gegensätzlichen Trios op. 65 und 90 von Antonin Dvorak.

Antonin Dvoraks 'Dumky'-Klaviertrio op. 90 ist so populär, dass die drei anderen Trios des Komponisten in dessen Schatten stehen. Das mag bei den ersten beiden Werken (op. 21 und 26) noch verständlich sein, irritieren sie den Hörer doch – trotz vieler einnehmender Passagen – mit gewissen Längen, die Dvorak selbst später kritisch sah. Doch das dritte Trio in f-Moll op. 65 ist frei von solchen Schwächen und ein dem 'Dumky'-Trio ebenbürtiges Stück. So ist diese Koppelung der Opera 65 und 90 zu begrüßen, präsentiert sie dem Hörer doch – neben dem bekannten Klassiker – ein herausragendes, aber deutlich seltener gespieltes Stück. Aufgenommen hat die beiden Kompositionen das Münchner Klaviertrio: Donald Sulzen (Klavier), Michael Arlt (Violine) und Gerhard Zank (Violoncello).

Die formalen Unterschiede fallen sofort ins Auge: Während das f-Moll-Trio der traditionellen Viersätzigkeit folgt, besteht das 'Dumky'-Trio aus sechs Abschnitten, die wiederum in sich unterteilt sind. Auch in der jeweiligen Grundstimmung kontrastieren die Werke stark. Zwar stehen beide Trios in Moll, doch in op. 90 dominiert ein heiter-gelöster Tonfall, dem Dvoraks geniale Einfälle bestens gerecht werden. Op. 65 hingegen zeigt den Tondichter von seiner dramatisch-düsteren Seite, allenfalls im Scherzo ('Allegretto grazioso', Track 2) gibt es leichte Aufhellungen. Keine ganz leichte Aufgabe ist es also für die Musiker, diese unterschiedlichen Stimmungen einzufangen.

Sulzen, Arlt und Zank profitieren dabei von einem höchst präzisen und fein nuancierten Zusammenspiel, bei dem sich keiner der drei auf Kosten eines Kollegen in den Vordergrund drängt. Eine gewisse Dominanz des Klaviers ist allerdings vorhanden, was man schwerlich dem behutsam agierenden Sulzen in die Schuhe schieben möchte – eher der Klangtechnik. Ob diese Dominanz jedoch wirklich als Nachteil empfunden wird, ist auch ein Stück weit Geschmacksache – in den grüblerischen Passagen des dritten Trios wohl schon, im 'Dumky'-Trio passt sie hingegen gut ins Gesamtbild, gerade in den virtuosen Abschnitten.

Wie fast immer bei häufig gespieltem Repertoire stellt sich die Frage, ob diese Einspielung grundlegend Neues zur langen Liste der vorhandenen Aufnahmen hinzufügen kann. Wohl eher nicht. Sulzen, Arlt und Zank musizieren auf technisch und musikalisch erstklassigem Niveau, doch wer schon eine oder mehrere CDs mit dem 'Dumky'-Trio besitzt, wird sich wohl nicht noch eine weitere zulegen wollen. Wer allerdings Dvoraks Meister-Trio noch nicht kennt, bekommt hier nicht nur eine exzellente Aufnahme geboten, sondern lernt auch gleich noch das dritte Trio kennen. Dessen dramatisch-expressiver Tonfall passt so gar nicht zum ohnehin fragwürdigen Klischee des musikantischen Dvorak, sondern zeigt im Verbund mit dem 'Dumky'-Trio, über welche kompositorische Spannweite der Komponist verfügte. Völlig zu Recht spricht Cellist und Beiheft-Autor Zank von einem ‚kammermusikalischen Meisterwerk‘.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Dvorák, Antonín: Klaviertrios Nr. 3 & 4

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Genuin
1
14.01.2011
EAN:

4260036251944


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Genuin

Im Jahr 2002 standen die jungen Tonmeister von GENUIN vor einer wichtigen Entscheidung: Sollte man sich weiterhin lediglich auf das Aufnehmen und Produzieren konzentrieren, oder auf die zahlreichen Nachfragen und positiven Rückmeldungen von Musikern und Fachzeitschriften eingehen und ein eigenes Label ins Leben rufen? In einer Zeit, in der praktisch alle großen Klassik-Label ihre Produktion eingestellt oder zumindest stark gedrosselt hatten, fiel die Entscheidung nicht leicht – aber sie fiel einstimmig aus: zugunsten einer offiziellen Vertriebsplattform für die GENUIN-Aufnahmen. Und der Erfolg hat nicht lange auf sich warten lassen.

Das Label GENUIN hat sich in seinem zwölfjährigen Bestehen zu einem Geheimtipp unter Musikern und Musikliebhabern entwickelt. Schon vor dem Leipzig-Debüt im Oktober 2004, einem Antrittskonzert im Robert-Schumann-Haus mit Paul Badura-Skoda, wurden die CDs in den deutschlandweiten Vertrieb gebracht und von Fachpresse und Musikerwelt hochgelobt. Inzwischen werden GENUIN-CDs in den meisten Ländern Europas sowie in Japan, Süd-Korea, Hongkong und den USA vertrieben.

Das Erfolgsrezept von GENUIN: Die gesamte Produktion, also die Beratung der Künstler bei Aufnahmeraum und Repertoire, die Vorbereitung und Durchführung der Aufnahme selbst, der Schnitt mit allen notwendigen Korrekturen, generelle Entscheidungen beim Cover- und Bookletentwurf bis hin zur fertigen Veröffentlichung liegen in der Hand der Tonmeister. Nur so haben die Musiker den größtmöglichen Entfaltungsspielraum bei der Einspielung und Gestaltung ihrer CDs. Und gleichzeitig kann bis zuletzt eine gleichbleibend hohe Qualität garantiert werden.

GENUIN bietet auch abseits ausgetretener Pfade etablierten Künstlern genauso wie der Nachwuchsgeneration die Möglichkeit, Musik nach eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Das macht sich positiv bemerkbar für die Hörer der mittlerweile mehr als 300 GENUIN-CDs mit Interpreten wie Paul Badura-Skoda, Nicolas Altstaedt oder der Dresdner Philharmonie.


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