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Sonntag, 21. April 2019

Frederic Belli - Posaune - Werke von Berio, Rabe, Martin u.a.

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Label/Verlag: Genuin
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Der junge Posaunist Frederic Belli gibt einen gelungenen Überblick über das 20. Jahrhundert.

Der Posaunist Frederic Belli hat in seinen jungen Jahren bereits eine ansehnliche Karriere hinter sich – und wohl noch eine weitere vor sich. Der 1982 im Schwarzwald geborene Belli ist seit 2006 Soloposaunist beim SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, hat bereits die bedeutenden internationalen Preise seines Instrumentes gewonnen, unter anderem in Danzig, Berlin und Valencia. 2007 gewann er als erster Posaunist überhaupt den Deutschen Musikwettbwerb. Anlässlich dieses Sieges ist nun eine CD mit Musik des 20. Jahrhunderts beim Label Genuin erschienen. Versammelt sind hier Werke von Luciano Berio, Folke Rabe, Frank Martin, Georges Delerue und Nino Rota. Mit diesen Komponisten aber spannt Belli einen großen Bogen, was die Besetzung angeht: vom Solo-Werk über kammermusikalische Besetzungen bis hin zum Konzert mit großem Orchester ist alles auf der CD vertreten.

Berios 'SOLO' für Posaune und Orchester, dass Belli unter anderem bei der MaerzMusik 2009 in der Berliner Philharmonie mit dem SWR Sinfonieorchester unter Sylvain Cambreling fulminant interpretiert hatte, ist auch auf der CD fulminant. Auch hier erklingt das wunderbare Stück mit dem genannten Orchester unter Cambreling, live bei einem Festival in Straßburg aufgenommen. Die Leichtigkeit, mit der Belli hier immer wieder in den Orchesterklang ein- und aus ihm wieder auftaucht, ist, wie seine schiere Beherrschung des Instruments, in diesem sehr anspruchsvollen Werk beachtlich. Berios furioses Werk findet hier eine höchst musikalische und intensive Interpretation.

Eine weite Spanne

Rabes Solowerk 'BASTA' wird zu einem ironisch funkelnden, aggressiv virtuosen Stück, in dem die Neue Musik zwischen Selbstironie und Spott pendelt und auf anziehende Weise ambig bleibt. Aber Frederic Belli bleibt nicht bei den ‚Neutönern‘, sondern schreitet auch andere Bereiche des 20. Jahrhunderts aus: Mit Georges Delerue und Nino Rota finden sich auch zwei Filmmusikkomponisten, die zum Ausklang der CD noch etwas Melodieseligkeit und althergebrachte Klänge beisteuern. Delerues 'Madrigal' erklingt mit der Trombone Unit Hannover – ein Stück für reines Posaunenensemble, in dem die warmen, weichen und unbedrohlich heroischen Klangfacetten der Posaune zur Geltung kommen. Ähnliches gilt auch für Rotas Posaunenkonzert C-Dur, in dem wiederum das SWR Sinfonieorchester zu hören ist, diesmal unter der Leitung von Pablo Heras Casado. In diesen etwas traditionelleren Werken hat Belli die Möglichkeit, eine nochmals ganz andere Seite von Wohlklang und Gestaltungskraft zu zeigen – auch wenn unmittelbar ein deutlicher Abstand zu Berios wunderbarem 'SOLO' spürbar bleibt, unwillkürlich wirkt. Dass aber die verschiedenen Kompositionsarten, dass der Stilpluralismus eines Zeitraumes so zu Wort kommt, ist eine kluge Entscheidung und verleiht der CD einen zusätzlichen (antiquarischen) Wert.

Frederic Belli hat ein Portrait seines Instruments im 20. Jahrhundert geliefert, das nicht nur weit und umsichtig angelegt ist, sondern auch einen schlichtweg berufenen Portraitisten gefunden hat.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Tobias Roth Kritik von Tobias Roth,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Frederic Belli - Posaune: Werke von Berio, Rabe, Martin u.a.

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Genuin
1
14.01.2011
EAN:

4260036251883


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Genuin

Im Jahr 2002 standen die jungen Tonmeister von GENUIN vor einer wichtigen Entscheidung: Sollte man sich weiterhin lediglich auf das Aufnehmen und Produzieren konzentrieren, oder auf die zahlreichen Nachfragen und positiven Rückmeldungen von Musikern und Fachzeitschriften eingehen und ein eigenes Label ins Leben rufen? In einer Zeit, in der praktisch alle großen Klassik-Label ihre Produktion eingestellt oder zumindest stark gedrosselt hatten, fiel die Entscheidung nicht leicht – aber sie fiel einstimmig aus: zugunsten einer offiziellen Vertriebsplattform für die GENUIN-Aufnahmen. Und der Erfolg hat nicht lange auf sich warten lassen.

Das Label GENUIN hat sich in seinem zwölfjährigen Bestehen zu einem Geheimtipp unter Musikern und Musikliebhabern entwickelt. Schon vor dem Leipzig-Debüt im Oktober 2004, einem Antrittskonzert im Robert-Schumann-Haus mit Paul Badura-Skoda, wurden die CDs in den deutschlandweiten Vertrieb gebracht und von Fachpresse und Musikerwelt hochgelobt. Inzwischen werden GENUIN-CDs in den meisten Ländern Europas sowie in Japan, Süd-Korea, Hongkong und den USA vertrieben.

Das Erfolgsrezept von GENUIN: Die gesamte Produktion, also die Beratung der Künstler bei Aufnahmeraum und Repertoire, die Vorbereitung und Durchführung der Aufnahme selbst, der Schnitt mit allen notwendigen Korrekturen, generelle Entscheidungen beim Cover- und Bookletentwurf bis hin zur fertigen Veröffentlichung liegen in der Hand der Tonmeister. Nur so haben die Musiker den größtmöglichen Entfaltungsspielraum bei der Einspielung und Gestaltung ihrer CDs. Und gleichzeitig kann bis zuletzt eine gleichbleibend hohe Qualität garantiert werden.

GENUIN bietet auch abseits ausgetretener Pfade etablierten Künstlern genauso wie der Nachwuchsgeneration die Möglichkeit, Musik nach eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Das macht sich positiv bemerkbar für die Hörer der mittlerweile mehr als 300 GENUIN-CDs mit Interpreten wie Paul Badura-Skoda, Nicolas Altstaedt oder der Dresdner Philharmonie.


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