> > > Musik für Viola d'Amore: Werke von Schuchbauer, Guzinger, Pezold u.a.
Donnerstag, 27. Juni 2019

Musik für Viola d'Amore - Werke von Schuchbauer, Guzinger, Pezold u.a.

Ein außergewöhnliches Hochzeitsgeschenk


Label/Verlag: Genuin
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die CD von Anne Schumann und Klaus Voigt mit Kammermusik für Viola d'amore bietet allen Freunden barocker Instrumentalpolyphonie Gelegenheit, klangliche und kompositorische Neuentdeckungen zu machen.

Die CD von Anne Schumann und Klaus Voigt stellt Musik für die Viola d‘amore aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts vor. Dieses Instrument war im Barock aufgrund seines vollen, warmen Tons sehr beliebt. Es hatte den Ruf, Verliebte in ‚Lust und Freude‘ zu versetzen und Melancholiker aus ihrer Schwermut zu holen. In der Zeit der Empfindsamkeit erlebte die Viola d‘amore eine späte Blüte, was sie vor allem dem Komponisten und Viola-Virtuosen Carl Stamitz verdankte. Ihr Klang galt als die perfekte Verkörperung einer musikalischen Seelensprache. Man spielte sie meist mit möglichst vielen leeren Saiten, um ihre Klangwirkung nicht durch Griffe oder Vibrato zu verändern. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts verschwand das Instrument aber aus dem öffentlichen Musikbetrieb, da sein feiner, kleiner Klang im immer professioneller werdenden Konzertleben nicht in großen Sälen bestehen konnte und seine Spieltechnik als gekünstelt und unnatürlich angesehen wurde.

Die ausgewählte Viola d‘amore-Musik auf vorliegender, bei Genuin erschienenen CD ist der Musikaliensammlung des großen Dresdener Konzertmeisters Johann Georg Pisendel entnommen, der wegen seiner Ausbildung durch Torelli am Ansbacher Hof früh mit der süddeutschen Viola d‘amore-Tradition bekannt wurde. So erklingen das Trio A-Dur von Franz Simon Schuchbaucher, die Suite in A-Dur von Johann Peter Guzinger (die einzige Komposition der CD, die nicht aus Pisendels Sammlung stammt), zwei Trios in A-Dur und D-Dur eines anonymen Komponisten, die Partita für Viola d‘amore solo von Christian Pezold sowie die Ouvertüre A-Dur von Wilhelm Ganspeck. Das Programm der CD ist liebevoll ausgewählt, so dass dem Hörer die ganze klangliche Bandbreite der Viola d‘amore vorgestellt wird. Er wird mit immer neuen Klangfacetten überrascht, die das Instrument von seiner besten Seite zeigen.

Wunderschöne langsame, kantige schnelle Sätze

Die fünf Interpreten Anne Schumann (Viola d‘amore), Klaus Voigt (Viola d‘amore), Alison McGillivray (Cello), Petra Burmann (Theorbe, Barockgitarre) und Sebastian Knebel (Cembalo) gestalten die Musik mit viel Spielfreude und Engagement. (Engagement war übrigens auch bei der Finanzierung der Einspielung vonnöten, denn Schumann und Voigt ließen sich die benötigten Gelder von ihren Hochzeitsgästen und Verwandten schenken!). Einziger Kritikpunkt ist die oft zu direkt wirkende Aufnahmetechnik, die jedes Nebengeräusch der Saiten hörbar macht. Der Hörer bekommt zwar dadurch einen unmittelbaren Klangeindruck, doch hat dies besonders in der Solopartita von Pezold ungewollte Nebenwirkungen. So hört man glasklar, dass in den Sätzen 'Intrada' und 'Allemande' die Saiten des Instruments von Anne Schumann nicht problemlos ansprechen. Ihr Bogenstrich wirkt verhuscht und etwas kräftig. Lobenswert ist dagegen das Rondeau derselben Suite, die von Schumann sehr klangvoll und tonschön gespielt wird.

Schumanns und Voigts Interpretation des Trios von Schuchbauer wirkt ebenfalls etwas recht kantig. Sie hätten die melodiösen Läufe und Terzpassagen ein wenig langsamer spielen können, um mehr (Klang-)Raum für ihre anspruchsvollen Violen zu gewinnen. Man gewöhnt sich im Laufe der CD an die Eigenarten des Instruments, doch scheinen die Tempi in den schnellen Sätzen für den behäbigen Klang dieser besonderen Bratschen etwas zu furios gewählt zu sein. Umso schöner sind die langsamen Sätze, wie das erste 'Adagio' von Schuchbauer, das Menuett von Guzinger oder das 'Adagio' Nr. 13 (Anonymus). Hier ist auch die wunderbare Begleitung durch Knebel und Burmann erwähnenswert, die den beiden Streichern ein breit aufgefächertes, vielfach umspieltes Akkordfundament bauen.

Die CD hat also neben den erwähnten klanglichen Eigenheiten auch viele schöne Momente zu bieten, die die Aufnahme für alle Freunde barocker Instrumentalpolyphonie zu einer lohnenden Entdeckung macht.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Musik für Viola d'Amore: Werke von Schuchbauer, Guzinger, Pezold u.a.

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Genuin
1
22.10.2010
Medium:
EAN:

CD
4260036251838


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Genuin

Im Jahr 2002 standen die jungen Tonmeister von GENUIN vor einer wichtigen Entscheidung: Sollte man sich weiterhin lediglich auf das Aufnehmen und Produzieren konzentrieren, oder auf die zahlreichen Nachfragen und positiven Rückmeldungen von Musikern und Fachzeitschriften eingehen und ein eigenes Label ins Leben rufen? In einer Zeit, in der praktisch alle großen Klassik-Label ihre Produktion eingestellt oder zumindest stark gedrosselt hatten, fiel die Entscheidung nicht leicht – aber sie fiel einstimmig aus: zugunsten einer offiziellen Vertriebsplattform für die GENUIN-Aufnahmen. Und der Erfolg hat nicht lange auf sich warten lassen.

Das Label GENUIN hat sich in seinem zwölfjährigen Bestehen zu einem Geheimtipp unter Musikern und Musikliebhabern entwickelt. Schon vor dem Leipzig-Debüt im Oktober 2004, einem Antrittskonzert im Robert-Schumann-Haus mit Paul Badura-Skoda, wurden die CDs in den deutschlandweiten Vertrieb gebracht und von Fachpresse und Musikerwelt hochgelobt. Inzwischen werden GENUIN-CDs in den meisten Ländern Europas sowie in Japan, Süd-Korea, Hongkong und den USA vertrieben.

Das Erfolgsrezept von GENUIN: Die gesamte Produktion, also die Beratung der Künstler bei Aufnahmeraum und Repertoire, die Vorbereitung und Durchführung der Aufnahme selbst, der Schnitt mit allen notwendigen Korrekturen, generelle Entscheidungen beim Cover- und Bookletentwurf bis hin zur fertigen Veröffentlichung liegen in der Hand der Tonmeister. Nur so haben die Musiker den größtmöglichen Entfaltungsspielraum bei der Einspielung und Gestaltung ihrer CDs. Und gleichzeitig kann bis zuletzt eine gleichbleibend hohe Qualität garantiert werden.

GENUIN bietet auch abseits ausgetretener Pfade etablierten Künstlern genauso wie der Nachwuchsgeneration die Möglichkeit, Musik nach eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Das macht sich positiv bemerkbar für die Hörer der mittlerweile mehr als 300 GENUIN-CDs mit Interpreten wie Paul Badura-Skoda, Nicolas Altstaedt oder der Dresdner Philharmonie.


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