> > > Wilhelm Backhaus in New York: Klavierwerke von Ludwig van Beethoven
Sonntag, 21. Juli 2019

Wilhelm Backhaus in New York - Klavierwerke von Ludwig van Beethoven

Höhere Sprödigkeit


Label/Verlag: Profil - Edition Günter Hänssler
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Backhaus und Beethoven, ?kühl bis ans Herz hinan?.

Wilhelm Backhaus galt stets als einer der besten und deutschesten Beethoven-Spieler. Von Schnabel und Serkin hob sich sein zuverlässiges Virtuosentum vorteilhaft ab. (Er war der in Deutschland seltene Fall des manuellen Alleskönners, dem ‚Handwerkliches’ so unverzichtbar scheint wie die ‚Substanz’ eines Musikstücks.) Von Elly Ney, der unverbesserlichen Nazisse, setzte Backhaus sich durch einige Distanz zum Nationalsozialismus ab – zumindest in den Nachkriegsjahren. Wenn irgendeiner ihm nahe kam, so der deutsche Chilene Claudio Arrau, der allumfassendes technisches Vermögen und geistige Durchdringung, unaufgeregte Innerlichkeit und höhere Sprödigkeit miteinander verband.

Bei der Profil Edition Günter Hänssler ist der Mitschnitt einiger Auftritte des etwa siebzigjährigen, manuell und geistig vollkommen intakten Musikers erschienen: ‚Wilhelm Backhaus in New York. Live Recordings from Carnegie Hall.’ Zwei CDs bieten Beethovensonaten – von op. 10/1, und op. 13 (‚Pathétique’) über op. 31/ 2 (‚Der Sturm’) zur späten Schaffensphase: Sonatine G-Dur, op. 79, Sonate op. 81a (‚Les Adieux’) und – unvermeidlicher Höhepunkt –: op. 111. Am Anfang steht das G-Dur-Klavierkonzert (Nr. 4) mit Guido Cantelli, dem Dirigentenwunderkind der 50er Jahre, und den – im Tutti allzu pompösen – New Yorker Philharmonikern in staunenswerter Munterkeit und Frische dargeboten. Sämtliche Aufnahmen datieren aus den Jahren 1954-1956.

Es handelt sich um ungemein klare, wohlartikulierte Wiedergaben in einer manchmal fast schmerzhaften Nüchternheit und Diskretion. Klangliche oder geistige Nebel, Klebrigkeiten der Empfindung, ‚romantische’ Selbstbespiegelung wird man nirgendwo finden. (Nuancen des Anschlags und des Rubato sehr wohl.) Was ‚Pathos’ oder ‚Sentiment’ bedeutet, scheint dieser Musiker schlechterdings nicht zu wissen. Dies wirft die Frage auf, ob Backhaus’ Haltung nicht eher britischen als deutschen Musizierklischees entspricht. Solomon, überragender englischer Beethoven-Spieler, berühmt für gnadenlos asketische, kitschferne Darstellungen, kann neben Backhaus beinahe teutonisch scheinen.

Backhaus gibt vier Encores: Schuberts As-Dur-Impromptu, Schumanns 'Warum’, op. 12/ 3 – das fast ein Markenzeichen Backhaus’ wurde –, Brahms’ Intermezzo, op. 119/ 3, und Liszts Phantasie über Schubertsche Themen: 'Valses Caprices’, Nr. 6. Auch hier, wo Innigkeit und Süße locken, bleibt Backhaus unerschütterlich gelassen – nicht ohne, durchaus überraschend, die Zugaben durch kurze Improvisationen zu verbinden. Für dieses eine Mal wird sichtbar, wie tief dieser Musiker, geboren 1884, im romantischen 19. Jahrhundert wurzelt.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Wilhelm Backhaus in New York: Klavierwerke von Ludwig van Beethoven

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Profil - Edition Günter Hänssler
2
02.11.2009
Medium:
EAN:

CD
881488100068


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Profil - Edition Günter Hänssler

Profil - The fine art of classical music
EDITION GÜNTER HÄNSSLER - EIN LABEL MIT "PROFIL"
Bei der Gründung seiner "EDITION GÜNTER HÄNSSLER" und dem neuen Label "PROFIL" betrat Produzent Günter Hänssler, der ehemalige Chef des erfolgreichen Labels Hänssler Classics, mit einer ganz klaren Philosophie und Zielsetzung den Klassik-Markt:
"Nur ein Label mit einem klaren PROFIL, mit einem eindeutigen Wiedererkennungseffekt hat heute noch eine Chance auf dem heiß umkämpften CD-Markt - um die Liebhaber klassischer Musik heute mit einem Produkt zu überzeugen braucht man Originalität, Innovation und optimierte Vertriebswege."
Der Name PROFIL ist Programm. Günter Hänssler denkt in Serien. Nur groß angelegte Projekte haben heute noch eine Chance, sich nachhaltig auf dem Markt wiederzufinden. So entstanden international hoch gepriesene und mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnete Editionen wie die EDITION STAATSKAPELLE DRESDEN oder die GÜNTER WAND EDITION.
Die Repertoire-Politik ist charakteristisch. Eine Auswahl erster internationaler Künstler finden sich im Programm von PROFIL ebenso wieder wie erfolgreiche Newcomer der Klassikszene, darunter das mehrfach preisgekrönte Klenke-Quartett, das in der Interpretation von Kammermusik in den letzten Jahren neue Maßstäbe setzen konnte.
Ergänzt wird das Repertoire durch ausgewählte, digital aufwendig restaurierte historische Aufnahmen, Interpretationen von legendärem Ruf in neuer, bisher nicht gekannter digitaler Klangqualität. Auf diese Weise schlägt PROFIL die Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und versteht sich so auch als Bewahrer musikalischer Traditionen.
PROFIL: Ein Programm - eine Verpflichtung aus Tradition!


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