> > > Haydn, Joseph: Klaviersonaten Hob. XVI: 34, 35, 44, 48 & 52
Dienstag, 18. Juni 2019

Haydn, Joseph - Klaviersonaten Hob. XVI: 34, 35, 44, 48 & 52

Verbannte Emotionen


Label/Verlag: Profil - Edition Günter Hänssler
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Im Gegensatz zur barocken Klavierwelt findet Jewgenij Koroliov zu Haydns Sonaten kaum einen pianistisch überzeugenden Zugang.

Der russische Pianist Jewjenij Koroliov ist vor allen Dingen bekannt für seine mehrfach hoch gelobte und ausgezeichnete Auseinandersetzung mit der Klavierliteratur des Barock. Dass seine Einspielungen von Bachs 'Wohltemperiertem Klavier, der ‚Goldbergvariationen’, der 'Kunst der Fuge’ oder auch Händels Klaviersuiten auf dem modernen Konzertflügel sogar von Tastenpuristen und Verfechtern Historischer Aufführungspraxis anerkannt werden, spricht für sich. Was dabei herauskommt, wenn er sich mit Haydn befasst, kann man auf diesem, beim Label Edition Günter Hänssler erschienenen und mit dem SWR koproduzierten Album erfahren.

Eine Auswahl von fünf größtenteils gängigen Sonaten spielt Koroliov hier auf dem Steinway, und schnell stellt man schon in der C-Dur-Sonate Hob. XVI:35 fest, dass Koroliovs Faible für barockes Klaviergut auf Haydn abfärbt. Leider ganz und gar nicht zum musikalischen Vorteil, denn klar und plastisch kommen zwar einerseits die Stimmen zum Vorschein; doch pflegt Koroliov andererseits eine allzu sachliche pianistische Lesart, die sich überwiegend in einem dynamisch kaum differenzierten, konstant nüchternen Mezzoforte-Bereich abspielt. Fast scheint es stellenweise, als wolle er jedwede Emotionen mutwillig aus dem Notentext verbannen und Haydns Musik bewusst auf eine rein mathematisch-geometrische Ebene projizieren.

Am besten gelingen ihm noch der Kopfsatz der e-Moll-Sonate Hob. XVI:34, das Rondo der Sonate C-Dur Hob. XVI:48 und das 'Presto’-Finale des Es-Dur-Schwesterwerks Hob. XVI:52, in denen er wirklich einmal die Spritzigkeit und Originalität von Haydns Musik einfangen kann. Völlig blass bleiben hingegen der Finalsatz der genannten e-Moll-Sonate oder die komplette Sonate in G-Dur Hob. XVI:44. Nicht nur wählt Koroliov darin über Gebühr träge Tempi, sondern er spricht auch agogisch eine in sich unbewegliche, schwerfällige Sprache mit entschieden zu ausgeprägter Tendenz zum Portato; auch den Mittelsätzen fehlt es generell überwiegend an Wärme und Sinn fürs Kantable. Eine sonderlich aussagekräftige Sicht auf die zum Schluss erklingende Rarität des einzelnen Sonatensatzes Es-Dur Hob. deest erhält man dementsprechend leider auch nicht.

Alles in allem gehört diese CD somit zu den eindeutig schwächeren unter den vielen in diesem Jahr vorgelegten Neueinspielungen von Haydn-Sonaten – wie man sie mit wirklichem Leben erfüllt, hat z.B. Marc-André Hamelin mit der Fortsetzung seines Zyklus’ vorgemacht, der übrigens auch drei der vorliegenden Werke enthält.

Interpretation:
Klangqualität:
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Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Haydn, Joseph: Klaviersonaten Hob. XVI: 34, 35, 44, 48 & 52

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Profil - Edition Günter Hänssler
1
30.11.2009
EAN:

881488100020


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Profil - Edition Günter Hänssler

Profil - The fine art of classical music
EDITION GÜNTER HÄNSSLER - EIN LABEL MIT "PROFIL"
Bei der Gründung seiner "EDITION GÜNTER HÄNSSLER" und dem neuen Label "PROFIL" betrat Produzent Günter Hänssler, der ehemalige Chef des erfolgreichen Labels Hänssler Classics, mit einer ganz klaren Philosophie und Zielsetzung den Klassik-Markt:
"Nur ein Label mit einem klaren PROFIL, mit einem eindeutigen Wiedererkennungseffekt hat heute noch eine Chance auf dem heiß umkämpften CD-Markt - um die Liebhaber klassischer Musik heute mit einem Produkt zu überzeugen braucht man Originalität, Innovation und optimierte Vertriebswege."
Der Name PROFIL ist Programm. Günter Hänssler denkt in Serien. Nur groß angelegte Projekte haben heute noch eine Chance, sich nachhaltig auf dem Markt wiederzufinden. So entstanden international hoch gepriesene und mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnete Editionen wie die EDITION STAATSKAPELLE DRESDEN oder die GÜNTER WAND EDITION.
Die Repertoire-Politik ist charakteristisch. Eine Auswahl erster internationaler Künstler finden sich im Programm von PROFIL ebenso wieder wie erfolgreiche Newcomer der Klassikszene, darunter das mehrfach preisgekrönte Klenke-Quartett, das in der Interpretation von Kammermusik in den letzten Jahren neue Maßstäbe setzen konnte.
Ergänzt wird das Repertoire durch ausgewählte, digital aufwendig restaurierte historische Aufnahmen, Interpretationen von legendärem Ruf in neuer, bisher nicht gekannter digitaler Klangqualität. Auf diese Weise schlägt PROFIL die Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und versteht sich so auch als Bewahrer musikalischer Traditionen.
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