> > > Schöllhorn, Johannes: Werke für Orchester, Ensemble & Chor
Sonntag, 25. August 2019

Schöllhorn, Johannes - Werke für Orchester, Ensemble & Chor

Solide


Label/Verlag: aeon
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die erste Portrait-CD des Hannoveraner Komponisten Johannes Schöllhorn.

Eine Portrait-CD mit fünf Werken des in Hannover lehrenden Komponisten Johannes Schöllhorn hat jetzt das französische Label aeon veröffentlicht. Soweit ersichtlich, ist dies die erste allein Schöllhorn gewidmete CD, einzelne Einspielungen sind auf diversen musikalischen Anthologien verstreut. Die vorliegend eingespielten Kompositionen entstanden zwischen 1995 und 2002. Entsprechend fehlen neuere Werke.

Worte

Das älteste ist die 'Suite' (1995) für Schlagzeug, Harfe und Klavier. Das Stück ist ein Extrakt von Schöllhorns Kinderoper 'Les Petites Filles modèles', für den er sieben Instrumentalsätze aus der Oper entnahm. Der Titel 'Kazabana' (1998, für Ensemble) wurde aus den japanischen Wörtern ,kaze' für Wind und ,hana' für Blüte zusammengesetzt. ,'Tiento' (1999) für Gitarre und Ensemble nimmt ebenfalls die Bedeutung des Titels auf: Hier werden die Saiten behutsam ,befühlt' und ,betastet'. Ohne Instrumente und auch ohne intonierte Wörter kommt das Chorstück 'Senza parole' (2000) aus. Gleichwohl ist jeweils ein Wort Titel und Ausgangspunkt eines der vier Sätze: luce, mare, abisso, eco, also Licht, Meer, Abgrund und Echo. Diese Worte hat Schöllhorn einem Gedicht von Giuseppe Ungaretti entnommen. Das neueste Werk ist 'Lui-Yi / Wasser' (2002) für Orchester. 'Liu-Yi' soll für die Zahlen 6 und 1 stehen, die auf magische Weise Wasser entstehen lassen. Es ist aber auch der Name eines chinesischen Kaisers.

Johannes Schöllhorns hier vorgestellte Werke sind recht unauffällig. Etwas holzschnittartig ließe sich sagen, die Werke Schöllhorns haben genau den Gestus und Klang der zeitgenössischen Musik, den zeitgenössische Musik heute zu haben hat. Wirkliche Überraschungen sind eher rar. Die Stücke sind gut gearbeitet, sehr genau, klar gegliedert und gut durchgehört. Eine eigene Handschrift, an der man eine Komposition von Schöllhorn sofort als solche erkennen könnte, fehlt allerdings. Es geht eher akademisch gesittet zu, Überraschungen sind spärlich gestreut. Hübsche Kristalle, nicht weiter aufregend.

Standard

Die Texte zu den einzelnen Werken im Booklet sind leider – wie allzu oft üblich – vom Komponisten selbst verfasst. So als ob er selbst nicht nur musikalisch, sondern auch mit Worten der beste Interpret eigener Werke wäre. Dazu gibt es noch ein weitgehend in akademischen Zuordnungen verharrendes Gespräch des Komponisten mit Martin Kaltenecker.

Die Interpretationen der diversen Ensembles (Das Neue Ensemble und das WDR Sinfonieorchester Köln unter Johannes Kalitzke und Johannes Schöllhorn, der WDR Rundfunkchor Köln unter Thomas Eitler) sind technisch sauber, die Klangfarben gut heraus gearbeitet, die Geschwindigkeiten den Details angemessen, die dynamischen Explosionen tun ihre Schuldigkeit nach gegenwärtigem Standard. Insgesamt eine handwerklich solide Arbeit.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Patrick Beck Kritik von Patrick Beck,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Schöllhorn, Johannes: Werke für Orchester, Ensemble & Chor

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
aeon
1
01.03.2009
Medium:
EAN:

CD
3760058368633


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aeon

Äon bedeutet im Altgriechischen soviel wie Zeitalter bzw. Ewigkeit. Wenngleich letztendlich keine Aufnahme für die Ewigkeit sein kann, so kann sie doch zumindest Gültigkeit für ein Zeitalter oder Menschenalter beanspruchen. Diesem nicht geringen Anspruch versucht man bei AEON mit bereits fast hundert Titeln gerecht zu werden. Für seine Einlösung spricht, dass das Label seit seiner Gründung 2001 schnell zu einer der ersten Adressen aus Frankreich wurde. Den Labelgründern Damien und Kaisa Pousset ist es wichtig, einen Katalog zu schaffen, dessen einzelne Titel jeweils als ultimative Intention der beteiligten Musiker verstanden werden können. Künstler wie Alexandre Tharaud, Andreas Staier, Felicity Lott oder das Quatuor Ysaÿe haben hier Aufnahmen vorgelegt, die woanders so sicherlich nicht möglich gewesen wären. Der Katalog von AEON umfasst im Wesentlichen drei Hauptschwerpunkte: monographische CDs mit Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts, dann das breitere, klassische Repertoire, das durch ausgewählte Künstler und Ensembles bestritten wird, sowie die frühe Musik des Mittelalters.


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