> > > Weihnachten im Bremer Dom: 27 deutsche und internationale Weihnachtslieder
Samstag, 25. Mai 2019

Weihnachten im Bremer Dom - 27 deutsche und internationale Weihnachtslieder

Heisses Pflaster St. Petri


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Eine herrlich klassische, ja fast hoffnungsfroh altmodische Weihnachtsmusik-CD.

Da kurz vor dem ersten Advent auf den Weihnachtsmärkten der Verkauf von Eis und kühlen Cocktails das Geschäft sicherlich weitaus mehr belebt hätte, als heißer Glühwein und der Nikolaus heuer eher auf dem Surfbrett als auf dem Schlitten anreiste, ist die Kuriosität, eine Weihnachtsplatte mitten im Juli bei 30 Grad Celsius aufzuzeichnen, gar nicht mehr so außergewöhnlich. So nämlich geschehen zwischen dem 19. und 21. Juli dieses Jahres im Bremer Dom St. Petri. Der bei den Bremern so beliebte Weihnachtsliederabend, seit fast 80 Jahren in diesem Dom geradezu institutionalisiert, feiert nun endlich, in Kooperation von cpo und Radio Bremen, seine Premiere auf dem Silberling. Es ist eine klangschöne, behagliche Scheibe mit wohlvertrautem Weihnachtsliedgut geworden, die der Leiter des Domchors, Wolfgang Helbich, im Verbund mit dem Mädchenchor der Bremer Domsingschule, der Kammer Sinfonie Bremen und den Solisten Dorothee Mields, Waltraud Hoffmann-Mucher und Matthias Gerchen im heißen Juli aufgenommen hat.

Friedvoll und Stimmungsvoll

‚Was macht der Weihnachtsmann im Juli?’, fragt der Kinderbuchautor Raymond Briggs und zeigt das exzessive Urlaubstreiben des Weißbärtigen. Und was macht Wolfgang Helbich? Der sammelt bei über 30 Grad Ensembles um sich und produziert eine Weihnachtsplatte, die so unprätentiös, so unspektakulär daher kommt, die mit energetischer Festlichkeit friedvoll und stimmungsvoll Weihnachtslieder in programmatischer Abfolge des Weihnachtsgeschehens präsentiert. Schlicht und doch äußerst kunstvoll. Dorothee Mields, die ihren am Barock geschulten Sopran immer gerne in den Dienst vernachlässigten und bei cpo ersteingespielten Repertoires (wie zum Beispiel Gottfried Heinrich Stölzels Kammerkantaten) stellt, formt aus ‚O Jesulein süß’ aus Schemellis Gesangbuch von Bach ebenso schlichte, aber wirkungsvolle Phrasen wie eingangs im Hymnus ‚Veni Redemptor gentium’ und ergänzt sich mit dem Alt von Waltraud Hoffmann-Mucher, die mit Wolfgang Helbich für cpo bereits apokryphe Bach-Kantaten eingespielt hat, in Max Regers ‚Uns ist geboren ein Kindelein’ und ‚Mariä Wiegenlied’ auf geschmeidig homogene Weise. Ein besonderer Glanzpunkt dieser CD ist das Duett der beiden Frauenstimmen in ‚Stille Nacht’ im Originalsatz Franz Grubers für zwei Stimmen und Gitarre. Beide singen melodiebetont, klar und immer an der Gesangslinie orientiert, raumfüllend und doch von großer Intimität geprägt. Auch Matthias Gerchen überzeugt durch seinen stimmsicheren, nie eng werdenden Bass in Joseph Schnabels ‚Transeamus’. Der Mädchenchor der Bremer Domsingschule intoniert wunderbar sauber, frisch und lebendig, völlig unangestrengt und mit hörbarer Freude am Gesang. Der Domchor, groß besetzt, aber in allen Stimmen organisch disponiert, singt a cappella wie auch instrumental von der Kammer Sinfonie Bremen solide und klangschön begleitet in großer Transparenz, in ausgezeichneter Artikulation und einer Textdeutlichkeit, die einem das Mitlesen meist erspart. Wolfgang Helbich führt die Ensembles mit enormer Stringenz durch das Programm. Er dirigiert mit ruhiger, aber Kontur schaffender Hand und stets im Duktus festlicher Rahmung.

Eine herrlich klassische, ja fast hoffnungsfroh altmodische Weihnachtsmusik-CD.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Erik Daumann Kritik von Erik Daumann,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Weihnachten im Bremer Dom: 27 deutsche und internationale Weihnachtslieder

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
cpo
1
20.11.2006
59:13
2006
EAN:
BestellNr.:

761203723829
777 238-2


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Bach, Johann Sebastian
 - O Jesulein süß -
 - Ich steh an deiner Krippen hier -
Crüger, Johann
 - Wie soll ich dich empfangen -
 - Fröhlich soll mein Herze springen -
Eccard, Johannes
 - Übers Gebirg Maria geht -
 - Vom Himmel hoch da komm ich her -
 - In dulci jubilo -
Gruber, Franz
 - Titel des Werkes -
Helbich, Wolfgang
 - Adese fideles -
 - Die Nacht ist vorgedrungen -
 - O Heiland, reiß die Himmel auf -
 - Freu dich, Erd und Sternenzelt -
 - Engel haben Himmelslieder -
 - Kinderlein zart -
 - Still, Still, Still -
Othegraven, August von
 - Transeamus -
Praetorius, Michael
 - Es ist ein Ros entsprungen -
Reger, Max
 - Uns ist geboren ein Kindelein -
 - Maria Wiegenlied -
 - Kommt und lasst uns Christum ehren -
Riem, Wolfgang Friedrich
 - Ehre sei Gott -
Schein, Johann Hermann
 - Gelobest seist du, Jesu Christ -
Schnabel, Joseph
 - O sanctissima -
Schroeder, Hermann
 - Liebe Nachtigal, wach auf -
Traditionell,
 - Veni Redemptor gentium - Gregorianischer Hymnus aus dem Klosternburger Hymnar
 - Es wird schon gleich dunkel -
 - Stille Nacht -


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Dirigent(en):Helbich, Wolfgang
Orchester/Ensemble:Kammer Sinfonie Bremen
Interpret(en):Röllecke, Beate
Fischer, Tim
Baumgratz, Wolfgang
Gerchen, Matthias
Hoffmann-Mucher, Waltraud
Mields, Dorothee


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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