> > > Schönberg, Arnold: Stücke für Orchester op. 16 Nr. 1 - 5
Samstag, 4. Februar 2023

Schönberg, Arnold - Stücke für Orchester op. 16 Nr. 1 - 5

Schönberg ist tot. Es lebe Schönberg!


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Naxos bietet hier für wenig Geld einen sehr reizvollen Querschnitt durch das Schaffen von Arnold Schönberg von der frühen freitonalen Zeit bis hin zum späten ‘amerikanischen’ Schönberg.

Mit den fünf Orchesterstücken op. 16 beginnt die CD mit einem von Schönbergs bekanntesten Werken. Mit wunderbar durchsichtigem Klang sind die einzelnen Motive gut erarbeitet und die komplexe Werkstruktur wird nachhörbar, ausgewogen und mitreißend präsentiert. Die Orchesterfarben werden in der demokratischen Gleichberechtigung der Stimmen gegenüber der Streicherlastigkeit des 19. Jahrhunderts direkt ‘fasslich’, um ein Schönbergsches Lieblingswort zu gebrauchen.

Es folgen das Cello-Konzert D-Dur nach Georg Matthias Monn und die orchestrierte Fassung des Klavierquartettes g-Moll, op. 25 von Johannes Brahms, also ein Frühklassiker und ein Romantiker. Reizvoll wird diese Zusammenstellung, da sie Schönbergs Blick auf die Musikgeschichte und seine eigene Positionierung in ihr nachvollziehbar werden lässt. Aneignung und Umgang mit Tradition gestalten sich für Schönberg dergestalt, dass der Monn radikal umgearbeitet, also quasi durch seine Hand veredelt wird. Bei der Bearbeitung des Brahms-Quartetts hingegen behauptete Schönberg, der Brahms sehr verehrte, nur das gemacht zu haben, ‘was Brahms selbst getan hätte’. Der Meister der Romantik sollte seinen charakteristischen Ton behalten. Schon allein aus diesem Grund ist es lobend zu erwähnen, dass auch endlich einmal Bearbeitungen berücksichtigt werden.

Das Cello-Konzert ist ursprünglich Pablo Casals gewidmet, und sogar der schreckte vor dem technisch äußerst anspruchsvollen Part zurück. Fred Sherry verleiht ihm jedoch den angemessenen, temperamentvoll emotionalen Klang, mit dem Schönberg das Werk ausgestattet hatte. Einen Kontrast, der nicht größer sein könnte, bildet das mitreißende Bravourstück von Brahms. Natürlich klingt es nach Brahms, sehr romantisch, wienerisch, nordisch, zigeunerhaft – was auch immer man für Attribute für die einzelnen Sätze wählen mag. Allein mit dem durch Schönbergs eigene Ideen eingefügten Schlagwerk lugt manchmal das 20. Jahrhundert durch die Tür und lässt die Orchesterfarben an Mahler gemahnen.

Das Booklet ist ausschließlich englisch, mit den üblichen Informationen. Einige kluge analytische Bemerkungen von Dirigenten Robert Craft selbst sind nur anhand der Noten nachvollziehbar und richten sich eher an die musiktheoretisch vorgebildeten Hörer und Liebhaber. Craft selbst ist eine Referenz für Stravinsky und Schönberg, er kannte beide und ist durch Veröffentlichungen von Interviews mit den Meistern sowie theoretischen Werken international bekannt.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Schönberg, Arnold: Stücke für Orchester op. 16 Nr. 1 - 5

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Naxos
1
23.10.2006
Medium:
EAN:

CD
747313252428


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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