> > > Mussorgsky, Modest: Bilder einer Ausstellung (für Blechbläser, Orgel & Schlagzeug)
Mittwoch, 13. November 2019

Mussorgsky, Modest - Bilder einer Ausstellung (für Blechbläser, Orgel & Schlagzeug)

In ausgefallener Instrumentierung


Label/Verlag: perc.pro
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Ein Einspielung in neuer Instrumentierung, die einen gewissen seltenheitswert besitzt, jedoch mehr verspricht als sie hält.

‘Bilder einer Ausstellung’ für Blechbläser, Orgel und Schlagzeug; beim Label perc.pro eingespielt lässt dieser Titel wegen seiner ungewöhnlichen Instrumentation sicher so manchen Hörer neugierig werden. Außerdem enthält die CD Auszüge der Peer Gynt Suite von Edward Grieg in einer Bearbeitung für die gleiche Besetzung. Bearbeitet hat das Ludwigsburger Blechbläser Quintett die Werke selbst in Zusammenarbeit mit dem Organisten Christian Schmitt und dem Schlagzeuger Michael Gärtner, die selbst auch zu hören sind. Das Bläser Quintett bestehend aus Klaus Ulrich Dann (Trompete, Flügelhorn), Hubertus v. Stackelberg (Trompete, Flügelhorn), Harald Domes (Horn), Matthias Jauß (Posaune, Baryton) und Stefan Ambrosius (Tuba) wird durch den Gasttubisten David Polkinhorn erweitert.

Solide Interpretation...

Das Ensemble bietet eine solide Interpretation der Werke. Es zeichnet sich durch sichere Intonation aus. Es wird dynamisch nuanciert musiziert und alle Tempi sind gut und schlüssig gewählt. Insofern machen die Musiker alles ‘richtig’. Jedoch hätten sie die kammermusikalische Besetzung noch mehr ausnutzen können für größere Feinheiten im Zusammenspiel.

fragwürdige Instrumentierung...

Wer sich aber von der Besetzung und Neuinstrumentation der Werke viel versprochen hat wird sicher enttäuscht werden. Wie bereits erwähnt haben die Musiker die eingespielten Werke in gemeinsamer Arbeit für ihre Besetzung selbst bearbeitet. Doch wenn man das Ergebnis hört fragt man sich manches mal: warum? Schon bei Griegs Morgenstimmung, dem Eröffnungssatz der CD ist die Besetzung verfehlt; mit einem Blechbläser Ensemble ist es eben nahezu unmöglich, gebrochene Akkorde in Sextolen leicht und fließend klingen zu lassen. Dagegen erhält ‘Ases Tod’ einen passenden sakralen Klang. Auch die ‘Halle des Bergkönigs’ oder ‚Anitras Tanz’ bekommen durch die gewählten Instrumente einen passenden, leicht grotesken Charakter.

Wie in den Auszügen aus der Peer-Gynt-Suite (warum Auszüge, warum kein Hinweis im Booklet, dass es sich um Auszüge aus den Suiten handelt und warum in einer Reihenfolge, die nicht einmal dem dramatischen Verlauf des Dramas entspricht?) gibt es auch in den ‚Bildern einer Ausstellung’ für die Besetzung passende und weniger passende Sätze. Sehr häufig werden Bläser und Orgel getrennt verwendet und abwechselnd nebeneinandergestellt; sie verschmelzen aufgrund der Instrumentierung so selten zu einem Ensemble. Auch gibt es Ausnahmen wie die Tuileris in den Bildern einer Ausstellung, die Ansätze einer durchaus raffinierten Instrumentation erkennen lassen. Leider gehört ausgerechnet der Finalsatz ‘Das Heldentor’ zu den schwächer instrumentierten Sätzen.

Sparsames Booklet

Das Booklet enthält nur die wichtigsten Informationen zu Werken und Musikern in drei Sprachen (deutsch, englisch, französisch). Wie bereits erwähnt fehlt der Hinweis, dass es sich bei Peer Gynt hier um Auszüge aus den beiden Suiten op. 46 und 55 handelt. An der Aufnahmequalität gibt es nichts zu bemängeln, außer, dass die Orgel manchmal etwas zu leise wirkt, was aber durch die Besetzung entstehen könnte. Ein Einspielung in neuer Instrumentierung, die einen gewissen seltenheitswert besitzt, jedoch mehr verspricht als sie hält. Immerhin ist eine solide Interpretation der gängigen Werke zu hören.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Kritik von Markus Cella,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Mussorgsky, Modest: Bilder einer Ausstellung (für Blechbläser, Orgel & Schlagzeug)

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
perc.pro
1
15.05.2007
Medium:
EAN:

CD
4260029190182


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perc.pro

perc.pro, gegründet im Januar 2000, hat sich mittlerweile als kleines exklusives Klassiklabel etabliert.
Das Team um Michael Gärtner (Geschäftsleitung und Programm) und Thomas Sick (Presse und Marketing) setzt verstärkt auf ungewöhnliches und interessantes Repertoire. Neben der Zusammenarbeit mit dem Saarländischen Rundfunk im Bereich Orchestermusik ? die sich etwa in einer Porträt-CD des Komponisten Siegfried Matthus zu dessen 70. Geburtstag spiegelt ? oder der Kooperation mit dem Ludwigsburger BlechbläserQuintett (von dem bis jetzt zwei CDs erschienen sind), produziert das Label vor allem ausgewählte zeitgenössische Werke sowie Kammermusik und Solistenporträts. Hier wurden in den letzten Monaten mehrere Exklusivverträge mit jungen vielversprechenden Künstlern geschlossen. Eine erste CD mit dem mexikanischen Geiger Erasmo Capilla ist im Sommer 2006 erschienen.
Die Produktionen von perc.pro zeichnen sich durch eine hervorragende Klangqualität und informatives Begleitmaterial aus.


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