> > > Reger, Max: Es waren zwei Königskinder
Donnerstag, 28. Oktober 2021

Reger, Max - Es waren zwei Königskinder

Fast zu perfekt


Label/Verlag: Carus
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Dieses Mal mit dem Dresdner Kammerchor, der ihm bereits für die Einspielung des Requiems von Hasse für Carus zur Seite stand.

Das Jahr 1899 war für Max Reger ein äußerst produktives. Seinerzeit war er in Weiden, einem ‚Eldorado der Talentlosigkeit’, aber – wie Reger schrieb – ‚zum Arbeiten ist dieser Ort ideal’. Und so schuf er in kurzer Zeit Kammermusik, Lieder, die sieben Choralphantasien, weitere Orgelwerke sowie eine Reihe von Volksliedbearbeitungen für Männer- und gemischten Chor. Im Januar 1899 die ‚Neun ausgewählten Volkslieder für Männerchor’, im Juni ‚Sechs ausgewählte Volkslieder’ und im Dezember ‚Acht ausgewählte Volkslieder’. Hans-Christoph Rademann, der für Carus bereits zwei CDs mit Chorwerken Regers mit dem NDR Chor Hamburg eingespielt hat, lässt nun in dritter Folge Regers chorische Kameen glänzen. Dieses Mal mit dem Dresdner Kammerchor, der ihm bereits für die Einspielung des Requiems von Hasse für Carus zur Seite stand.

Einmal mehr bildet die Dresdner Lukas-Kirche die Aufnahmelocation. Im Hinblick auf Raumklang und Tiefenstaffelung ist dieser Ort sehr geeignet. Der Dresdner Kammerchor, in den Volksliedbearbeitungen für Männerchor unterstützt von Mitgliedern des Renner Ensembles Regensburg, greift diese akustischen Voraussetzungen dankbar auf und entschädigt durch einen profunden, satten, äußerst homogenen Chorklang. Die stimmlich geradezu drill-haft anmutend ausgebildete Sängerschar hat unter Hans-Christoph Rademann einen Grad an Klarheit und Transparenz, an perfekt ausbalancierter Homogenität erreicht, der dem Ensemble die Tore eines breiten Repertoires geöffnet hat. Ideale Voraussetzungen für Regers Volksliedbearbeitungen, die im Spannungsfeld von Volkstümlichkeit (durch den Bekanntheitsgrad der Melodien) und Kunstmusik (durch Regers intrikate Satzfaktur) liegen. Rademann führt den Chor mit gespannten Zügeln, verwaltet die und waltet über die Dynamik, fordert absolut punktgenau gesetzte Artikulation und Sprachdeutlichkeit ein. Perfekter kann man Chormusik kaum mehr bieten. Aber durchaus lebendiger. Denn dies ist das marginale Manko der Einspielung: sie ist fast zu perfekt, man vermisst das Herzblut, die blutvolle Textausdeutung, die Lebendigkeit. Unterkühlte Sterilität ist – bei aller Perfektion – kein wünschenswerter Faktor des Musikantischen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Erik Daumann Kritik von Erik Daumann,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Reger, Max: Es waren zwei Königskinder

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Carus
1
01.09.2006
57:35
2006
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
4009350832312
CAR83231


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"Mit ihrem in jeder Hinsicht ausgefeilten Chorsatz - im späten 19. Jahrhundert wohl nur mit Brahms‘ Chormusik vergleichbar - lassen Regers Volksliedersammlungen das Gros der damals üblichen Liedertafel-Arrangements weit hinter sich und setzten ein entsprechend ambitioniertes Ensemble voraus. Regers Volksliedsammlungen entstanden überwiegend in den Jahren 1898-1900, während der schaffensfreudigen Weidener Zeit. Trotz der für Reger typischen Chromatisierung im Tonsatz haben nicht wenige Sätze einen tänzerisch-bewegten Gestus. Neben vielen Feinheiten im Detail ist, etwa in den Sechs ausgewählten Volksliedern, besonders das Wandern der Melodie zwischen den Stimmen hervorzuheben - ein Moment dramaturgischer Steigerung im strophischen Aufbau. Hans-Christoph Rademann, einer der gefragtesten deutschen Chordirigenten seiner Generation, setzt hier mit seiner dritten Reger-CD die international prämierte CD-Reihe „Reger vocal“ bei Carus fort. Der von ihm geleitete Dresdner Kammerchor erreicht eine klanglich faszinierende Interpretation von größter Intensität und Klarheit. "


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Carus

Der Name Carus steht weltweit als ein Synonym für höchsten Anspruch und Qualität auf dem Gebiet geistlicher Chormusik. Dies betrifft nicht nur unsere zuverlässigen Noteneditionen vieler zu Unrecht in Vergessenheit geratener Werke. Es ist uns ein besonderes Anliegen, gerade diese Werke - oft als Weltersteinspielungen - auch in exemplarischen Interpretationen durch hochrangige Interpreten und Ensembles auf CD vorzulegen. Der weltweite Erfolg unseres Labels führte zur Erweiterung unseres Katalogs: Neben der Chormusik, die weiterhin den Schwerpunkt des Labels bildet, haben gerade in den letzten Jahren einige Aufnahmen barocker Instrumentalwerke internationale Beachtung gefunden. Unsere Zusammenarbeit mit erstklassigen Interpreten führte zu einer hohen Klangkultur, die mit der Verleihung vieler internationaler Preise honoriert wurde (Diapason d'Or, Preis der Deutschen Schallplattenkritik, Gramophone - Editor's choice).


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