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Donnerstag, 29. September 2022

Zender, Hans - Cabaret Voltaire & Mnemosyne

Am Rand der Sprache


Label/Verlag: Kairos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Mit großer Leichtigkeit und großer Stimme meistert sie, unterstützt vom glänzend spielenden Klangforum Wien, facettenreich und ausdrucksstark die vielfältigen Anforderungen.

Die Laut- und Klanggedichte Hugo Balls und die Hymnen Friedrich Hölderlins verbindet nicht viel. ,Jolifanto bambla o falli bambla’ schreibt der eine, ,Nämlich es reichen die Sterblichen eh an den Abgrund.’ der andere. Was trieb Hans Zender, diese so verschiedenen Gedichte zu vertonen? Bei näherer Betrachtung zeigen beide Dichter den selben Ausgangspunkt – die Unzufriedenheit mit der Sprache. Für Ball ist sie untragbar geworden, er benutzt selbst erfundene Worte. Hölderlin hatte mehr zu sagen, als er mit der Sprache sagen konnte, und verzweifelte daran.

Hans Zender als Komponist hat den Vorteil, mit der Musik auszudrücken zu können, was mit Sprache nicht möglich ist. Das ist ihm sehr gut gelungen, gerade mit der Vertonung von Hölderlins ,Mnemosyne’. Es ist, als schaute man Hölderlin beim Dichten zu, als materialisierten sich die Worte aus dem Geiste Hölderlins. Das Streichquartett webt ein seelisches Netz, eine dreidimensionale psychische Struktur um Hölderlins Worte. Gelegentlich illustriert Zender unauffällig. Der Klang ist vielgestaltig, man hört Geräusche, Gespinste, Glissandi, marcato-Arkkorde oder einen lang dauernden gleichmäßigen Rhythmus. Die Sängerin spricht zunächst, in der dritten Strophe wird gesungen.

In den Lautgedichten Hugo Balls versucht Zender die Atmosphäre nachzuzeichnen, was ihm sehr gut gelingt. Beispielhaft im bekanntesten Gedicht ,Karawane’: man hört schwimmend im Wüstensand der Dünenwellen den rufenden Beduinen. Das Kammerorchester ordnet sich der hier dominanten Sängerin unter.

Kongeniale Interpretin

Hans Zender benutzt die ihm eigene Technik der Ringmodulation. Die Stimme der Sprecherin/Sängerin behandelt er sehr virtuos und experimentell. Mit Salome Kammer konnte für die vorliegende Aufnahme eine kongeniale Interpretin gewonnen werden. Mit großer Leichtigkeit und großer Stimme meistert sie, unterstützt vom glänzend spielenden Klangforum Wien, facettenreich und ausdrucksstark die vielfältigen Anforderungen. Selten hört man eine Sängerin so hervorragend modulierend sprechen. Ein gut geschriebenes und ansprechend gestaltetes Booklet rundet diese ausgezeichnete Produktion ab.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Patrick Beck Kritik von Patrick Beck,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Zender, Hans: Cabaret Voltaire & Mnemosyne

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Kairos
1
16.11.2005
Medium:
EAN:

CD
9120010280207


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