> > > Arnold, Malcolm: Film Music
Mittwoch, 26. Februar 2020

Arnold, Malcolm - Film Music

Mit einem Touch royaler Noblesse


Label/Verlag: Chandos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Klangfarben, die dieses Orchester zu malen im Stande ist, sind wirklich grandios.

Zufälle gibt es nicht: Da habe ich vor einem Monat händeringend versucht, den Soundtrack von Malcolm Arnolds ‚Brücke am Kwai' zu bestellen, bis man mir nach Wochen mitteilte, dass die CD nicht mehr lieferbar sei. Dann fiel mir vor einigen Tagen die Liste der Neuerscheinungen des Vertriebes KOCH in die Hände. Und angeboten wurde eine CD mit der ‚River Kwai'-Suite. Na, herrlich! Zwar nicht die ganze Musik, aber die Highlights. Und mal ganz ehrlich: Eigentlich wollte ich ja doch in erster Linie den ‚River Kwai'-Marsch. Der ist auf dieser neuen CD mit dem London Symphony Orchestra unter Richard Hickox natürlich auch drauf. Und wie!!! Trommelwirbel, Ufta-Ufta, gestopfte Hörner quäken das Thema, dann die offenen Hörner in vollem Saft. Zwischenspiel und los: Die Trompeten pfeffern mit wahnwitzigem Vibrato im 50er Jahre-Stil, dazu eine ‚besoffene' Posaune, die mit Glissandi aus der so stramm paradierenden Reihe schwankt. Posaunen unter schmetternden Trompeten im Trio und dann alle Mann Vollgas; vor allem das Schlagwerk. Ansteckender, packender, farbiger kann man diese Musik nicht interpretieren. Das macht Hickox brillant. Dabei dirigiert er auch fulminant Haydn und überzeugend Sullivan. Hickox ist ein neues Licht am Dirigentenhimmel, das leider noch sehr blass leuchtet. Eine gewitzte PR-Maschinerie sollte da mal den Starkstrom anschalten!

Das London Symphony Orchestra, dem man seine Spitzenleistungen fast schon mit gelassener Selbstverständlichkeit abnimmt, muss für seine seit Jahrzehnten immer konstant hohe Perfektion erwähnt werden. Die Klangfarben, die dieses Orchester zu malen im Stande ist, sind wirklich grandios.

Und was bietet dieses CD sonst noch? Die kleine Suite für kleines Orchester mit der Musik aus ‚Whistle Down The Wind', ‚The Sound Barrier' - eine Rhapsodie für Orchester -, die Orchestersuite ‚Hobson's Choice' und die Suite ‚The Inn Of The Sixth Happiness'. Vieles davon klingt nach guten alten Miss Marple-Filmen mit Margaret Rutherford. Leger, flüssig und eben nach ‚British Light Music'; immer mit einem Touch royaler Noblesse und einem Spritzer militärischen Hochmutes.

In ‚The Sound Barrier' scheint sich Arnold als ‚ernsthafter' Komponist zeigen zu wollen. Doch dann klingt es wieder durch: Glockenspiel auf Cellokantilene. Das ist so wie mit überzuckerten Pralinen. Zu viel davon tut nicht gut. Und so passierte es, dass ich immer wieder auf Track 5 sprang: den ‚River Kwai'-Marsch.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 



Kritik von ,


Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Arnold, Malcolm: Film Music

Label:
Anzahl Medien:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Veröffentlichung:
Chandos
1
77:35
1992
2000
Medium:
BestellNr.:
CD
CHAN 9100

Cover vergössern

Arnold, Sir Malcolm Henry


Cover vergössern

Dirigent(en):Richard Hickox,
Interpret(en):London Symphony Orchestra, (Orchestra)


Cover vergössern

Chandos

Chandos Records was founded in 1979 by Brian Couzens and quickly established itself as one of the world's leading classical labels. Prior to forming the label, Brian Couzens, along with his son Ralph, worked for 8 years running a mobile recording unit recording for major labels (including RCA, Polydor, CFP, etc.) with many of the world's leading artists.
The company has championed rare and neglected repertoire, filling in many gaps in the record catalogues. Initially focussing on British composers (Alwyn, Bax, Bliss, Dyso, Moeran, Rubbra, Walton etc), it subsequently embraced a much wider field. Chandos' diverse catalogue contains over 2000 titles, from early music to contemporary, with composers from around the world. The company's aim is to present an exciting and varied selection of superbly recorded music to as many people as possible.
The following artists are strongly associated with, or exclusive to, the label: Richard Hickox, Matthias Bamert, I Fagiolini, Neeme Järvi, Louis Lortie, Jean-Efflam Bavouzet, Rumon Gamba, James Ehnes, Sir Charles Mackerras, David Parry, Valeri Polyansky, The Purcell Quartet, Gennady Rozhdestvensky, Howard Shelley, Simon Standage, Yan Pascal Tortelier, Vernon Handley, the BBC Philharmonic, BBC National Orchestra of Wales, the City of London Sinfonia and Collegium Muscium 90.
Chandos is universally acclaimed for the excellence of its sound quality and has always been at the forefront of technical innovation. In 1978, Chandos was one of the first to record in 16bit/44.1kHz PCM digital, as well as being one of the first to edit a digital recording completely in the digital domain (Holst: the Planet ? SNO/Gibson). In 1983, Chandos was one of the first to produce and release Compact Discs into the marketplace ? a revolution in the recorded music industry.
Today, Chandos has kept up with technology by recording mostly in 24bit/96kHz PCM but now also in DSD for producing ?surround sound? SACDs. Chandos releases at least five new recordings a month, together with imaginative re-issues of back-catlogue material.
The company has received countless awards, including several Gramophone Awards, notably the 2001 ?Record of the Year? for Richard Hickox?s recording of the original version of Vaughan Williams? A London Symphony; ?Best Choral Recording of 2003? for its recording of an undiscovered mass by Hummel and the ?Best Orchestral Recording? of 2004 for its set of Bax Symphonies. Other highlights include the American Grammy for Britten?s opera Peter Grimes, and most recently (2008), two further Grammy Awards, one for Hansel and Gretel and the other for Grechaninov?s Passion Week. Jean-Efflam Bavouzet?s debut on Chandos was also awarded Record of the Year by Monde de la Musique this year.
Chandos remains an independent, family run company which produces and markets its recordings from its office in Colchester, England, and is distributed worldwide.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Chandos:

  • Zur Kritik... Fern von Frankreich: Tempesta di Mare versucht sich an französischen Opernsuiten. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Mährisch-böhmisches Barock: Die Harmonious Society of Tickle-Fiddle Gentlemen setzt sich mit großer Überzeugungskraft für Musik jenseits der ganz großen Namen ein. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Empfinden von Jenseitigkeit: Hauptsächlich englische und schwedische Werke singt auf sehr hohem Niveau der schwedische Kammerchor unter Simon Phipps. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
blättern

Alle Kritiken von Chandos...

Weitere CD-Besprechungen von :

blättern

Alle Kritiken von ...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Wiedergeburt der Opera buffa: Die Oper 'Die vier Grobiane' von Ermanno Wolf-Ferrari überzeugt im Livemitschnitt aus München unter der Leitung von Ulf Schirmer. Weiter...
    (Karin Coper, )
  • Zur Kritik... Gerechtigkeit für Kuhnau: Johann Kuhnau widerfährt mit dieser Reihe zweifellos Gerechtigkeit. Die Musik steht, das zeigt auch die fünfte Folge der cpo-Reihe mit Opella Musica, ganz für sich, voller Qualität und Kraft. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Aus Gischt und Wellen: Hoffentlich finden sich einige Opernhäuser, die 'Oceane' zeitnah auf den Spielplan setzen. Es lohnt sich. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (2/2020) herunterladen (2900 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Milan Mihajlovic: Elegy for strings

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Christian Euler im Portrait "Melancholie ist die höchste Form des Cantabile"
Bratschist Christian Euler im Gespräch mit klassik.com über seine Lehrer, seine neueste SACD und seine künstlerische Partnerschaft zum Pianisten Paul Rivinius.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich