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Donnerstag, 28. Oktober 2021

Golden Age of Light Music - British Cinema & Theatre Cinema Volume 2

Als im Kino noch georgelt wurde


Label/Verlag: Guild
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Einspielungen sind allesamt bestens remastered und selbst die Aufnahmen aus den 1920er Jahren lassen keinerlei Tiefe vermissen.

Schon die erste Filmvorführung der Brüder Lumière 1895 wurde mit Musik untermalt. Das war gewissermaßen die Geburtsstunde der Filmmusik. Zunächst war es der einsame Pianist, der geflissentlich die bewegten Bilder auf der großen Leinwand mit allerlei klassischem Repertoire begleitete. Dann leisteten sich größere Filmtheater einen Kinoorganisten. Schließlich erwuchsen daraus regelrechte Kinoorchester, die selbst beim Anbruch der Tonfilmära noch rührig waren und nun dem Kinopublikum mit Live-Musik die Zeit verschönerte. Goldene Zeiten waren das. ‚Guild’ erinnert daran mit der inzwischen zweiten Folge britischer Kino- und Theaterorchester in ihrer äußerst erfolgreichen Edition ‚The Golden Age of Light Music’. Es ist also nicht in erster Linie Musik aus Filmen, wenngleich ein paar Nummern durchaus aus Kinoproduktionen stammen, sondern ein breit gefächertes Repertoire an Arrangements bekannter und beliebter Stücke jener Zeit.

Die Aufnahmen stammen aus den Jahren 1927 bis 1939, einer Zeit des Umbruchs, denn man ging nach und nach dazu über, die Orchester wieder durch einen Kinoorganisten zu ersetzen. Diese Folge mit Interpretationen durch britische Kino- und Theaterorchester ist insofern interessant, als es einige Nummern enthält, in denen Kinoorgel und Orchester eine Synthese eingehen. Für unsere heutigen Ohren mag das manchmal durchaus eigentümlich klingen, wenn der elektrisch wabernde Kinoorgel-Sound mit dem Streicherschmelz duettiert. Zumindest sind dies Dokumente für die Geschichte der Klangästhetik, so kurios sie beim ersten Hören auch erscheinen mögen. Es hat schon Seltenheitswert, Edward Elgars ‚Salut d’Amour’ einmal in einer Fassung für Theaterorchester und Theaterorgel zu hören. Höhepunkte dieser CD sind sicherlich das ‚March Review Medley’ mit dem London Palladium Orchestra unter der Leitung von Richard Crean, bei dem auf sieben Minute Länge so viel Marschmelodien wie man sich nur denken kann untergebracht sind, oder Ausschnitte aus der Musik zu ‚Aunt Sally’ mit dem Gaumont British Studio Orchestra unter Louis Levy in einer Aufnahme von 1934. Die Einspielungen sind allesamt bestens remastered und selbst die Aufnahmen aus den 1920er Jahren lassen keinerlei Tiefe vermissen. Wie immer steuerte David Ades ein profundes Booklet bei.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Erik Daumann Kritik von Erik Daumann,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Golden Age of Light Music: British Cinema & Theatre Cinema Volume 2

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Guild
1
23.08.2006
76:33
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
795754512229
GLCD 5122


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Bucalossi, Ernest
Chabrier, Alexis Emanuel
Chaminade, Cécile
Coates, Eric
Elgar, Edward
Finck, Herman
German, Edward
Hesse, Adolph Friedrich
Kohaut, Karl
Nevin, Ethelbert
Sinding, Christian


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Dirigent(en):Baynes, Sydney
Shadwell, Charles
Davidson, Harry
Tours, Frank
Dove, Alfred
Muscant, Joseph
Crean, Richard
Manning, Charles
Starkey, Emanuel
Orchester/Ensemble:The Gaumont Britisch Studio Orchestra
Plaza Theatre Orchestra
London Coliseum Orchestra
Commodore Orchestra
Granada Walthamstow Orchestra
Paramount Theatre Orchestra
Regal Virtuosi
Winter Garden Theatre Orchestra
Interpret(en):Bollington, Al


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Guild

Guild entstand in den frühen Achtzigerjahren auf Initiative des berühmten englischen Chorleiters Barry Rose, der den St Paul's Cathedral Choir in London leitete. Der Name hat nichts mit der nahe gelegenen Londoner Guild Hall zu tun, sondern kommt von Barry Roses erstem Chor, dem Guildford Cathedral Choir. Das frühere Logo (ein grosses G) entstand indem Barry Rose kurzerhand eine Teetasse umstülpte und mit einem Bleistift ihrem Rand bis zum Henkel entlang fuhr. Seit 2002 hat die Firma als Guild GmbH ihren Sitz in der Schweiz, in Ramsen bei Stein am Rhein.
Bei den Aufnahmen arbeiten wir mit Fachleuten zusammen, die für grosse internationale Firmen und unabhängige kleinere und grössere Labels tätig sind. Unsere Programmschwerpunkte sind Welt-Erstaufnahmen, vergessene Werke bekannter Meister, noch nicht entdeckte Komponisten und Schweizer Musiker sowie historische Aufnahmen, etwa die Toscanini Legacy und Mitschnitte der Metropolitan Opera New York.
Wir arbeiten intensiv mit der Zentralbibliothek in Zürich und mit der Allgemeinen Musikgesellschaft Zürich zusammen, produzieren CDs mit Chören wie dem Salisbury Cathedral Choir und den Chören der Cambridge und Oxford University - und als Steckenpferd pflegen wir die grossen englischen und amerikanischen Unterhaltungsorchester mit ihren Light-Music-Hits der Dreissiger- bis Fünfzigerjahre.


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