> > > Ramon Jaffé: The cello's opera voice
Montag, 15. Juli 2019

Ramon Jaffé - The cello's opera voice

Die Opernstimme des Cellos


Label/Verlag: OehmsClassics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die beiden jungen Künstler Ramon Jaffé und Daniel Raiskin haben mit dieser Einspielung eine sehr hörenswerte Produktion für Freunde des Cellos geschaffen.

‚The Cello’s Opera Voice’, so lautet der Titel dieser neuen CD und sicherlich werden auch ‚gestandene’ Cello-Fans noch einige unbekannte musikalische Leckerbissen entdecken können.  Der Titel ist zwar etwas irreführend, doch sicherlich wollte man mit dieser Wortwahl auf die Ähnlichkeit des Instruments mit der menschlichen Stimme hinweisen. Das informative Booklet der CD erzählt, dass der große russische Bass Schaliapin seine Aufmerksamkeit immer auf das Cello im Orchester richtete und sein Stimme danach ‚stimmte’. „Man muss singen wie ein Cello“, soll er gesagt haben und in der Tat, hört man das hingebungsvolle Spiel des Cellisten Ramon Jaffé, so kann man dem nur zu stimmen. In vielen Werken des 19. Jahrhunderts erlebte das Instrument Solistenrang und diese Einspielung beinhaltet zum Teil recht unbekannte Werke für Cello von Giuseppe Verdi, Carl Maria von Weber, Richard Strauss, Gioacchini Rossini, Johann Strauß jun. und Daniel Auber.

Begleitet wird Ramon Jaffé von der Jenaer Philharmonie unter der Leitung von Daniel Raiskin. Thüringens größtes Konzertorchester wurde erst 1934 gegründet, konnte sich aber in den mehr als siebzig Jahren seiner Existenz in die Reihen der großen Klangkörper des Landes etablieren. So überrascht das Orchester auch heute immer noch mit einem warmen runden Klangbild, der an den früher so typischen deutschen Klang erinnert. Vielleicht hat dieses Klangmerkmal in Jena deshalb überleben können, weil das Orchester etwas abseits vom Mainstream seine Tradition besser pflegen konnte. Zwar könnte die Begleitung des Orchesters an manchen Stellen etwas temperamentvoller sein, doch harmonisiert der Klang des Orchesters  wunderbar mit dem dunklen und vollen Klang des Cellos.

Gleich zum Auftakt singt das Instrument ein ‚Lied ohne Worte’ in dem Preludio zu Verdis ‚I Masnadieri’, gefolgt von dem selten gespielten ‚Grand Potpourri’ von Carl Maria von Weber. Hier zeigt Ramon Jaffé seine ganze Meisterschaft in einer großen Bandbreite und kann mit wahrhaftig gesanglich klingenden Kantilenen beeindrucken. Eine Romanze für Cello von Richard Strauss zeigt dessen große Meisterschaft auch für dieses Instrument. Die Variation ‚Une Larme’ von Gioacchino Rossini ist sicherlich ein weiteres Highlight auf dieser Einspielung, die drei Cello-Romanzen von Johann Strauß jun. sind selten gehörte Preziosen, das gilt auch für Daniel Aubers ‚Rondo’.

Die beiden jungen Künstler Ramon Jaffé und Daniel Raiskin haben mit dieser Einspielung eine sehr hörenswerte Produktion für Freunde des Cellos geschaffen, aber sicherlich ist sie auch dazu geeignet neue Freunde für dieses ausdrucksstarke Instrument zu gewinnen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Midou Grossmann Kritik von Midou Grossmann,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Ramon Jaffé: The cello's opera voice

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
OehmsClassics
1
01.01.2012
01:09:12
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
4260034865464
OC 546


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Auber, Daniel Francois
 - Rondo für Cello und Orchester in a-Moll - Andante cantabile-Rondo allegretto
Rossini, Gioacchino
 - Variationen Une Larme in a-Moll - Andantino-Allegro moderato
Strauß, jun., Johann
 - Romanze Nr. 1 in d-Moll, op. 243 - Cantabile
 - Romanze Nr. 2 in g-Moll, op. 255 - Andantino
 - Romanze Dolci Pianti in G-Dur - Andante
Strauss, Richard
 - Romanze für Cello und Orchester in F-Dur, op. 75 -
Verdi, Giuseppe
 - Präludium zu I Masnadieri - Andante piuttosto mosso
Weber, Carl Maria von
 - Großes Potpourri für Cello und Orchester D-Dur, op. 20 - Maestoso - Andante - Adagio - Finale


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Orchester/Ensemble:Jenaer Philharmonie
Interpret(en):Jaffé, Ramon


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OehmsClassics

Ein erfülltes Leben ist ohne Musik kaum denkbar. Musik spiegelt unsere Wahrnehmung der Umwelt und die Realität heutiger wie vergangener Zeiten. Gute Musik ist immer neu, immer frisch, immer wieder entdeckenswert. Deshalb bin ich überzeugt: Es gibt nicht -die- eine, definitive, beste Interpretation der großen Werke der Musikgeschichte. Und genau das macht klassische Musik so spannend: Jede Musikergenerationen experimentiert, entdeckt neue Blickwinkel, setzt unterschiedliche Schwerpunkte - derselbe Notentext wird immer wieder von anderen Strömungen belebt.

Deshalb ist ein Musikstück, egal aus welchem Jahrhundert, auch immer Neue Musik. OehmsClassics hat es sich zur Aufgabe gemacht, am Entdecken der neuen Seiten der klassischen Musik mitzuwirken.

Unser Respekt vor den künstlerischen Leistungen der legendären Interpreten ist gewiss. Unser Ziel als junges CD-Label sehen wir jedoch darin, den interpretatorischen Stil der Gegenwart zu dokumentieren. Junge Künstler am Anfang einer internationalen Karriere und etablierte Künstler, die neue Blickwinkel in die Interpretationsgeschichte einbringen - sie unterstützen wir ganz besonders und geben ihnen ein Forum, um auf dem Tonträgermarkt präsent zu sein.

Sie, liebe Musikhörer, bekommen damit die Gelegenheit, heute die Musikaufführung zu Hause nachzuvollziehen, die Sie gestern erst im Konzertsaal oder Opernhaus gehört haben. Wir laden Sie ein, gemeinsam mit uns die neuen Seiten der klassischen Musik zu erleben!


Ihr
Dieter Oehms


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