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Dienstag, 21. September 2021

Scott, Cyril - The complete sonatas and other works for piano

Neues vom Schatzgräber


Label/Verlag: Genuin
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die fünf kleineren Stücke präsentiert Schäfer als teils humorvolle, teils pathetische Charakterwerke von erstaunlicher Vielfalt.

Während das Schaffen der britischen Komponisten Elgar, Tippett und Britten auch außerhalb der Insel auf große Resonanz stößt, hat Cyril Scott (1879 – 1970) mit seinem Oeuvre einen schweren Stand. Im Laufe seines langen Lebens komponierte Scott neben vielem anderen auch einige Klavierwerke, deren Gesamtzahl überschaubar ist. Neben kleineren Schöpfungen sind hier vor allem die drei Sonaten aus den Jahren 1909, 1932 und 1956 erwähnenswert. Obwohl sich seinerzeit bedeutende Pianisten wie Percy Grainger und John Ogdon für Scotts Sonaten engagierten, dürfen sie heute als echte Raritäten gelten. Als ‚Schatzgräber‘ in dieser Hinsicht betätigt sich einmal mehr der Pianist Michael Schäfer, der bereits die Sonaten Erich Wolfgang Korngolds ans Tageslicht gebracht hatte. Daneben stehen weniger ambitionierte, aber dennoch hörenswerte Miniaturen Scotts: ‚Sphinx‘, ‚Rainbow Trout‘, ein ‚Konzertrondo‘, eine ‚Ballade‘ und der wie eine Hommage an die Welt von Gestern wirkende ‚Viktorianische Walzer‘ aus dem Jahr 1963, ein Werk des 84jährigen Komponisten.

In den knapp fünfzig Jahren, die zwischen der ersten und dritten Sonate liegen, hat sich die Tonsprache des Komponisten erwartungsgemäß gewandelt, obwohl man auch Parallelen zwischen den beiden Werken erkennen kann. Die erste Sonate weist die üblichen vier Sätze auf, das Finale ist als Fuge konzipiert. In der dritten Sonate hat Scott auf einen langsamen Satz verzichtet, entsprechend besteht das Werk aus zwei langsamen Abschnitten, die ein Scherzo umrahmen. Dazwischen steht die einsätzige zweite Sonate, mit ihren gehäuften Dissonanzen wohl das am schwierigsten zugängliche Werk. Schäfer trägt den unterschiedlichen Tendenzen der drei Kompositionen Rechnung: Verweist seine melodiebetonte Interpretation der ersten Sonate noch deutlich auf das 19. Jahrhundert, so kann man die harte, perkussive Herangehensweise des Pianisten an die zweite Sonate mühelos der Moderne zuordnen. Anklänge an Bartok und Strawinsky zeichnen dieses Werk aus.

Dagegen hinterläßt die dritte Sonate einen schwächeren Eindruck, der aber eher dem Werk selbst als der Interpretation anhaftet. Schäfer ist um eine nüchterne Deutung bemüht, Schwachstellen der Komposition, vor allem im ersten Satz, bleiben dennoch hörbar.

Die fünf kleineren Stücke präsentiert Schäfer als teils humorvolle, teils pathetische Charakterwerke von erstaunlicher Vielfalt. Besonders hervorzuheben ist das virtuose Konzertrondo, die ‚Sphinx‘ wirkt dagegen etwas oberflächlich. Wieder erweist sich Schäfer als mit dieser selten zu hörenden Musik vertrauter Pianist, der nicht ohne Augenzwinkern musiziert. Klanglich werden alle vorgetragenen Werke exzellent präsentiert, der Klavierton wirkt natürlich und ist in allen dynamischen Schattierungen gut erfassbar.

Es gibt noch viel zu entdecken im Schaffen Cyril Scotts – diese CD zeigt, daß sich die Entdeckungen lohnen könnten. Vor allem die ersten beiden Sonaten in Schäfers hervorragender Interpretation weisen Scott als originellen, mit dem Klavier bestens vertrauten Komponisten aus. Für Fans selten gespielten Klavierrepertoires eine lohnenswerte Veröffentlichung mit zudem edel gestaltetem Booklet.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Scott, Cyril: The complete sonatas and other works for piano

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Genuin
1
01.06.2006
Medium:
EAN:

CD
4260036250497


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Genuin

Im Jahr 2002 standen die jungen Tonmeister von GENUIN vor einer wichtigen Entscheidung: Sollte man sich weiterhin lediglich auf das Aufnehmen und Produzieren konzentrieren, oder auf die zahlreichen Nachfragen und positiven Rückmeldungen von Musikern und Fachzeitschriften eingehen und ein eigenes Label ins Leben rufen? In einer Zeit, in der praktisch alle großen Klassik-Label ihre Produktion eingestellt oder zumindest stark gedrosselt hatten, fiel die Entscheidung nicht leicht – aber sie fiel einstimmig aus: zugunsten einer offiziellen Vertriebsplattform für die GENUIN-Aufnahmen. Und der Erfolg hat nicht lange auf sich warten lassen.

Das Label GENUIN hat sich in seinem zwölfjährigen Bestehen zu einem Geheimtipp unter Musikern und Musikliebhabern entwickelt. Schon vor dem Leipzig-Debüt im Oktober 2004, einem Antrittskonzert im Robert-Schumann-Haus mit Paul Badura-Skoda, wurden die CDs in den deutschlandweiten Vertrieb gebracht und von Fachpresse und Musikerwelt hochgelobt. Inzwischen werden GENUIN-CDs in den meisten Ländern Europas sowie in Japan, Süd-Korea, Hongkong und den USA vertrieben.

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GENUIN bietet auch abseits ausgetretener Pfade etablierten Künstlern genauso wie der Nachwuchsgeneration die Möglichkeit, Musik nach eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Das macht sich positiv bemerkbar für die Hörer der mittlerweile mehr als 300 GENUIN-CDs mit Interpreten wie Paul Badura-Skoda, Nicolas Altstaedt oder der Dresdner Philharmonie.


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