> > > Verdi, Giuseppe: Macbeth
Samstag, 4. Juli 2020

Verdi, Giuseppe - Macbeth

Ein Blick in die Seele


Label/Verlag: Opus Arte
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Den guten Gesamteindruck runden eine illustrierte Inhaltsangabe und ein informatives Booklet angemessen ab. Lohnend!

Als sich Giuseppe Verdi im Sommer 1846 an die Arbeit für ‘Macbeth’ machte, markierte dies die erste intensive Auseinandersetzung des italienischen Komponisten mit dem großen englischen Dramatiker Shakespeare. Weitere Werke auf Shakespearescher Grundlage (Othello; Falstaff) sollten am Ende seiner Laufbahn entstehen.

Die dramatische und düstere Geschichte des machthungrigen Macbeth, der auf Grund von Prophezeiungen und dem Antrieb seiner Frau die Königswürden anstrebt und sich dabei nicht scheut, auch über Leichen zu gehen, schien wie gemacht für Verdi, der auf der Suche nach seiner endgültigen musikdramatischen Gestaltungsweise war. Die zunehmende Paranoia Macbeth´ und das tragische Ende der beiden Hauptprotagonisten bot Verdi die Möglichkeit, tief in deren Psyche Einblick zu nehmen und diese musikalisch zum Ausdruck zu bringen. So wurde ‘Macbeth’ zur ersten Oper des Komponisten, die in ihrer dramatischen Anlage ‘typisch Verdi’ ist.

Die Aufführung des Jahres 2004 aus dem Gran teatre del Liceu aus Barcelona setzt in seiner Inszenierung, die zuvor bereits im London Royal Opera House gegeben wurde, am Seelenleben der beiden Hauptpersonen an und rückt diese ins Zentrum. Die Bühne ist oft nur wenig erleuchtet, die dominierenden Farben sind schwarz und rot. Düster erscheint der Auftritt der Hexen auf der gänzlich leeren Bühne, die den Sängerinnen und Sängern Platz zur darstellerischen Entfaltung lässt, der von allen Beteiligten auch ausgiebig genutzt wird. Nur wenige visuellen Akzente werden gesetzt, doch diese verfehlen nie ihre Wirkung, wenn z.B. im Finale des ersten Aktes der herrschende König ermordet in seinem von goldenem Gitter umgebenen Bett aufgefunden wird.

Glänzende Hauptdarsteller

In dieser düsteren Atmosphäre, die durch die Partitur Verdis und deren exzellenter Wiedergabe durch den Chor und das Orchester des Gran Teatre del Liceu unter dem Dirigat von Bruno Campanella verstärkt wird, agieren Carlos Álvarez und Maria Guleghina als Macbeth und Lady Macbeth und sorgen für einen wirklich emotionalen Opernabend. Álvarez überzeugt mit seiner wunderschönen Baritonstimme, wobei jede Phrase wohl durchdacht ist. Seine Darstellung des zunehmenden Wahnsinns Macbeth´ erreicht eine unglaubliche Intensität und zieht den Betrachter unmittelbar in seinen Bann. Betritt Maria Guleghina die Bühne, zieht sie die Aufmerksamkeit direkt auf sich. Sie hat eine immense Bühnenpräsenz, die es verzeihlich macht, wenn ein Ton nicht ganz genau getroffen wurde. Ihr starkes Vibrato in der Stimme passt wunderbar zur antreibenden Gemahlin, die am Ende von ihren Schuldgefühlen gequält wird. Hier zeigen sich seelische Höllenqualen.

Neben den Hauptakteuren ergänzen Roberto Scandiuzzi (Banquo), Marco Berti (Macduff), Javier Palacios (Malcom), Begona Alberdi (Dama) und Stefan Kocan (Medico) das Gesangsensemble, wobei vor allem die Harmonie zwischen den Männerstimmen lobend erwähnt werden muss.

Die DVD von Opus Arte ist mit insgesamt sechs Untertiteln ausgestattet, zwei Tonspuren (Stereo; 5.1 dts Digital Surround) sorgen für das Opernfeeling im heimischen Wohnzimmer. Den guten Gesamteindruck runden eine illustrierte Inhaltsangabe und ein informatives Booklet angemessen ab. Lohnend

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:
Features:
Regie:






Kritik von Martin Ballmeier,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Verdi, Giuseppe: Macbeth

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Opus Arte
1
05.09.2005
Medium:
EAN:

DVD
0809478009221


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