> > > Bach, Johann Christian: Konzertante Sinfonien Vol.6
Sonntag, 5. Dezember 2021

Bach, Johann Christian - Konzertante Sinfonien Vol.6

Gediegene Unterhaltung, verschwenderischer Klangfarbenreichtum


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Hanover Band unter Anthony Halstead interpretiert die Werke Johann Christian Bachs mit Spielfreude und einem großen Klangfarbenreichtum.

Auf gewisse Weise ist jede Einspielung von Werken Johann Christian Bachs ein willkommener Beitrag zum aktuellen Mozart-Jahr: Es ist ja hinlänglich bekannt, dass Mozart den jüngsten Bach-Sohn sehr geschätzt und persönlich gekannt hat; auch dass Mozart viel von Johann Christian Bach gelernt hat, ist kein Geheimnis.

Gefällig, aber nicht oberflächlich

Die vorliegende CD enthält zwei Beispiele für eine der beliebtesten, modischsten Gattungen der Instrumentalmusik in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts, die Sinfonia concertante mit mehreren konzertierenden Soloinstrumenten; weiters ist ein Klavierkonzert des ‚Londoner Bach’ zu hören, der nach dem Stil seiner Werke wohl eher ‚der italienische Bach’ heißen sollte. Die drei Kompositionen lassen einerseits erahnen, dass Mozart sich in einigen Details seiner Sinfonien und Konzerte an Johann Christian Bach angelehnt hat; andererseits wird klar, dass Bach mit seinen Werken andere Intentionen verfolgt als Mozart: Bach will primär unterhalten, schreibt dafür ideale leichtgewichtige Musik, nicht mehr und nicht weniger. Klangsinnliche Instrumentenkombinationen, brillante Soli, liebliche Melodien, gefällige und nicht zu anspruchsvolle kompositorische Faktur vereinen sich zu ideltypischen Werken für die gehobene Unterhaltung. Johann Christian Bach ist kein schlechter und kein oberflächlicher Komponist: Besonders der melodische Ideenreichtum zeugt von großer künstlerischer Potenz – die Leichtigkeit seiner Werke ist gewollt.

Erstklassige Solisten, farbenreiches Orchesterspiel

Die Hanover Band unter Anthony Halstead interpretiert die Werke Johann Christian Bachs mit Spielfreude und einem großen Klangfarbenreichtum; exzellente, technisch perfekte Solistinnen und Solisten sorgen für 70 Minuten Hörvergnügen. Unter Halsteads stilkundiger Leitung klingt die Hanover Band bei weitem nicht mehr so rau und wild wie in früheren Aufnahmen unter Roy Goodman; heute streben auch Ensembles, die auf alten Instrumenten spielen und der historischen Aufführungspraxis verpflichtet sind, nach natürlichem Fluss und einer Art von Schönklang, freilich nicht im Sinne einer romantischen ‚Klangsuppe’. Die Tempi sind natürlich fließend, der Klangfarbenreichtum verschwenderisch, der Klang insgesamt sehr natürlich.

Ein besonders reichhaltiges Booklet komplettiert den äußerst positiven Gesamteindruck dieser beachtlichen Einspielung.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Dr. Franz Gratl Kritik von Dr. Franz Gratl,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bach, Johann Christian: Konzertante Sinfonien Vol.6

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
cpo
1
13.12.2005
01:09:32
2001
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
6120398452
999845-2


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Bach, Johann Christian
 - Konzertante Sinfonie B-Dur C 48 -
 - Konzertante Sinfonie C-Dur C 43 -
 - Cadenza in C-Dur C 45 -


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Dirigent(en):Halstead, Anthony
Orchester/Ensemble:Hanover Band
Interpret(en):Robson, Anthony
Beznosiuk, Pavlo
Comberti, Sebastian
McLaren, Neil
Cracknell, Graham
Richter, Rodolfo
Tarling, Judith


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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