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Sonntag, 29. März 2020

Atterberg, Kurt - Violinkonzert

Schwedische Entdeckungen


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Formal bietet das Violinkonzert keine Überraschungen.

Das Label cpo engagiert sich mit Nachdruck für den schwedischen Komponisten Kurt Atterberg (1887 – 1974), der vor allem als Symphoniker in Erscheinung getreten ist. Atterberg hielt sich dabei an die ominöse Zahl von neun Symphonien und schrieb nach Vollendung seiner Neunten im Jahr 1956 keine weitere Symphonie mehr, obwohl er noch 18 Jahre lebte. Daneben komponierte der Schwede auch fünf Instrumentalkonzerte, das chronologisch erste – ein Violinkonzert op. 7 aus dem Jahr 1913 – hat Ulf Wallin, Spezialist für selten gespieltes Repertoire, mit dem Radio-Symphonieorchester Berlin unter Roger Epple hier eingespielt. Dazu gesellen sich zwei kleinere Orchesterwerke: die Ouvertüre op. 4 und die ‚Värmlands‘-Rhapsodie op. 36, 1911 bzw. 1933 komponiert.

Formal bietet das Violinkonzert keine Überraschungen: Zwei schnelle Abschnitte umrahmen einen langsamen Satz, das Verhältnis von Soloinstrument und Orchester ist eindeutig zugunsten der Violine ausgefallen. Diese ist von Anfang an fast pausenlos beschäftigt, größere orchestrale Entfaltungen finden kaum statt. Möchte man Parallelen zu berühmten Konzerten finden, kann man Anklänge an die ‚Dauerbrenner‘ von Tschaikowsky und Brahms entdecken. Grundsätzlich zeichnet sich das Werk aber durch einen eigenständigen, weitgehend der Romantik verpflichteten Tonfall aus. Wallin überzeugt in allen drei Sätzen durch die Tugenden, die auch seine anderen Einspielungen – zuletzt das Konzert von Wilhelm Peterson-Berger – auszeichnen: Ein sicheres Gespür für musikalische Zusammenhänge, das durchaus vorhandene Schwachstellen der Komposition kaum als solche erscheinen läßt, und eine bewundernswerte Technik und Ausdauer. So entsteht eine fesselnde Interpretation des Konzertes, das natürlich nicht auf eine Stufe mit den Werken von Beethoven, Mendelssohn oder Brahms anzusiedeln ist, aber auch nicht allzu weit dahinter. Als Repertoire-Auflockerung stünde Atterbergs Konzert jedem entsprechend begabten Solisten gut zu Gesicht.

Die ‚Värmlands‘-Rhapsodie erweist sich als dem Konzert mindestens ebenbürtiges, raffiniert instrumentiertes Werk, dessen pathetische Grundhaltung ein wenig an Mahler erinnert. Epple spornt das Berliner Orchester auch hier zu einer Höchstleistung an. Die nur kurz vor dem Violinkonzert entstandene Ouvertüre erweist entpuppt sich dagegen als schwächeres Werk. Immerhin kann man so den kompositorischen Weg des Schweden nachvollziehen, Epple ist bemüht, auch dem am wenigsten überzeugenden Werk der CD Konturen abzugewinnen. Klanglich werden alle drei Kompositionen exzellent präsentiert, im Konzert stimmt auch die Balance zwischen Solist und Orchester.

Diese Veröffentlichung hält das hohe Niveau der übrigen Atterberg-CDs von cpo; nicht alle Werke haben die gleiche Qualität, aber das gilt wohl für die meisten Komponisten. Violinkonzert und ‚Värmlands‘-Rhapsodie sind lohnenswerte Entdeckungen für Freunde spätromantischer Musik, Wallins Violinspiel ist einmal mehr besonders hervorzuheben. Ebenso lobenswert ist der ausführliche Booklet-Text, trotz eines bedauerlichen ‚Sprachdrehers‘ in der zweiten Spalte auf Seite vier – hier steht der Text plötzlich auf Englisch, in den Spalten davor und danach auf Deutsch.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Atterberg, Kurt: Violinkonzert

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
cpo
1
23.01.2006
00:59:26
2004
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
6120371062
777 106-2


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Atterberg, Kurt Magnus
 - Värmlands Rhapsody op. 36 -
 - Violinkonzert op. 7 in e-moll -
 - Ouverture op. 4 in a-moll -


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Dirigent(en):Epple, Roger
Orchester/Ensemble:Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Interpret(en):Wallin, Ulf


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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