> > > Verdi, Giuseppe: Complete Preludes, Overtures and Ballet Music
Dienstag, 20. August 2019

Verdi, Giuseppe - Complete Preludes, Overtures and Ballet Music

Bitte nur Vorspiel!


Label/Verlag: Chandos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Eine CD, zu der ich weder richtig zu noch davor abraten kann. Gut musiziert, schön gestaltet, günstig verkauft. So kaufe, wer sich angesprochen fühlt.

Einer meiner besten Freunde hatte eines Tages die Idee, eine Band zu gründen, die nur die Schlusstakte berühmter Stücke spielen sollte. Man wählte aus, man probte und das Repertoire bestand tatsächlich nur aus den vier- bis achttaktigen Endsequenzen der gängigsten Rock- und Pop-Songs. Die Band hieß treffender Weise ‚Die Schlüsse’. Sie hatte genau einen Auftritt, bevor sie wieder aufgelöst wurde.

Bei Chandos hat man nun etwas Ähnliches unternommen. Man hat alles, was Giuseppe Verdi jemals an Opernvorspielen und Ouvertüren geschrieben hat, zusammen auf vier CDs gepackt – chronologisch geordnet. Die Ballettmusiken noch mit dazu, und fertig ist die Vorspiel-Box. Nun hat es sich in der Konzertpraxis bewährt, mit einer Ouvertüre zu beginnen (zu enden wäre wahrlich seltsam) – man stelle sich aber vor, man würde des Abends ein Vorspiel nach dem anderen hören. Würde einem da nicht irgendetwas fehlen? Wenn ich nacheinander die Ouvertüren zu Nabucco, La forza del destino und das Vorspiel zu Rigoletto höre, dann möchte ich spätestens dann auch mal Gilda singen hören. Ich halte eine solche Versammlung von Einleitungen (Ballettmusik hin oder her) unter vergleichenden oder überblickhaften Aspekten für sinnvoll, als musikalische – man verzeihe mir den Ausdruck – ‚Unterhaltung’ kommt mir solcherlei aber eher fragwürdig vor.

Davon unbeeinträchtigt ist allerdings die Interpretation des BBC Philharmonic Orchestra unter Sir Edward Downes. Feierlich und hymnenhaft stehen die Bläser präsent aber nicht aggressiv im Panorama. Klangvoll werden Melodiebögen ausgeschmückt oder eben auch mystisch bedrohliche Töne wie im Rigoletto angeschlagen. Hier einzelne Stücke hervorzuheben erscheint mir ob der Vielzahl von Nummern beinahe unmöglich. Es ist solide Arbeit, die Downes und sein Orchester hier abliefern. Man kann mit Sicherheit hier und da noch eine Portion mehr Romantik draufschlagen oder eine tiefer gehende Interpretation verlangen, aber man kann hier auch kein Stück als misslungen bezeichnen.

Auch das Booklet stellt voll und ganz zufrieden. In ausführlichen Texten wird auf jedes einzelne Stück eingegangen, werden Hintergründe und Zusammenhänge erläutert und in einer knappen Spalte auch eine Zusammenfassung der Diskussion geliefert, ob nun der Gesang oder die Musik das Wichtigste in der Oper sei. Erstaunlich.

Eine CD, zu der ich weder richtig zu noch davor abraten kann. Gut musiziert, schön gestaltet, günstig verkauft. So kaufe, wer sich angesprochen fühlt.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Kritik von Daniel Röder,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Verdi, Giuseppe: Complete Preludes, Overtures and Ballet Music

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Chandos
4
25.11.2005
Medium:
EAN:

CD
0095115134320


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Chandos

Chandos Records was founded in 1979 by Brian Couzens and quickly established itself as one of the world's leading classical labels. Prior to forming the label, Brian Couzens, along with his son Ralph, worked for 8 years running a mobile recording unit recording for major labels (including RCA, Polydor, CFP, etc.) with many of the world's leading artists.
The company has championed rare and neglected repertoire, filling in many gaps in the record catalogues. Initially focussing on British composers (Alwyn, Bax, Bliss, Dyso, Moeran, Rubbra, Walton etc), it subsequently embraced a much wider field. Chandos' diverse catalogue contains over 2000 titles, from early music to contemporary, with composers from around the world. The company's aim is to present an exciting and varied selection of superbly recorded music to as many people as possible.
The following artists are strongly associated with, or exclusive to, the label: Richard Hickox, Matthias Bamert, I Fagiolini, Neeme Järvi, Louis Lortie, Jean-Efflam Bavouzet, Rumon Gamba, James Ehnes, Sir Charles Mackerras, David Parry, Valeri Polyansky, The Purcell Quartet, Gennady Rozhdestvensky, Howard Shelley, Simon Standage, Yan Pascal Tortelier, Vernon Handley, the BBC Philharmonic, BBC National Orchestra of Wales, the City of London Sinfonia and Collegium Muscium 90.
Chandos is universally acclaimed for the excellence of its sound quality and has always been at the forefront of technical innovation. In 1978, Chandos was one of the first to record in 16bit/44.1kHz PCM digital, as well as being one of the first to edit a digital recording completely in the digital domain (Holst: the Planet ? SNO/Gibson). In 1983, Chandos was one of the first to produce and release Compact Discs into the marketplace ? a revolution in the recorded music industry.
Today, Chandos has kept up with technology by recording mostly in 24bit/96kHz PCM but now also in DSD for producing ?surround sound? SACDs. Chandos releases at least five new recordings a month, together with imaginative re-issues of back-catlogue material.
The company has received countless awards, including several Gramophone Awards, notably the 2001 ?Record of the Year? for Richard Hickox?s recording of the original version of Vaughan Williams? A London Symphony; ?Best Choral Recording of 2003? for its recording of an undiscovered mass by Hummel and the ?Best Orchestral Recording? of 2004 for its set of Bax Symphonies. Other highlights include the American Grammy for Britten?s opera Peter Grimes, and most recently (2008), two further Grammy Awards, one for Hansel and Gretel and the other for Grechaninov?s Passion Week. Jean-Efflam Bavouzet?s debut on Chandos was also awarded Record of the Year by Monde de la Musique this year.
Chandos remains an independent, family run company which produces and markets its recordings from its office in Colchester, England, and is distributed worldwide.


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