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Dienstag, 2. März 2021

Milhaud, Darius - La Création du monde

Mystische Klänge des Amazonas


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Alles in allem: Drei das Kennenlernen lohnende Ballette des französischen Meisters der Moderne und eine traumwandlerisch schöne Suite, die teils sonnenbeschienene Urlaubs-Assoziationen weckt.

Obwohl das Gesamt-Oeuvre des Franzosen Darius Milhaud (1872-1974) mehr 443 Opuszahlen kennt, sind es doch seine vom Jazz und Lateinamerika beeinflussten Werke der frühen 1920er Jahre, die bis heute seinen Weltruhm ausmachen. Viele davon sind Ballette, geschrieben für bedeutende Truppen der Zeit und in Zusammenarbeit mit bedeutenden Männern wie Jean Cocteau entstanden. Ein Beispiel hierfür ist das überschwängliche ‚Le Boeuf sur le toit’ (dt.: Der Bulle auf dem Dach).

Während seiner Zeit als Sekretär des Gesandten Paul Claudel war Milhaud im Ersten Weltkriegs in Rio de Janeiro. Dort kam er – wie könnte es anders sein? – in Berührung mit fetzigen lateinamerikanischen Klängen und Rhythmen, die ihn so beeindruckten, dass er nach seiner Rückkehr nach Europa 1919 ein Stück schrieb, das eine typisch brasilianische Melodie als Grundlage für allerlei Variationen (durch alle Tonarten) nutzte. Zuerst als Stummfilmmusik gedacht, wurde das Werk von Cocteau zum Ballett-Szenario umgearbeitet. Es ist ein karnevaleskes Stück von ungestümer polytonaler Frische – dem in der Wiedergabe durch das Orchestre National de Lille unter Leitung von Jean-Claude Casadeus etwas brasilianisches Feuer fehlt. Ansonsten ist das 16minütige Op. 58 jedoch eine Hörfreude.

Bei seiner Tour durch Brasilien mit dem Ballets Russes von Diaghilev ließ sich Milhaud 1917-1918 auch zu dem Ballett ‚L’Homme et son désir’ inspirieren, das im Regenwald des Amazonas spielt und mit vielen mystischen Symbolen die Erlösung des Menschen durch eine phantomartige Frau darstellt. Der geheimnisvollen Musik (mit vier Sängern als gespenstischem Hintergrundchor) fehlt es in dieser Aufnahme ebenfalls etwas an Atmosphäre und in den rhythmischen Passagen (die teils an Strawinskys ‚Sacre’ erinnern) an Drive. Alles ist etwas zahm-zivilisiert geraten – dabei geht es doch um eine primitive Ur-Geschichte mit entsprechend ‚roher’ Soundwelt.

Der kultivierte Klang des Orchesters passt denn auch besser zur ‚Suite provençal’ (in acht Sätzen), die Milhaud 1936 auf Basis von alten provençalischen Melodien aus einer Schauspielmusik fürs Stück ‚Bertran de Born’ von Valmy-Baisse destillierte. Auch hier könnte der rhythmische Drive etwas stärker sein – wunderbare Musik bleibt es trotzdem.

Alles in allem: Drei das Kennenlernen lohnende Ballette des französischen Meisters der Moderne und eine traumwandlerisch schöne Suite, die teils sonnenbeschienene Urlaubs-Assoziationen weckt. Was will man mehr? Zumal beim Budget-Preis von Naxos?

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Milhaud, Darius: La Création du monde

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Naxos
1
23.05.2005
Medium:
EAN:

CD
0747313228720


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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