> > > Lasso, Orlando di: Missa Bell' Amfitrit' altera
Montag, 27. Januar 2020

Lasso, Orlando di - Missa Bell' Amfitrit' altera

Knabenklang


Label/Verlag: Hyperion
Detailinformationen zum besprochenen Titel


James O?Donnel und seine Knaben des Choir of Westminster Cathedral präsentieren ein klug zusammengestelltes, farbiges Programm mit geistlicher Musik aus der Zeit um 1600 in einer frischen, klangmächtigen Interpretation.

Knabenchöre haben nicht nur in Deutschland eine lange und musikalisch gewichtige Tradition: Ebenso ist es in England, dessen Kathedralchöre ein wichtiger Pfeiler der musikalischen Traditionspflege sind. Wenngleich der Knabenchor der katholischen Westminster Cathedral auf eine weniger eindrucksvolle, weil kürzere Geschichte zurückblickt, hat er sich unter der Leitung von James O’Donnel doch längst als künstlerisch potentes Ensemble etabliert.

Auf der vorliegenden Platte präsentieren sich O’Donnell und seine jungen Vokalisten, unterstützt von den instrumentalen Könnern von ‚His Majestys Sagbutts & Cornetts’ mit einem überzeugenden Programm: Den Kern bildet die bekannte Messe Orlandus Lassus’ ‚Bell’ Amfitrit’ altera’, ergänzt durch eine Vielzahl vokaler und instrumentaler Kompositionen der in Augsburg tätigen Hans Leo Hassler und Christian Erbach.

Es wird ein Gottesdienst der Zeit um 1600 musikalisch nachgebildet, der allerfeinste Musik auf dem Niveau der Zeit bietet. In den Werken der italienisch geprägten Komponisten dominiert die venezianische Mehrchörigkeit strukturell. Kontrapunktische Kunstfertigkeit und Potenz verbinden sich bei allen Komponisten mit einer intensiven Klangorientierung, so dass eine insgesamt großräumige, repräsentative Musik zu Gehör kommt. Die Messe Lassus’ weist – und das ist keine Überraschung – eine besondere polyphone Qualität auf, stellt gewissermaßen einen Ruhepol in der häufig bewegteren Anlage der jüngeren Kompositionen Hasslers und Erbachs dar. Ergänzt und gerahmt werden die vokalen Schmuckstücke durch Orgeltoccaten und meist tänzerische Bläsersätze, die eine deutlich virtuose Note einbringen.

Qualität

 

Die Knaben und jungen Männer des Choir of Westminster Cathedral präsentieren sich mit der für die gelingende Aufführung derartig großdimensionierter Musik notwendigen rhythmischen Prägnanz. Sie musizieren in kompakten, schlagkräftigen Registern, auch die Diskante der jüngeren Knaben sind erfreulich intonationssicher. Hinzu treten sehr gute Chorsoli aus den Männerstimmen, so dass eine große Spannweite von der durchbrochenen, solistisch dominierten Passage bis zu den großen Klangballungen der aufwändigen Schlüsse getragen wird.

Wer die riesige und für Tonaufnahmen eigentlich ungünstige Westminster Cathedral aus eigener Anschauung kennt, wird vom erfreulich transparenten Klangbild überrascht sein, das nur gelegentlich zuungunsten der Vokalisten ‚verrutscht’. Auch wenn es sich bei der vorliegenden Platte um eine ‚Wiedervorlage’ einer Aufnahme von 1993 handelt, überzeugt sie dennoch durch die kluge programmatische Anlage und die klangmächtige Umsetzung der Musik durch die Interpreten.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Lasso, Orlando di: Missa Bell' Amfitrit' altera

Label:
Anzahl Medien:
Hyperion
1
Medium:

CD


Cover vergössern

Erbach, Christian
Hassler, Hans-Leo
Lasso, Orlando di


Cover vergössern

Dirigent(en):O'Donnell, James
West, James


Cover vergössern

Hyperion

Founded in 1980, Hyperion is an independent British classical label devoted to presenting high-quality recordings of music of all styles and from all periods from the twelfth century to the twenty-first. We have been described as 'Britain’s brightest record label'. In January 1996 we were presented with the Best Label Award by MIDEM's Cannes Classiques Awards. The jury was made up of the editors of most of the leading classical CD magazines in the world - Classic CD (England), Soundscapes (Australia), Répertoire (France), FonoForum (Germany), Luister (Holland), Musica (Italy), Scherzo (Spain), and In Tune (USA & Japan).

We named our label after an altogether splendid figure from Greek mythology. Hyperion was one of the Titans, and the father of the sun and the moon - and also of the Muses, so we feel we are fulfilling his modern role by giving the art of music to the world.

The repertoire available on Hyperion, and its subsidiary label Helios (Helios, the sun, was the son of Hyperion), ranges over the entire spectrum of music - sacred and secular, choral and solo vocal, orchestral, chamber and instrumental - and much of it is unique to Hyperion. The catalogue currently comprises nearly 1400 CDs and approximately 80 new titles are issued each year. We have won many awards.

Our records are easily available throughout the world in those countries served by our distributors. A list of the world's top Hyperion dealers, listed by country and city, can be found on our homepage. But if you have any difficulty please get in touch with the distributor in your territory. In Germany that is Note 1 Music Gmbh.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Hyperion:

  • Zur Kritik... In die erste Reihe: Eine weitere Großleistung in der Haydn-Edition des London Haydn Quartet. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Noch einmal: Weihnachten: Jetzt gibt es auch Weihnachten mit The Gesualdo Six: Die Vokalisten setzen manchen Akzent abseits des tausendfach Gesungenen und Gehörten. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Schütz aus Yale: Motetten und Weihnachtshistorie von Heinrich Schütz werden hier gleichermaßen in ihrem Kern treffend charakterisiert. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
blättern

Alle Kritiken von Hyperion...

Weitere CD-Besprechungen von Dr. Matthias Lange:

  • Zur Kritik... Leuchtendes Rotgold: Die Compagnia del Madrigale begreift Gesualdos zweites Madrigalbuch absolut zutreffend: Die Vokalisten überfrachten die Musik nicht mit den ästhetischen Ansprüchen der späteren Sammlungen. Und sie singen ganz einfach hinreißend. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Palestrina ganz frisch: So ist die Tour durch das geistliche Werk Palestrinas ein echtes Vergnügen: Harry Christophers und The Sixteen mit einer wirklich gelungenen achten Folge ihrer Reihe. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Klangpracht: Musik des Baltikums lohnt eigentlich immer, auch Juris Karlsons, dessen attraktive Kompositionen vom Lettischen Radiochor kongenial gesungen werden. Musik, die ästhetisch den Rückspiegel nicht aus den Augen verliert, nie aber im Kern rückwärtsgewandt ist. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
blättern

Alle Kritiken von Dr. Matthias Lange...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Leuchtendes Rotgold: Die Compagnia del Madrigale begreift Gesualdos zweites Madrigalbuch absolut zutreffend: Die Vokalisten überfrachten die Musik nicht mit den ästhetischen Ansprüchen der späteren Sammlungen. Und sie singen ganz einfach hinreißend. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Ehrenwertes Handwerk: Louise Farrenc war eine veritable Klavierkomponistin, doch Aufnahmen ihrer Solo-Werke bleiben eine Seltenheit. Biliana Tzinlikova schließt einerseits diskographische Lücken und liefert zudem zwei gute Alternativ-Einspielungen. Weiter...
    (Dr. Hartmut Hein, )
  • Zur Kritik... Wenn Pferde singen: Zwei einfallsreiche Schweizer Musiker wagen ein interessantes Experiment und verwandeln Eurodance-Hits in klassische Kunstwerke. Weiter...
    (Maxi Einenkel, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (1/2020) herunterladen (2483 KByte) Class aktuell (4/2019) herunterladen (4308 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Isabelle van Keulen im Portrait "Mir geht es vor allem um Zwischentöne"
Isabelle van Keulen im Gespräch mit klassik.com über ihre Position als Artist in Residence der Deutschen Kammerakademie Neuss am Rhein, historische Aufführungspraxis und das Spielen ohne Dirigent.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich