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Samstag, 10. Dezember 2022

Organ and Choral Music - 19th Century

Orgel für Einsteiger


Label/Verlag: Guild
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Nichtsdestotrotz findet die CD ihren ‘krönenden’ Abschluss in der oben bereits angesprochenen ‘Messe in f-Moll, op. 159’ von Josef Gabriel Rheinberger.

Betrachtet man einmal nur das Cover fällt einem daran positiv auf, dass das CD-Label ‘Guild’ den Inhalt nicht etwa durch ein lausiges Orgelprospekt, sondern passend zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (aus der auch die Stücke stammen) mit einem Gemälde des romantischen und somit dafür zeitgenössischen Malers J.M. William Turner präsentiert.

Man könnte nun spekulieren, ob das Label etwa einen breiteren Einblick in die Kunst der damaligen Zeit wagen wollte. Dies würde von der Tatsache, dass bei der Repertoire-Zusammenstellung nicht allein Orgelmusik dieser Zeit ins Programm aufgenommen wurde, sondern auch die Einbindung eines chormusikalischen Aspekts stattfand, sogar bestätigt. Somit findet auch Rheinbergers ‘Messe in f-Moll, op. 159’ scheinbar einen Platz. Letztlich erklingen Werke von vier Komponisten unter dem Titel ‘Organ & Choral Music’.

Zum Einstieg in diesen zarten Querschnitt präsentiert die Organistin Ursina Caflisch die zweite Orgelsonate op. 15 von Theophil Forchhammer - eine sehr typische Form der damaligen, konzertanten Orgelmusik, denken wir nur an Mendelssohn - Bartholdy!

Dabei gelingt es ihr in hervorragendem Maße, die verschiedenen, auch dynamisch entgegen gesetzten Abschnitte interessant darzustellen und nicht zuletzt dem zweiten Satz eine sehr emotionale Note zu geben.

Einerseits konzertante Orgelmusik, andererseits kirchenmusikalische Werke – also doch ein breiterer Einblick? Jedenfalls folgen vor den wieder eher konzertanten ‘Orgelkompositionen’ von Theodor Kirchner noch schnell zwei Choralbearbeitungen, op. 11. Was sich hier anfangs noch als ruhige, elegante Registrierung äußert, erfährt am Ende der zweiten Choralbearbeitung leider einen etwas zu ‘brummigen’ Ausdruck.

Kirchners ‘Orgelkompositionen, op. 89’ hingegen lockern dann wieder etwas auf. Teilweise liefert die Organistin damit, gerade durch ihre saubere und gute Spielweise, sogar nette Farbpunkte. Auch die Registrierung scheint hier sehr gut gewählt, wobei man sich doch wünschen würde, an manchen Stellen nur die Orgel zu hören.

Wie kann es anders sein, als dass jetzt wieder Kirchenmusik angesagt ist bzw. erklingt.

Ursina Caflisch versteht es die an J.S. Bach erinnernden Choralvorspiele präzise darzustellen, vielleicht nutzt sie deswegen für den cantus – firmus bevorzugt ein Zungenregister!?

Nichtsdestotrotz findet die CD ihren ‘krönenden’ Abschluss in der oben bereits angesprochenen ‘Messe in f-Moll, op. 159’ von Josef Gabriel Rheinberger.

Mit schön gesungenen Phrasen, einem spürbaren Bewusstsein für Betonungen (schwer – leicht ) und somit einem dynamisch abwechslungsreichen Verlauf präsentieren sich die Sängerinnen und Sänger von ‘Cantus – firmus’ unter Leitung von Clau Scherrer.

Es scheinen lediglich manche Wortendungen besonderen, sicherlich unbeabsichtigten Betonungen oder schlichten Uneinigkeiten ausgesetzt zu sein!

Obwohl auch leider im Gloria ein hörbares Umblättern offensichtlich nicht vermieden werden konnte, sei aber nochmals auf die schöne und einfühlsame Interpretation hingewiesen, womit diese CD als dezenter Eindruck durchaus für ‘Organ & Choral Music’ – Freunde empfohlen werden kann.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Kritik von Manuel Müller,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Organ and Choral Music: 19th Century

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Guild
1
28.11.2005
Medium:
EAN:

CD
0795754729023


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Forchhammer, Theophil
Jucker, Benedict
Kirchner, Theodor
Rheinberger, Joseph


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Dirigent(en):Scherrer, Clau
Interpret(en):Caflisch, Ursina


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Guild

Guild entstand in den frühen Achtzigerjahren auf Initiative des berühmten englischen Chorleiters Barry Rose, der den St Paul's Cathedral Choir in London leitete. Der Name hat nichts mit der nahe gelegenen Londoner Guild Hall zu tun, sondern kommt von Barry Roses erstem Chor, dem Guildford Cathedral Choir. Das frühere Logo (ein grosses G) entstand indem Barry Rose kurzerhand eine Teetasse umstülpte und mit einem Bleistift ihrem Rand bis zum Henkel entlang fuhr. Seit 2002 hat die Firma als Guild GmbH ihren Sitz in der Schweiz, in Ramsen bei Stein am Rhein.
Bei den Aufnahmen arbeiten wir mit Fachleuten zusammen, die für grosse internationale Firmen und unabhängige kleinere und grössere Labels tätig sind. Unsere Programmschwerpunkte sind Welt-Erstaufnahmen, vergessene Werke bekannter Meister, noch nicht entdeckte Komponisten und Schweizer Musiker sowie historische Aufnahmen, etwa die Toscanini Legacy und Mitschnitte der Metropolitan Opera New York.
Wir arbeiten intensiv mit der Zentralbibliothek in Zürich und mit der Allgemeinen Musikgesellschaft Zürich zusammen, produzieren CDs mit Chören wie dem Salisbury Cathedral Choir und den Chören der Cambridge und Oxford University - und als Steckenpferd pflegen wir die grossen englischen und amerikanischen Unterhaltungsorchester mit ihren Light-Music-Hits der Dreissiger- bis Fünfzigerjahre.


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