> > > Haydn, Joseph: Symphony No.39
Donnerstag, 2. Dezember 2021

Haydn, Joseph - Symphony No.39

Schlüssig, feinfühlig, wie von selbst


Label/Verlag: ORFEO
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Der Dirigent weiß, die musikalischen Tiefen auszuloten.

Mit der Reihe Festspieldokumente bringt das Label Orfeo Langersehntes der Salzburger Festspiele ans diskographische Tageslicht. Eine der neuesten Veröffentlichungen dieser Serie liefert Haydns Sinfonien Nr. 39 g-Moll und Nr. 60 C-Dur mit dem Beinamen Der Zerstreute sowie die Sinfonia concertante B-Dur. Ausführende sind die Camerata Academica und Sándor Végh.

Als Végh 1997 starb, war die Musikwelt erschüttert. Er - der kleine Mann mit der weißen Löwenmähne - hatte besonders in seinen letzten Lebensjahren als Mozart-, Haydn- und Schubert-Dirigent Maßstäbe gesetzt. Seine eindringliche, fließende Musizierweise war zwischen den fast brachialen Interpretationen Karajans und der aufkommenden Sichtweise der Historisierenden erfrischend unprätentiös. Auch wenn ich mich sonst scheue, von atmender Musik, von dem Ausloten musikalischer Tiefen zu reden; bei Végh trifft dies zu. Er konnte Effekte ausspielen, ohne dass sie überbetont schienen. Er konnte die Haydnschen Überraschungseffekte so unglaublich subtil und natürlich aufzeigen. Er brauchte kein großes, neon-leuchtendes Schild mit der Beschriftung: Achtung Witz. Bei ihm entwickeln sich musikalische Zusammenhänge schlüssig, feinfühlig, wie von selbst. Nie klingt sein Haydn schwer oder ruppig. Selbst die so bodenständigen Menuette klingen federleicht, beschwingt; nichts von Tanzboden oder Bauernhochzeit. Doch an Temperament mangelt es Végh nicht: Das Finale der Sinfonie Nr. 39 ist voller Feuer. Und die Musiker der Camerata Academica spielen brillant. Sie tupfen Achtel. Sie zelebrieren Ihre Tremoli und Läufe mit einer geradezu atemberaubenden Akuratesse; dabei immer mit Noblesse. Auch bei der Sinfonie Nr. 60 - Il distratto - zeigt sich diese Musizierfreude. Fast überschäumend klingt das Vibrato der Bläser. Es ist genau abgestimmt auf das der Streicher.

Kann man Haydn wirklich anders spielen, als so? Man kann! Aber so ist es einfach wunderschön!

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 




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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Haydn, Joseph: Symphony No.39

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Veröffentlichung:
ORFEO
1
27.07.2000
67:34
2000
Medium:
EAN:
BestellNr.:
CD
4011790532127
C 532 001 B

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Haydn, Joseph


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Dirigent(en):Vegh, Sandor
Orchester/Ensemble:Camerata Academica


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ORFEO

Erschienen die ersten Aufnahmen des 1979 in München gegründeten Labels noch in Lizenz bei RCA und EMI, produziert und vertreibt ORFEO seit 1982 unter eigenem Namen. Durch konsequente Repertoire- und Künstlerpolitik konnte sich das Label seit seinem aufsehenerregenden Auftritt am Anfang der Digital-Ära dauerhafte Präsenz auf dem Markt verschaffen. Nicht nur bekannte Werke, sondern auch weniger gängige Musikliteratur und interessante Raritäten - davon viele in Ersteinspielungen - wurden dem Publikum in herausragenden Interpretationen zugänglich gemacht. Dabei ist es unser Bestreben, auch mit Überraschungen Treue zu klassischer Qualität zu beweisen.
Der Musik der Moderne wird mit den gleichen Qualitätsstandards Beachtung geschenkt - in exemplarischen Neuaufnahmen wie in Mitschnitten bedeutender Uraufführungen. Wichtige Akzente setzen dabei die Serien Edition zeitgenössisches Lied, die bis in die unmittelbare Gegenwart vorstößt, und Musica Rediviva mit Werken verbotener oder zu Unrecht vergessener Komponisten.
Zu den Künstlern zählen die besten Sängerinnen und Sänger, Instrumentalisten, Orchester und Dirigenten der letzten drei Jahrzehnte. Die Förderung aufstrebender Künstler der jüngeren Generation war und ist ORFEO stets ein Anliegen. Viele, die heute zu den Großen der Musikszene zählen, errangen bei uns ihre ersten Schallplattenerfolge.
Mit der Serie ORFEO D'OR wird auf die große interpretatorische Vergangenheit zurückgegriffen; legendäre Aufführungen u.a. aus Bayreuth, München, Wien und Salzburg werden dokumentiert. Hierbei wurde von Anfang an besonderer Wert auf sorgfältige Edition gelegt; durch - das dürfte auf dem Markt für historische Aufnahmen heute sehr selten sein - offizielle Zusammenarbeit mit den Künstlern, Erben und Institutionen hat ORFEO D'OR jeweils exklusiven Zugriff auf die besten erhaltenen Originalquellen.
Unser Ziel: Die Faszination, die klassische Musik ausüben kann, über die Generationen lebendig nahe zubringen.


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