> > > Vivaldi, Antonio: Concerti per Flauto e Flautino
Montag, 19. August 2019

Vivaldi, Antonio - Concerti per Flauto e Flautino

Flöten im barocken Prachtgewand


Label/Verlag: Arcana
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das einleitende Konzert ?La Pastorella? begrüßt mit dem Klang einer Drehleier, welcher die beiden Ecksätze untermalt.

Sieben barocke Flötenkonzerte von Vivaldi sind in dieser Einspielung enthalten. Sie folgen dem für diesen Komponisten (und seine Zeit) typischen Dreisatzschema bei dem zwei schnelle, lebhafte Sätze (allegro) einen langsameren, ruhigen Satz (largo) umschließen. Die Gattung des Solokonzerts wurde von Vivaldi maßgeblich geprägt und geformt, sein schon zu Lebzeiten in ganz Europa verbreitetes Werk ‘L´estro armonico’ bezeugt dies.

Die CD ist schon aufgrund der Besetzung ein Aushängeschild. Die Flötistin Dorothee Oberlinger interpretiert mit dem Barockensemble ‘Sonatori de la gioisa marca’.

Oberlinger musizierte bereits mit verschiedenen Ensembles. Sie ist Trägerin mehrere Preise und Auszeichnungen. Die Musikerin ist als Dozentin ebenso gefragt wie als Interpretin.

‘Sonatori de la gioisa marca’ wurde 1983 im italienischen Treviso gegründet. Das Ensemble gilt europaweit im Bereich der barocken Musik als eine der renommiertesten Klangformationen. Beispielsweise begleitet es 1998 Cecilia Bartoli auf ihrer gefeierten Europatournee.

Die Konzerte

Das einleitende Konzert ‘La Pastorella’ begrüßt mit dem Klang einer Drehleier, welcher die beiden Ecksätze untermalt. Die Einsätze sind wie die gesamte Interpretation sehr exakt. Töne, Phrasierungen und Klangfarben sind genau gewichtet, der gesamte Vortrag wirkt in seinem Formenreichtum einheitlich; ‘wie aus einem Guss’. Oberlinger setzt ihre Triller und Glissandi punktgenau auf den Hintergrund des Ensembles. Saubere Tongebung paart sich mit anmutiger und gefühlvoller Melodieführung. Die Ruhe des Largosatzes konkurriert mit den sprunghaft-fröhlichen Phrasierungen des abschließenden Allegro.

Im folgenden Konzert (RV 101) fällt vor allem der Largo-Mittelsatz durch die zupfenden Violinen auf. Über diesem klanglichen Hintergrund wirkt die Flöge beinahe schon ätherisch. Das Allegro des Schlusssatzes weist am Ende eine reizvolle dynamische Steigerung auf.

RV 108 zeichnet sich in den Ecksätzen durch ein wechselseitiges Verhältnis des Soloinstruments zur den Violinen aus, welches im ersten Satz zum Dialog wird. Die schnellen Läufe beider Instrumente fügen sich in schnellen Tempi fugenlos aneinander. Im Schlusssatz dominiert das Cembalo den klanglichen Hintergrund.

Die beiden hochvirtuosen Konzerte RV 444 und RV 443 verdienen es, besonders erwähnt zu werden. Im Ersten wurde eine Sopraninoblockflöte verwendet. In den hohen Passagen ist ihr Klang für manche Geschmäcker wohl zu ‘schrill’, der hohe Ambitus und die schnellen Läufe verlangen – wie im Booklet erwähnt – eher die Beweglichkeit eines Violinisten als eines Holzbläsers. Die Flötistin meistert diese hohen Anforderungen jedoch glänzend. Ihrer Leistung ist hoher Respekt zu zollen. Die hohen und schnellen Melodien mit ihren zahlreichen Trillern und Tonsprüngen können programmatisch als Singvogel verstanden werden, der in den sonnigen Himmel aufsteigt um mit überschwänglicher Freude den Frühling zu begrüßen.

In RV 443 mit Sopranblockflöte bildet der Largosatz mit seiner dunklen und melancholischen Stimmung, erzeugt vor allem durch die langen und tiefen Notenwerte der Streicher, einen Gegensatz zum temperamentvollen Schlusssatz im Allegro Molto.

RV 442 ist im Booklet als ‘weihnachtlich pastorales Cocerto’ ausgewiesen. Jeder seiner drei Sätze wurde später von Vivaldi in Form einer Da-capo Arie in einem seiner Vokalwerke verarbeitet. Ein im Autograph des Komponisten durchgestrichenes Cantabile wurde in die Aufnahme integriert (Track 17). Der Charakter auch dieses Stückes wird von den Instrumentalisten gekonnt ausgewogen. Dem melodischen Einfallsreichtum wohnt eine strömende Ruhe inne die sich Takt für Takt entfaltet.

Das die CD abschließende Konzert RV 163 bezieht sich mit seinem Titel ‘Conca’ auf. Es ist die Bezeichnung für eine als Naturtrompete verwendete Muschel mit deren Klang die Seefahrer vor Sturm gewarnt wurden. Muschelklang und Sturm sind in den Sätzen dieser Komposition programmatisch unüberhörbar aufgenommen.

So etwas auf einer Flöte

Die Aufnahmequalität dieser Einspielung ist einwandfrei. Es gibt keine Nebengeräusche, welche sich störend bemerkbar machen. Die klangfarblichen Eigenheiten der Instrumente entfalten sich ungehindert.

Auf der Homepage von D. Oberlinger ist zu lesen, dass sie nach ihren Konzerten Sätze wie ‘Ich hätte nicht gedacht, dass man das auf einer Blockflöte machen kann’ zu hören bekommt. Dass auch mit einem Instrument, welches mit dem Nimbus des Musikunterrichts für unbedarfte Anfänger behaftet ist, künstlerisch höchst anspruchsvolle Darbietungen möglich sind beweist sie auch auf dieser CD.

Das Booklet in der Kartonhülle informiert mit einem kurzen Text (französisch, italienisch, deutsch und englisch) über die Werke. Ein Bild der Solistin und des Ensembles sind auf der Innenseite der Hülle abgedruckt. Biographische Informationen über die Musiker wären wünschenswert.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Kritik von Martin Kofler,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Vivaldi, Antonio: Concerti per Flauto e Flautino

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Arcana
1
01.10.2009
Medium:
EAN:

CD
3464858013303


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Vivaldi, Antonio


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Interpret(en):Oberlinger, Dorothee


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Arcana

Michel Bernstein hat mit ARCANA eine Institution im Bereich der Alten Musik geschaffen, deren Katalog mit einer Vielzahl prominenter Namen der Alten Musik aufwarten kann, darunter prominente Namen wie Rinaldo Alessandrini, Gunnar Letzbor oder Sigiswald Kuijken. Als der Labelgründer 2006 plötzlich verstarb, schien es zunächst so, als würde dies auch unweigerlich das Ende von ARCANA bedeuten. Zum Glück entschied sich der italienische Vertrieb Jupiter zum Kauf des Labels. Selbstverständlich plant man, es im Sinne seines Gründers weiterführen. Nach und nach werden nun Aufnahmen aus dem umfangreichen Backkatalog des Labels in neuer Gestaltung wieder veröffentlicht und der Katalog durch neue Aufnahmen bewährter Künstler und von Neuzugängen (darunter Marco Beasley und das Ensemble Accordone) erweitert.


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