> > > Poulenc, Francis: Sonata for Flute and Piano
Freitag, 5. März 2021

Poulenc, Francis - Sonata for Flute and Piano

Zarte Ranken


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Nicht nur für Freunde der Flöte ein Gewinn!

Die Querflöte spielt in Frankreich eine bedeutende Rolle – das dokumentiert auch die vorliegende CD aus dem Hause Naxos, auf der kleinere Flötenkompositionen von sechs französischen Komponisten des 20. Jahrhunderts versammelt sind. Die Eröffnung des Programms liegt bei Francis Poulenc (1899-1963), einem Mitglied der Gruppe ‚Les Six’ – mit seiner späten Flötensonate kommt das wohl bekannteste Stück dann auch gleich zu Beginn. Das dankbare Werk leuchtet in milden und warmen Farben und bietet den Interpreten zahlreiche Möglichkeiten, Technik und Gestaltungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Von spürbar höherer Intensität ist Olivier Messiaens ‚Le Merle Noir’ (Die Amsel). Der spätere Komponist des ‚Vogelkatalogs’ hat den sympathischen Singvogel vermittels eines hochvirtuosen und technisch herausfordernden Flötenparts über kargen Klavierklängen bewegend in Töne gesetzt. Genau wie bei ‚Le Merle Noir’ handelt es sich auch bei den Sonatinen von Pierre Sancan (geb. 1916) und Henri Dutilleux (geb. 1916) um Prüfungsstücke für das Pariser Konservatorium – zwei wiederum dem impressionistischen Farbenzauber zuzurechnende Werke. André Jolivets (1905-1974) ‘Chant de Linos’, eine Art antike Begräbnisklage, sorgt dann für einen weiteren Gegenpol, bevor Pierre Boulez’ (geb. 1925) Sonatine das Programm auf synthetische beschließt. Boulez bringt in dem kurzen Stück allerhöchste Intensität, berückende Klangschönheit und äußersten technischen Anspruch unter einen Hut.

Wandlungsreicher Ton

Patrick Gallois ist ein erstklassiger Flötist, der neben technischen Fähigkeiten zudem auch über – bei stets gewahrter Klarheit und Klangsicherheit – einen äußerst wandlungsreichen Ton verfügt. Die hier präsentierten Werke schöpfen dieses Spektrum dann auch voll aus: Die sanften, von den Vorstellungen des Impressionismus geprägten Farben gelingen Gallois ebenso überzeugend, wie die eher auf die Herausstellung technischer Fertigkeiten fixierten Abschnitte. Die schrillen Töne am Ende der Boulez-Sonatine zeigen dann auch, dass Gallois alles andere als ein Kuschelmusiker ist. Das nach Bedarf äußerst delikate und fein hingetupfte oder kräftig zupackende Klavierspiel Lydia Wongs steht dem zum Glück in nichts nach, so dass, natürlich auch unter der Voraussetzung des glücklichen Zusammenspiels der beiden Musiker, ein überzeugendes Gesamtbild entsehen kann.

Die 2003 entstandene Aufnahme ist in technischer Sicht klar und fehlerfrei; vielleicht ist, als einziger Kritikpunkt, die Flöte eine Nuance zu weit in den Vordergrund geraten. Das Booklet ist, wie bei Naxos die Regel, recht schlicht, aber durchaus informativ. Schade nur, dass die CD mit knapp einer Stunde Spielzeit nicht ganz voll geworden ist – für ein weiteres kleines Stück wäre locker noch Platz gewesen. Die Aufnahmebereitschaft meinerseits zumindest wäre voll und ganz gegeben gewesen ... Nicht nur für Freunde der Flöte ein Gewinn!

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Poulenc, Francis: Sonata for Flute and Piano

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Naxos
1
07.02.2005
Medium:
EAN:

CD
0747313232826


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Boulez, Pierre
Dutilleux, Henri
Jolivet, André
Messiaen, Olivier
Poulenc, Francis
Sancan, Pierre


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Interpret(en):Gallois, Pascal
Wong, Lydia


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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