> > > Britten, Benjamin: The Turn of the Screw
Dienstag, 30. November 2021

Britten, Benjamin - The Turn of the Screw

Spannungs-Schraube


Label/Verlag: Opus Arte
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Mit der Produktion von 2005 legt der britische Sender BBC eine filmische Umsetzung der Oper vor, die sich musikalisch ohne weiteres mit der maßstäblichen Audioaufnahme messen kann

Benjamin Brittens Oper ‚The Turn of the Screw’ nach der unheimlichen Geistergeschichte von Henry James ist eine Metapher für den ewigen Wettstreit zwischen Gut und Böse, sowie eines seiner rätselhaftesten Werke. Auch wenn andere Opern Brittens ‚The Turn of the Screw’ an Popularität übertreffen, ist das kammermusikalische Werk ein kompositorisches Kleinod, das eine schier ungeheure Bandbreite an Stimmungen und Farben mit vergleichsweise kleinem Orchester erzeugt. Die formalen Vorgaben sind streng: zum ersten mal verwandte Britten Elemente der Zwölftonmusik, um seiner Oper einen in sich geschlossenen Aufbau zu geben. Das Grundthema ist ein Motiv aus zwölf Tönen, das am Anfang vorgestellt wird. Im Laufe der folgenden Szenen wird das Thema 15 mal variiert und schraubt sich – ganz im Sinne des Titels – im Laufe der Oper hör- und spürbar fest.

Überzeugend

Mit der vorliegenden Produktion legt der britische Sender BBC eine filmische Umsetzung der Oper vor, die sich musikalisch ohne weiteres mit der maßstäblichen Audioaufnahme messen kann, die der Komponist in den 50er Jahren mit dem English Opera Group Orchestra und herausragenden Kräften einspielte; darunter sein Lebensgefährte Peter Pears, Jennifer Vyvyan und Joan Cross.

50 Jahre späte musizieren die Mitglieder der City of London Sinfonia unter der Leitung Richard Hickoxs genau so sauber und sorgfältig. Gesanglich überzeugen Mark Padmore im Prolog und als Quint und Lisa Milne als Gouvernante restlos. Herausragend sind auch die Leistungen der beiden Kinder Nicholas Kirby Johnson (Miles) und Caroline Wise (Flora). Klangtechnisch punktet die Aufnahme durch ein transparentes und plastisches Klangbild mit satter Dynamik.

Packend

Mindestens genau so stark wie die musikalische Qualität der Aufnahme ist die packende filmische Umsetzung der Regisseurin Katie Mitchell. Ihre kunstvolle Kameraführung erinnert an Alfred Hitchcocks psychologisierende Erzählkunst. In traumhaft schönen Bildern führt Mitchel den Zuschauer durch nebelverhangene Parklandschaften, marmorgleißende Friedhöfe und die dunklen Winkel des einsamen Herrenhauses, das genau so finster ist wie die Albträume seiner Bewohner.

Mitchel konzentriert sich ganz auf das dramatische Potential der Oper. In Rückblenden und simultanen Handlungssträngen nutzt sie die filmischen Möglichkeiten des Stoffes. Indem sie die Handlung im 19. Jahrhundert ansiedelt, findet sie einen soliden Ausgleich zwischen Brittens Oper und James’ Novelle. Dabei schafft sie ein autonomes Filmkunstwerk, das ganz nah an der Oper verbleibt. Sie entwirft Szenen und Bilder, die noch lange in Erinnerung bleiben und dreht selbst ganz gehörig an der Spannungs-Schraube, die die Faszination dieser Oper ausmacht.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:
Features:
Regie:








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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Britten, Benjamin: The Turn of the Screw

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Opus Arte
1
07.02.2005
Medium:
EAN:

DVD
0809478009078


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Britten, Benjamin


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Dirigent(en):Hickox, Richard
Orchester/Ensemble:City of London Sinfonia
Interpret(en):Padmore, Mark
Milne, Lisa
Davies, Catrin Wyn
Montague, Diana
Johnson, Nicholas Kirby
Wise, Caroline


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Opus Arte

Opus Arte ist eines der weltweit führenden DVD-Labels. Spezialisiert auf Oper und Tanz, enthält unser Katalog eine Vielzahl musikalischer Erfahrungen. Angefangen bei der Grand Opera hin zu märchenhaften Balletten, von zeitgenössischem Tanz hin zu Künstlerporträts - und nicht zu vergessen zu einer Party im rückseitigen Garten ihrer Majestät!
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