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Montag, 29. November 2021

Graun, Johann Gottlieb - Concertos

Vergnügliches aus Berlin, serviert von Wienern


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Wiener Akademie hat sich in den letzten Jahren zu einem erstklassigen Barockorchester entwickelt.

Johann Gottlieb Graun (1702-1771) war jahrzehntelang Konzertmeister der preußischen Hofkapelle unter Friedrich dem Großen. Er prägte das Berliner Musikleben seiner Zeit wesentlich mit, gemeinsam mit seinem Bruder Carl Heinrich. Viele Werke sind nicht eindeutig einem der Brüder Graun zuschreibbar, weil sie nur unter ‚Graun‘ überliefert sind. Das gilt zum Beispiel für das hier eingespielte Violinkonzert in A-Dur.

Abwechslungsreicher Querschnitt

Die Wiener Akademie unter Martin Haselböck hat einen ansprechenden, abwechslungsreichen Querschnitt aus Grauns kompositorischem Schaffen auf dem Gebiet der Instrumentalmusik zusammengestellt – zwei Violinkonzerte, ein Konzert für Viola da gamba, eine Sinfonie. Die Werke gereichen ihrem Schöpfer zur Ehre: Carl Heinrich Graun war ein modernen Strömungen aufgeschlossener, hoch talentierter Komponist. Insbesondere die Violinkonzerte verlangen dem Solisten einiges an Virtuosität ab – kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Carl Heinrich Graun einer der bedeutendsten Geiger seiner Zeit war und beim Konzertmeister der berühmten Dresdner Hofkapelle, Johann Georg Pisendel, ausgebildet wurde. Als Zeugnis der bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts hinein kontinuierlich hohe Wertschätzung der Gambe in Mitteldeutschland mag das schöne Gambenkonzert in A-Dur gelten. Auch dieses Werk ist spieltechnisch höchst anspruchsvoll.

Die Wiener Akademie hat sich gemacht

Die Wiener Akademie hat sich in den letzten Jahren zu einem erstklassigen Barockorchester entwickelt. Die ersten Einspielungen des Ensembles zeichneten sich noch durch ein manchmal zu stark aufgerautes al fresco-Musizieren aus; davon ist mittlerweile nichts mehr zu spüren, respektive zu hören. Gleich die einleitende Sinfonie lässt aufhorchen: Prächtige trompetenüberstrahlte Tutti, ein sehr gut ausbalancierter, homogener Orchesterklang und akzentuiertes, frisches Spiel erfreuen das Ohr. Im d-Moll-Violinkonzert ist der Ukrainer Ilja Korol als Solist zu hören, im A-Dur-Konzert der Deutsche Daniel Sepec. Welchem von beiden gebührt die Krone? Das ist kaum zu entscheiden. Beide praktizieren ein uneitles, unaufdringliches Geigenspiel. Korol hat den Vorteil eines pathetischeren, wirkungsvolleren Werkes Sepec kann namentlich im Schlusssatz seine phänomenale Technik präsentieren. Der Italiener Vittorio Ghielmi, ein Bruder des Cembalisten und Organisten Lorenzo Ghielmi, meistert den anspruchsvollen Gambenpart mit Bravour. Die Wiener Akademie setzt Akzente und bestätigt ihren Ruf als hervorragendes Barockorchester. Martin Haselböck findet die richtigen Tempi und rückt Grauns Musik ins rechte Licht.

Das Rundum stimmt

Bei cpo stimmt das Rundum immer: Jede einzelne Künstlerbiographie ist so lang wie bei anderen Labels ein ganzes Booklet, der Einführungstext vom bewährten Autor Andreas Friesenhagen enthält wie immer alles, was man sich wünscht. Eine cpo-Produktion von hohem dokumentarischem Wert, vollgepackt mit erstklassiger Musik.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Dr. Franz Gratl Kritik von Dr. Franz Gratl,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Graun, Johann Gottlieb: Concertos

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
cpo
1
20.03.2005
Medium:
EAN:

CD
0761203988723


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Graun, Johann Gottlieb


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Dirigent(en):Haselböck, Martin
Interpret(en):Korol, Ilia
Sepec, Daniel
Ghielmi, Vittorio


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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