> > > Bellini, Vincenzo: Norma
Montag, 6. Juli 2020

Bellini, Vincenzo - Norma

Ein Klassiker neu aufgelegt


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Firma NAXOS hat in der Reihe Great Opera Recordings die legendäre Einspielung aus dem Jahr 1954 mit Maria Callas wieder neu aufgelegt. Eigentlich ist dem nichts mehr hinzufügen, Maria Callas und Norma sind auch heute noch wie siamesische Zwillinge verbunden und für jedermann ein Begriff. Aber gibt es darüber hinaus nicht weitere interessante Fakten über dieses Werk und die vorliegende Einspielung zu entdecken?

Als Vincenzo Bellini 1835 mit 34 Jahren in Paris starb, hatte er schon 12 Opern komponiert. Er selbst bezeichnete Norma als sein bestes Werk, und in der Tat ist dieser Oper seit der Uraufführung, am 26.12.1831 an der Mailänder Scala, bis heute ein steter Erfolg beschieden gewesen. Hätte Bellini länger gelebt, so würde Norma zu seinen Frühwerken gehören, und somit repräsentiert dieses Werk eigentlich erst den Anfang im musikalischen Schaffen eines enorm großen Talents. Kaum vorstellbar, was Bellini noch hätte schaffen können, wenn er nicht so früh gestorben wäre. Auch Richard Wagner schätzte Bellinis Werke und berichtet in seiner Autobiografie Mein Leben von verschiedenen Aufführungen der Opern des sanften Sizilianers, wie er ihn nannte, was beweist, dass Bellinis Opern schon zu seinen Lebzeiten in ganz Europa bekannt waren und aufgeführt wurden.
Zurück zur Norma! Die Titelpartie dieser typischen Belkanto-Oper ist für jede Interpretin eine enorme Herausforderung und man rühmt Maria Callas als die ideale Interpretin. Vor ihr habe viele große Namen wie Rosa Raisa, Rosa Ponselle, Zinka Milanova diese Partie gesungen. Man sagt, sogar die schwedische Nachtigall Jenny Lind soll die Norma im Repertoire gehabt haben. Auch Lilli Lehmann sang die Partie und bezeichnete die Schwierigkeiten der Norma größer als die drei Ring-Brünnhilden zusammen.

Das Interessante an dieser Naxoseinspielung ist allerdings der Anhang, eine CD mit Höhepunkten früherer Normaaufführungen aus den Jahren 1927-1936. Interpreten sind berühmte Sänger wie Ezio Pinza, Francesco Merli, Rosa Ponselle, Gina Cigna und Tancredi Pasero. Mir persönlich gefällt die Norma von Rosa Ponselle sehr gut, besitzt die Stimme doch ein warmes Timbre und eine aufblühende, schier endlos erscheinende Höhe. Die Interpretation der damaligen Orchester zeichnet sich durch mehr ‚Feuer’ aus; Tullio Serfin, der das Orchester der Mailänder Scala im Jahr 1954 leitet, dirigiert durchweg farbiger und nuancierter. Die in dieser Zeit sehr bekannte Mezzosporanistin Ebe Stignani in der Rolle der Adalgisa ist eine etwas umstrittene Besetzung, schrieb Bellini diese Partie doch ursprünglich für einen lyrischen Sopran und nicht für einen dramatischen Mezzosopran. Ebe Stignanis Mezzo klingt bei allem Wohlwollen nicht mehr taufrisch, die Sängerin begann ihre Karriere schon mit 21 Jahren als Amneris in Neapel im Jahr 1925. Dafür überzeugen der Tenor Mario Filippeschi als Pollione und der Bass Nicola Rossi-Lemeni in der Rolle des Oroveso umso mehr. In weiteren Rollen Paolo Caroli und Rina Cavallari. Doch abgesehen von kleinen Schönheitsfehlern ist diese Neueinspielung der Norma, die im Mai 1954 im Cinema Metropol in Mailand und nicht in der Scala aufgenommen wurde, ein wichtiges Zeitdokument und auch allen Musikfreunden sehr zu empfehlen, für die Bellinis Opern aus der Mode gekommen sind. Vincenzo Bellini, auf dessen Musik auch Giuseppe Verdi aufgebaut hat, überzeugt hier mit der Magie des Gesangs in einer sehr italienischen Ursprünglichkeit und schafft somit ein äußerst intensives und unmittelbares Musikerlebnis.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Midou Grossmann Kritik von Midou Grossmann,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bellini, Vincenzo: Norma

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Naxos
3
10.01.2005
Medium:
EAN:

CD
0636943132524


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Bellini, Vincenzo


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Dirigent(en):Serafin, Tullio
Veneziani, Vittore
Orchester/Ensemble:Orchestra del Teatro alla Scala, Milano
Interpret(en):Caroli, Paolo
Rossi-Lemeni, Nicola
Stignani, Ebe
Filipeschi, Mario
Callas, Maria
Cavallari, Rina


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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