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Dienstag, 16. Juli 2019

Danza Espagnola - Famous guitar music from Spain & South America

Reise über zwei Kontinente


Label/Verlag: Profil - Edition Günter Hänssler
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Man bedauert das Ende der Tour. Aber der Interpret hat mit Bravour bewiesen, dass er sowohl technisch ein höchst anspruchsvoller Gitarrist ist als auch musikalisch sehr überzeugt.

Mit Danza Espanola reiht sich Friedemann Wuttke in die Reihe der Gitarristen ein, die sich der spanischen und südamerikanischen Gitarrenmusik widmen. Seine Einspielung ist eine musikalische Reise über zwei Kontinente und deren gemeinsame Liebe zur Gitarre.

Start in Spanien

Wie bereits seine vorherige CD ist auch diese Einspielung bei Profil Medien erschienen. Das Eröffnungsstück ist sogleich der Namengeber. Wuttke spielt von Enrique Granados (1867-1916) Danza Espanola op. 37, Nr. 5. Dieser spanische Tanz ist Teil eines Zyklus‘ und lässt bereits seine Wurzeln erkennen. Die pochende Einleitung treibt auf eine wunderbar gesangliche Melodie hin, welche Wuttke mit unheimlicher Hingabe spielt. Die spanische Herkunft belegen kräftige und klangvolle Raquados. Mit zarten Trillern gibt Wuttke dem Werk seinen Liebreiz und zieht den Hörer in seinen Zauber.
Auch Isaac Albéniz (1860-1909) ist ein Vertreter der spanischen Gitarrenmusik und komponierte mit Asturias aus der Suite Espagnola op. 47, Nr. 5 ein ebenso typisch spanisches Gitarrenwerk. Mit fortlaufenden Bässen und einem prägnanten Tremolo berichtet Wuttke über die spanische Provinz Asturien. Nachdenklich und bruchstückhaft wirkt der zweite Teil. Hier wird der Hörer in die Welten des Flamenco eingeladen. Das Werk endet in einer gedankenverlorenen Melancholie mit zarten Flageoletts. Wuttke nutzt dieses ruhige Ende, um mit Fernando Sor (1778-1839) fortzufahren. Dies hätte er gegensätzlicher kaum machen können. Mit seiner portato-Gestaltung erzielt er eine heitere, gelassen tänzerische Melodie.

Mit Sors Thema der Variations On A Theme Of The Magic Flute op. 9 bringt Wuttke auch Mozart mit ins Spiel. Im Werk berührt sich die Welt der spanischen Gitarre mit der deutschen Oper, wie es so schön im Booklet heißt. Ab 1819 wurde die italienische Fassung der Zauberflöte in London aufgeführt. Sor muss diese dort gehört haben und verarbeitete den charakteristischen Rhythmus der italienischen Fassung der Arie Das klinget so herrlich in seinem Gitarrenwerk.
Mit Sor‘s Grand Solo op. 14 stellt Wuttke seine hohe technische Versiertheit unter Beweis. Er ist auf dem Griffbrett seines Instruments zu Hause und verschafft seiner Heimat eine musikalische Lebendigkeit, welche auch im hohen Tempo nicht verloren geht.

Zwischenstopp in Lateinamerika

Ulrich Wedlich (*1954) erinnert mit seiner Komposition an den kubanischen Gitarristen und Komponisten Leo Brouwer (1939*). Somit sind wir in Lateinamerika angekommen. Seine Sonata para Guitarra ist eigens für Wuttke komponiert worden. Er blüht mit diesem Werk auf. Das fällt mit seinen mediterranen Klängen aus dem lebhaften Klangeindruck der Einspielung heraus. Es lebt in seinen Sätzen Rubato und Adagio hauptsächlich von einer inneren Ruhe und einer ständig spürbar angenehmen Entspanntheit. Aber auch im anschließenden Vive: Toccata ist eine Ausgeglichenheit auffällig. Mit seiner Ersteinspielung hat Wuttke den künstlerischen Maßstab hoch angesetzt.

Ankunft in Südamerika

Mit dem kurzweiligen Aufenthalt in Brasilien gibt Wuttke dem Hörer die Möglichkeit, sich zu einem Tänzchen hinreisen zu lassen. Hierfür erklingt von Joao Pernambuco (1883-1947) ein Maxixe Choro. Mit einer gefälligen Gestaltung hat man die Melodie schnell im Ohr und fröhlich sich bewegende Brasilianerinnen vor dem gedanklichen Auge. Das Ziel der musikalischen Reise befindet sich in Argentinien. Mit Maximo Diego Pujol (1957*) und seinem Preludio Triston gibt Wuttke die Gelegenheit, das Gehörte Revue passieren zu lassen.
Man bedauert das Ende der Tour. Aber der Interpret hat mit Bravour bewiesen, dass er sowohl technisch ein höchst anspruchsvoller Gitarrist ist als auch musikalisch sehr überzeugt. Hut ab und auf zur zweiten Reise über zwei Kontinente und deren Länder!

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Kritik von Maxi Löffler,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Danza Espagnola: Famous guitar music from Spain & South America

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Profil - Edition Günter Hänssler
1
15.04.2005
52:38
2004
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
881488402421
PH04024


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Albéniz, Isaac
 - Asturias op. 47, No. 5 -
Granados, Enrique
 - Danza Espanola op. 37, No. 5 -
Pernambuco, Joao
 - Maxixe Choro -
Pujol, Maximo Diego
 - Preludio Tristón -
Sor, Fernando
 - Variations on a theme of the Magic Flute -
Wedlich, Ulrich
 - Sonata para Guitarra -


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Interpret(en):Wuttke, Friedemann


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"Gitarrenmusik aus Spanien und Südamerika - der Gitarrist Friedemann Wuttke präsentiert eine CD mit wunderbar magischen Momenten und den großartigsten Kompositionen für Gitarre. "


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Profil - Edition Günter Hänssler

Profil - The fine art of classical music
EDITION GÜNTER HÄNSSLER - EIN LABEL MIT "PROFIL"
Bei der Gründung seiner "EDITION GÜNTER HÄNSSLER" und dem neuen Label "PROFIL" betrat Produzent Günter Hänssler, der ehemalige Chef des erfolgreichen Labels Hänssler Classics, mit einer ganz klaren Philosophie und Zielsetzung den Klassik-Markt:
"Nur ein Label mit einem klaren PROFIL, mit einem eindeutigen Wiedererkennungseffekt hat heute noch eine Chance auf dem heiß umkämpften CD-Markt - um die Liebhaber klassischer Musik heute mit einem Produkt zu überzeugen braucht man Originalität, Innovation und optimierte Vertriebswege."
Der Name PROFIL ist Programm. Günter Hänssler denkt in Serien. Nur groß angelegte Projekte haben heute noch eine Chance, sich nachhaltig auf dem Markt wiederzufinden. So entstanden international hoch gepriesene und mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnete Editionen wie die EDITION STAATSKAPELLE DRESDEN oder die GÜNTER WAND EDITION.
Die Repertoire-Politik ist charakteristisch. Eine Auswahl erster internationaler Künstler finden sich im Programm von PROFIL ebenso wieder wie erfolgreiche Newcomer der Klassikszene, darunter das mehrfach preisgekrönte Klenke-Quartett, das in der Interpretation von Kammermusik in den letzten Jahren neue Maßstäbe setzen konnte.
Ergänzt wird das Repertoire durch ausgewählte, digital aufwendig restaurierte historische Aufnahmen, Interpretationen von legendärem Ruf in neuer, bisher nicht gekannter digitaler Klangqualität. Auf diese Weise schlägt PROFIL die Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und versteht sich so auch als Bewahrer musikalischer Traditionen.
PROFIL: Ein Programm - eine Verpflichtung aus Tradition!


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