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Montag, 24. Februar 2020

Donizetti, Gaetano - La Favorite

Eine Rarität. Ja, und ?


Label/Verlag: OehmsClassics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


So rieselt doch der Staub über einer Rarität, die nun auf CD gebrannt, dort hingehen wird, wo sie herkam, ins Archiv nämlich.

Ohne Fleiß kein Preis, so der Volkmund. Wagners Preis für eine – nach eigenen Worten – demütigende doch hilfreiche Arbeit, betrug genau 1100 Francs. Dafür hatte er, dessen finanzielle Situation in Paris mehr als katastrophal war, in trockener Fleißarbeit Donizettis Oper ‘La Favorite’ von 1840 für zwei Violinen bearbeitet. Donizetti war in Paris erfolgreich, also brauchte man Fassungen seiner Hits für das Café oder den Salon. Das war eine Fronarbeit, man meint es zu hören, denn von Wagner hört man nämlich gar nichts. Von Donizetti ja, aber zwei Violinen vermögen nicht wiederzugeben, was ein belcantistischer Opernapparat an emotionalen Schwingungen zu erzeugen vermag.

Manchmal, wenn die Melodie der großen Arie Alfonsos erklingt, dann kommt auch so etwas wie Opernstimmung auf. Aber den Atem finaler Ensembleszenen vermögen zwei noch so meisterhaft gespielte Violinen nicht wiederzugeben. Virtuos und kammermusikalisch sehr fein gewebt gelingen etwa die beiden Stücke ‘Pas de Trois’ und ‘Pas de Six’ aus dem zweiten Akt. Auch fehlt es nicht an Temperament im ‘Final de la Danse’. Elegisch schmilzt Fernandos letzte Cavatine, Leonoras glücklicher Tod in des geliebten Armen aber kommt über das Maß eines hübschen Zugabestückes nicht hinaus. Mit Matthias Wollong und Jörg Faßmann, beide in hervorragenden Positionen der Sächsischen Staatskapelle Dresden, widmen sich zwei exzellente Musiker dem insgesamt recht spröden Werk.

Auf der Suche nach ausgefallenen Werken für die Dresdner Musikfestspiele 2003, die unter dem Thema ‘Wagner&Wolf’ stattfanden, kam Festspielchef Hartmut Hähnchen an das einzig vollständig erhaltene Exemplar des Druckes. Es befand sich im Nachlass von Alfred Cortot. Dies und andere Informationen entnimmt man dem schlichten Booklet. Der Opernregisseur Michael Dißmeier hat Zwischentexte verfasst, die der Schauspieler Daniel Morgenroth spricht. Beide wollen Kunst machen, so klingt das auch, da liebt einer ‘frenetisch’, eine ‘Nachricht gellt durch die lauen Lüfte’...usw. So rieselt doch der Staub über einer Rarität, die nun auf CD gebrannt, dort hingehen wird, wo sie herkam, ins Archiv nämlich.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Donizetti, Gaetano: La Favorite

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
OehmsClassics
1
01.01.2012
Medium:
EAN:

CD
4260034863712


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Donizetti, Gaetano


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Interpret(en):Wollong, Matthias
Faßmann, Jörg
Morgenroth, Daniel


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OehmsClassics

Ein erfülltes Leben ist ohne Musik kaum denkbar. Musik spiegelt unsere Wahrnehmung der Umwelt und die Realität heutiger wie vergangener Zeiten. Gute Musik ist immer neu, immer frisch, immer wieder entdeckenswert. Deshalb bin ich überzeugt: Es gibt nicht -die- eine, definitive, beste Interpretation der großen Werke der Musikgeschichte. Und genau das macht klassische Musik so spannend: Jede Musikergenerationen experimentiert, entdeckt neue Blickwinkel, setzt unterschiedliche Schwerpunkte - derselbe Notentext wird immer wieder von anderen Strömungen belebt.

Deshalb ist ein Musikstück, egal aus welchem Jahrhundert, auch immer Neue Musik. OehmsClassics hat es sich zur Aufgabe gemacht, am Entdecken der neuen Seiten der klassischen Musik mitzuwirken.

Unser Respekt vor den künstlerischen Leistungen der legendären Interpreten ist gewiss. Unser Ziel als junges CD-Label sehen wir jedoch darin, den interpretatorischen Stil der Gegenwart zu dokumentieren. Junge Künstler am Anfang einer internationalen Karriere und etablierte Künstler, die neue Blickwinkel in die Interpretationsgeschichte einbringen - sie unterstützen wir ganz besonders und geben ihnen ein Forum, um auf dem Tonträgermarkt präsent zu sein.

Sie, liebe Musikhörer, bekommen damit die Gelegenheit, heute die Musikaufführung zu Hause nachzuvollziehen, die Sie gestern erst im Konzertsaal oder Opernhaus gehört haben. Wir laden Sie ein, gemeinsam mit uns die neuen Seiten der klassischen Musik zu erleben!


Ihr
Dieter Oehms


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