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Dienstag, 17. September 2019

Beethoven, Ludwig van - Die Klavierkonzerte

Mit Intellekt und Geist


Label/Verlag: Berlin Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


‚Das war echter Beethoven im großen Stil’, schrieb die ‚Los Angeles Times’ 1993 anlässlich eines Gastspiels von Peter Rösel in der Hollywood Bowl. Was Rösel mit dem Berliner Sinfonie-Orchester Berlin unter Claus Peter Flor auf Platte dokumentierte, ist echter Beethoven. Deshalb noch ein Geburtstagsgeschenk zum Sechzigsten des Dresdener Pianisten Peter Rösel: Berlin Classics legt nach und Beethovens Klavierkonzerte in Rösels Einspielungen aus den späten 80er und frühen 90er Jahren noch einmal neu auf.

Klare Strukturen

Peter Rösel zählt mit Fug und Recht zu einem der versiertesten Pianisten dieser Zeit. Bevorzugt er in der Musik für Klavier solo die Intimität der Einsamkeit des Einzelspielers, so kommuniziert er hier in Beethovens Klavierkonzerten mit dem Orchester in größter Binnenspannung. Das selbstvergessen selbstverliebte Virtuosentum liegt Rösel fern, er weitet stets den Blick auf die symphonische Anlage und den Dialog mit dem Orchester. Brillanter Anschlag, spannungsgeladene Crescendi und Decrescendi verbinden sich mit dem untrüglichen Kalkül für den großen Bogen. Bei Rösel gewinnt jede Note an Bedeutungstiefe, ohne schwer zu wirken, immer deutlich und akkurat hörbar und doch immer auch im Fluss der Musik eingebunden. Hier verbinden sich Technik, Genauigkeit mit Intellekt, Geist und musikalischer Weitsicht.

Das andernorts propagierte Motto des ‚historisch informierten’ Orchesterklangs hat sich das Berliner Sinfonie-Orchester nicht auf die Fahnen geschrieben. Den Hörer erwartet kein Spaltklang der Textur. Hier wird noch mit subtil vibratösem Bogen gestrichen und es ist der Flexibilität des Ohres zu danken, akustisch abstrahieren zu können und die historische Aufführungspraxis auch einmal zum Teufel zu jagen. Das soll natürlich nicht heißen, dass Claus Peter Flor stattdessen mit ausgewaschenem Pinsel einfach nur klanglich schönfärbt. Nicht nur differenziert er die Partituren dynamisch ausgezeichnet aus, nicht nur lässt er in der Interaktion mit dem Klavierpart die Transparenz des Orchestersatzes aufleuchten, sondern greift durchaus auch kernige Tempi auf. Die einzelnen Orchestergruppen spielen klar strukturiert und mit rhythmisch bestechender Präzision, mit großem Bedacht auf die musikalische Interpunktion.

Das Klangbild ist in Höhen und Tiefen hervorragend ausbalanciert und dynamisch plastisch. Die klangliche Ausgewogenheit zwischen Solist und Orchester besticht ebenfalls. Durch diese Neuauflage gewinnt der an Einspielungen der Klavierkonzerte Beethovens nicht gerade dezimierte Markt ein neues Glanzlicht.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Erik Daumann Kritik von Erik Daumann,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Beethoven, Ludwig van: Die Klavierkonzerte

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Berlin Classics
3
21.02.2005
Medium:
EAN:

CD
0782124134723


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Beethoven, Ludwig van


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Dirigent(en):Flor, Claus Peter
Orchester/Ensemble:Berliner Sinfonie-Orchester
Interpret(en):Rösel, Peter


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Berlin Classics

Berlin Classics (BC) ist das Klassik-Label der Edel Germany GmbH. Es ist das Forum für zahlreiche bedeutende historische Aufnahmen, wichtige Beiträge der musikalischen Zentren Leipzig, Dresden und Berlin sowie maßgebliche Neuproduktionen mit etablierten und aufstrebenden jungen Klassik-Künstlern. Dazu zählen etablierte Stars, wie z.B. die Klarinettistin Sharon Kam, die Pianisten Ragna Schirmer, Sebastian Knauer, Matthias Kirschnereit, Anna Gourari und Lars Vogt, die Sopranistin Christiane Karg oder auch die Ensembles Concerto Köln, Pera Ensemble, sowie der Dresdner Kreuzchor und das Vocal Concert Dresden. Mehrfach wurden Produktionen mit einem Echo-Preis ausgezeichnet. Im Katalog von Berlin Classics befinden sich Aufnahmen mit Kurt Masur, Herbert Blomstedt, Kurt Sanderling, Franz Konwitschny, Hermann Abendroth, Günther Ramin, Peter Schreier, Ludwig Güttler, Dietrich Fischer-Dieskau, die Staatskapellen Dresden und Berlin, das Gewandhausorchester Leipzig, die Dresdner Philharmonie, die Rundfunkchöre Leipzig und Berlin, der Dresdner Kreuzchor und der Thomanerchor Leipzig. Sukzesssive wird dieses historische Repertoire für den interessierten Hörer auf CD wieder zugänglich gemacht, wobei die künstlerisch hochrangigen Analogaufnamen mit größter Sorgfalt unter Anwendung der Sonic Solutions NoNoise-Technik bearbeitet werden, um sie an digitalen Klangstandard anzugleichen.


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