> > > Dvorák, Antonín: Symphonie No. 6
Samstag, 25. Januar 2020

Dvorák, Antonín - Symphonie No. 6

Rumpelnde Folklore


Label/Verlag: LSO Live
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Zum kennen Lernen der Symphonie eignet sich die mit 46 Minuten Spieldauer übrigens sehr kurze CD auf jeden Fall, wer eine feinere Interpretation hören möchte sei auf Rafael Kubeliks Referenzeinspielung mit den Berliner Philharmonikern verwiesen.

Die Anregung zu Dvoraks sechster Symphonie kam von Hans Richter, dem viel daran gelegen war, tschechische Künstler zu fördern. Er beabsichtigte das rasch konzipierte Werk im Dezember 1880 mit den Wiener Philharmonikern uraufzuführen. Wegen politischer Spannungen konnte das Vorhaben aber nicht realisiert werden: Einige Orchestermusiker legten ihr Veto gegen die Aufführung eines slawischen Werks ein. So wurde die Symphonie am 25. März 1881 in Prag aus der Taufe gehoben. Das Publikum nahm die Novität so begeistert auf, dass der Furiant daraus wiederholt werden musste. Die große Euphorie ist keine Überraschung, da das slawische Idiom in dieser Partitur auch abseits dieses Furiants eine noch größere Rolle spielt als in Dvoraks vorangegangen Symphonien. Der Furiant zählt indessen wie alles, was in Dvoraks Symphonik ‘typisch tschechisch’ klingt, nicht zu den Transkriptionen vorgefundener Tanz- oder Volksliedthematik, sondern zu den vom Komponisten erfundenen  Lied- und Tanzweisen, die Volksmelodien sein könnten, da sie sich deren Rhythmik, Metrik und Bauprinzipien als Grundriss bedienen und sie symphonisch stilisieren. Abgesehen von diesem nationalen Couleur ist die Partitur auch von Brahms zweiter Symphonie beeinflusst, was sich unter anderem in der Wahl der Tonart, dem ¾ Rhythmus des Kopfsatzes sowie der Orchestrierung und der Durchführung niederschlägt. Der Adagio-Satz zeigt auch eine starke Beeinflussung durch Beethovens neunter Symphonie.

Sir Colin Davis interpretiert das Werk strukturell sehr übersichtlich und mit raschen Tempi, wobei die plump wirkenden Fortestellen befremden, was allerdings nicht als Kritik an dem ansonsten sehr federnd und klar spielendem London Symphonie Orchestra verstanden werden soll. Colin Davis hat ja auch bei seiner schon Jahre zurückliegenden Einspielung des ‘Freischütz’ gezeigt, dass er volkstümlich gerne mit polternd gleichsetzt. Hervorragend gelungen ist die tontechnische Seite dieses 2004 entstandenen Mitschnitts: Das Klangbild ist sehr natürlich und in Bezug auf die einzelnen Instrumentengruppen ausgewogen, was bei dieser sehr blechlastig instrumentierten Partitur ein doppeltes Plus bedeutet.

Zum kennen Lernen der Symphonie eignet sich die mit 46 Minuten Spieldauer übrigens sehr kurze CD auf jeden Fall, wer eine feinere Interpretation hören möchte sei auf Rafael Kubeliks Referenzeinspielung mit den Berliner Philharmonikern verwiesen.  

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Dvorák, Antonín: Symphonie No. 6

Label:
Anzahl Medien:
LSO Live
1
Medium:

SACD


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Schostakowitsch, Dimitri


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Dirigent(en):Davis, Sir Colin
Orchester/Ensemble:London Symphony Orchestra


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LSO Live

Einspielungen des Labels LSO Live vermitteln die Energie und Emotion der großartigsten Aufführungen mit höchster technischer Qualität und Finesse.

Liveaufzeichnungen bedeuteten früher gewöhnlich Kompromisse, aber heutzutage kann mit Hilfe der besten Aufnahmetechnik im Konzertsaal die Vitalität festgehalten werden, die im Studio so schwer nachzustellen ist.
Durch das Zusammenschneiden mehrerer Aufführungen können wir eine Vorlage schaffen, die die Spannung einer Konzertaufführung ohne unerwünschte Nebengeräusche bewahrt.

Seit 2000 veröffentlichte das LSO Live über 80 Alben und nahm zahlreiche Preise entgegen. Das London Symphony Orchestra war schon früher das am meisten aufgenommene Orchester der Welt, hatte es doch für zahlreiche Plattenfirmen gearbeitet und viele der berühmtesten Filmmusiken eingespielt. Die Investition in unsere eigenen Aufnahmen ermöglicht dem Orchester jedoch abzusichern, dass jede Veröffentlichung den höchsten Qualitätsansprüchen genügt und das Hören der besten Musik allen Menschen zugänglich ist.

Das LSO Live war eines der ersten klassischen Plattenfirmen, die Downloads anboten, um ein breiteres Publikum anzusprechen. Wir geben auch unsere Einspielungen im SACD Format (Super Audio Compact Disc) heraus. SACDs lassen sich auf allen CD-Spielern abspielen, ermöglichen aber den Hörern mit speziellen SACD-Spielern den Genuss eines hochaufgelösten, mehrkanaligen Klangs.

London Symphony Orchestra
Das London Symphony Orchestra wurde 1904 von einer Gruppe von Musikern gegründet, die für den Dirigenten Henry Wood spielten. Sie wollten ihr eigenes Orchester leiten und die Wahl haben, mit welchen Dirigenten sie zusammenarbeiteten. Sie beschrieben das LSO als eine musikalische Republik, und das Orchester war über Nacht ein Erfolg.

Heute gibt das LSO ungefähr 70 Konzerte pro Jahr in London und bis zu 90 auf Tournee. Es ist regelmäßig auf Konzertreise durch Europa, Nordamerika und im Fernen Osten. Waleri Gergijew ist seit 2007 Chefdirigent des LSO und Sir Colin Davis sein Präsident.

Das LSO organisiert auch das in der Welt am längsten laufende und umfangreichste Bildungsprogramm eines Orchesters: LSO Discovery. Mit seinem Sitz im Londoner Musikbildungszentrum LSO St Lukes schafft Discovery die Möglichkeit für Menschen aller Altersgruppen und Veranlagungen, mit Musikern des LSO zusammenzuarbeiten, etwas über Musik zu lernen und ihre Fertigkeiten zu entwickeln.


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