> > > Chant d'amour: Liebeslieder von Schumann, Bizet, Verdi, Wolf & Schostakowitsch
Sonntag, 21. Juli 2019

Chant d'amour - Liebeslieder von Schumann, Bizet, Verdi, Wolf & Schostakowitsch

Chant d´amour


Label/Verlag: VMS Musical Treasures
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Wieder eine Produktion mit Liebesliedern verschiedener Komponisten zu einer CD zusammen gestellt. Das ewig populäre Thema aller Künste und Kulturen, Epochen und Zeitalter.
Was sagt Google dazu?
Die Popularität wird auf der Rückseite der CD-Hülle damit favorisiert, dass eine Google-Suche des Begriffs ‘Liebeslieder’ weit über 14 000 Einträge auflistet. Eine Probe aufs Exemple zeigte mir die mehr als zehnfache Menge an. Eine Suche über die Bildsuchfunktion ergibt knapp über 1200 ‘Treffer’, darunter zahlreiche CD-Cover. Wie auch immer man die Popularität von Liebesliedern darstellen mag, schon bei der Durchsicht von Libretti oder Werkverzeichnissen stolpert man förmlich über das Thema. Auf vorliegender CD wurden Lieder von Schumann, Bizet, Verdi, Wolf und Schostakowitsch zusammen gestellt. Am Klavier spielt Semjon Skigin. Verschiedene Sängerinnen und Sänger wurden engagiert.

Die SängerInnen

Die Stimme von Scott Weir weist einen weichen und vollen Klang auf, seine sorgfältige Artikulation schafft eine sehr gute Textverständlichkeit welche den Kompositionen von Schumann entgegenkommt. Die Klavierbegleitung ist dem behutsamen Vortrag des Sängers angemessen. Weir hat seine Tenorstimme gut im Griff, doch wäre seiner Interpretation an manchen Stellen etwas mehr ‘Feuer’ sicher nicht abträglich gewesen.
Die französischsprachigen Lieder von Georges Bizet werden von Alina Gurina gesungen. Sie ist offensichtlich um dramatischen Ausdruck bemüht. In der Folge kommt die eigentlich durchgehend solide Klavierbegleitung stellenweise etwas ins Hintertreffen und kämpft um den nötigen Raum. Diesen Liedern, welche die leidenschaftliche Seite der Liebe thematisieren, ist Leidenschaft im Gesang ohne Frage angemessen. Dennoch hätte hier die Aufnahme etwas feiner ziseliert werden können. Die Interpretation wirkt sehr stürmisch und übergeht Möglichkeiten, welche den Noten und dem Text sicher noch innewohnen.
Die sechs Stücke von Verdi singt der Bariton Vladimir Chernov. Souveräne Stimmführung und einfühlsame Textbehandlung korrespondieren gelungen mit der Klavierbegleitung. Vor allem das Trinklied ‘Brindisi’ gestaltet er sehr hörenswert. Hugo Wolf und Dmitri Schostakowitsch schließlich beenden die Einspielung. Die sonore Bassstimme von Alexander Vinogradov entfaltet einen gemessen wirkenden Vortrag. Die Textverständlichkeit und die Gesangstechnik lassen wenig Wünsche offen. Er interpretiert aus einer gewissen emotionalen Distanz, die es ihm jedoch offensichtlich ermöglicht, die Lieder überzeugend und eingängig zu Gehör zu bringen.

Die Auswahl der Lieder wirkt ein wenig ‘zusammengewürfelt’, doch sind die Aufnahmequalität und nicht zuletzt das musikalische Gebotene gut. Das Booklet stellt die Sänger und den Pianisten in deutscher und englischer Sprache kurz vor. Die deutschen Liedertexte sind mit englischer Übersetzung abgedruckt. Sofern die Texte im Original nicht deutschsprachig sind wurde neben der englischen auch eine deutsche Übersetzung angefügt.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Kritik von Martin Kofler,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Chant d'amour: Liebeslieder von Schumann, Bizet, Verdi, Wolf & Schostakowitsch

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
VMS Musical Treasures
1
17.01.2005
Medium:
EAN:

CD
9120012231542


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Bizet, Georges
Schostakowitsch, Dimitri
Schumann, Robert
Verdi, Giuseppe
Wolf, Hugo


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Interpret(en):Weir, Scott
Gurina, Alina
Chernov, Vladimir
Vinogradov, Alexander
Skigin, Semjon


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VMS Musical Treasures

Gegründet: 2002 von Dieter Heuler und Joe Morscher

Erste Veröffentlichungen: März 2003

Vergessene/verborgene/verfemte/verdrängte musikalische Schätze quer durch alle Musikepochen zu entdecken, ist das Hauptziel des Labels VMS Musical Treasures. Dabei kann Produzent Dieter Heuler auf seine fast dreißigjährige Erfahrung in musikalischer "Archäologie" zurückgreifen, die auch seine kreative Arbeit für das Label "Schwann" geprägt hatte. Der weltweite Vertrieb liegt in den Händen von Joe Morscher (Zappel Music), der seit zwei Jahrzehnten dieses Metier erfolgreich betreibt und u. a. auch für die weltweite Distribution des bekannten japanischen Labels "Camerata Tokyo" verantwortlich zeichnet.

VMS versteht sich im weitesten Sinne als "inoffizielles" Nachfolgelabel von Schwann. Beide Gründer haben lange Jahre für und mit dem Label Schwann gearbeitet und wollen - nachdem Schwann von Universal übernommen, aber Neuproduktionen großteils eingestellt wurden - die lange Tradition des Labels fortsetzen und Vergessene Musikalische Schätze (VMS) wieder entdecken. Etliche Künstler, die vormals auf Schwann veröffentlicht hatten, haben bei VMS ein neues Zuhause gefunden.

Künstlerauswahl:
Orchester: Wiener Symphoniker, Wiener Concert-Verein, Johann Strauss Ensemble der Wr. Symphoniker, Haydn Sinfonietta Wien, Symphonieorchester Vorarlberg
Streichquartette: Ensemble Wien, Hugo Wolf Quartett, Schulhoff Quartett
Klavier: Jenö Jando, Andreas Frölich
Gitarre: Alexander Swete, Wulfin Lieske, Walter Abt
Violine/Viola: Ernst Kovacic, Raimund Lissy, Regina Brandstätter
Harfe: Suzanna Klintcharova
Cello: Christoph Stradner
Kontrabass: Ernst Weissensteiner
Trompete: Wolfgang Basch Flöte: Bruno Meier Orgel: Anne Chapelin-Dubar, Martin Haselböck
Akkordeon: Janne Rättyä

Aktuell umfasst der Katalog von VMS Musical Treasures gesamt 102 Titel.


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