> > > Bach, Johann Sebastian: Matthäuspassion (Auszüge)
Sonntag, 15. September 2019

Bach, Johann Sebastian - Matthäuspassion (Auszüge)

gekürzte Surround-Version


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


So entsteht besonders bei dieser Surround-Aufnahme ein eindrucksvolles und abwechselungsreiches Zusammenspiel der beiden Orchester und Chöre.

Die Matthäus Passion BWV 244 mit dem Bach Collegium Japan unter der Leitung von Masaaki Suzuki gibt es nun, sechs Jahre nach der Aufnahme, als Surround-Version in überzeugender Klangqualität.
Diese Aufnahme ist die Weiterverarbeitung der im Jahre 1999 aufgenommen und im BIS-Label erschienen Produktion, die als Mehrkanalfassung im selbigen Jahr noch nicht markttauglich für eine Veröffentlichung war. Grund hierfür ist die noch heute andauernde lange und lähmende Diskussion über geeignete Wiedergabeformate für Mehrkanalproduktionen im Konsumentenbereich. Nun, knapp 6 Jahre später hat sich die SACD als neues Medium weitestgehend durchgesetzt und somit ist hier für alle Surroundfreunde ein ReMaster dieser Aufnahme in komprimierter Fassung zu hören. Das bedeutet, dass von 68 im Original geschriebenen Sätzen hier nur eine Auswahl (Excerpts) von 24 zu hören ist. Für Hörer, die insbesondere an Inhaltlicher Kontinuität interessiert sind reicht diese Scheibe vielleicht nicht ganz aus. Hier muss auf die originalen Audio-CD’s verwiesen werden (BIS-CD-1000/02), die auf 3 CD’s das gesamte Werk umfassen.

Klanglich bietet die Aufnahme ausgesprochene Präzision der einzelnen Sänger und Musiker. Klangfarbe und Ausdruck stehen im Vordergrund und bilden eine transparente Ton- und Wortgestaltung. Es entsteht eine außergewöhnliche Wortverständlichkeit des Chores. Mit Feingefühl und exakter rhythmischer Betonung klingt der verhältnismäßig kleine Chor imposant. Eigentlich sind es zwei Chöre, die links und rechts von Masaaki Suzuki hinter dem Orchester stehen und sich zu singen. Jeder Chor besteht aus 13 bis 14 Sängern und Sängerinnen. Besonders dramatisch wirkt der Chor in der Rolle des Volkes in den Dialogen mit den Solisten. Hierbei tritt das ‘Lass ihn kreuzigen!’ (Titel 11 und 14) in seiner canonartigen Steigerung außerordentlich eindrucksvoll hervor. Voluminöse und klare Bässe im Gesang in Verbindung mit den Contra-Bässen bilden eine rhythmisch treibende und bestimmende Stimmung. In Titel 1 und 7 bekommt er Unterstützung durch den Shizuoka Kinderchor, der einen ebenso professionellen Eindruck macht wie die gesamte Besetzung.

Gesteigerte Dramatik

Das von Masaaki Suzuki gewählte Tempo zu Beginn der Passion im ersten Chor ‘Kommt, ihr Töchter’ erscheint überraschend langsam und tragend. Warum dieser Satz so langsam interpretiert wird erklärt William Jewson in seiner Beschreibung im Booklet der SACD damit, dass das bewusst erzeugte Gefühl von Unbehagen verstärkt werden soll um die Vorahnung auf das folgende Geschehen des Matthäus Evangelium zu forcieren.
Auffallend bei dieser Produktion ist die überzeugende Leistung der Solisten. Insbesondere die Sopranistin Nancy Argenta, die ihre Arie ‘Aus Liebe’ (Titel 13) stimmgewaltig und feinfühlig darbietet. Jedes Wort ist klar verständlich und doch so musikalisch intoniert. Als kleine Schwachstelle ist zu erwähnen das die Balance im Dialog zwischen Gerd Türk (Tenor) in der Rolle des Evangelisten, und Peter Kooij (Bass) in der Rolle des Jesus (Titel 20 und 22) ein wenig unausgewogen erscheint. Die Einsätze im Tenor sind sehr laut im Vergleich zu dem Bass. Für einen kurzen Moment werden hierdurch die Stimmung und die Atmosphäre der Passion unterbrochen. Ansonst sind auch ihre Gesänge ausgesprochen akzentuiert, fließend und spannend intoniert. Insgesamt wirkt die gesamte Passion langsamer und tragender als andere Fassungen. Es liegt daran, dass bei den Aufnahmen und Aufführungen von Masaaki Suzuki höchster Wert auf authentische Aufführungspraxis im Sinne der Entstehungszeit der Werke angestrebt wird. Dies wird ebenfalls in der Instrumentation und der Besetzung deutlich.

Wie der Chor, ist auch das Orchester halbiert und zur linken und rechten Seite Suzukis postitioniert. So entsteht besonders bei dieser Surround-Aufnahme ein eindrucksvolles und abwechselungsreiches Zusammenspiel der beiden Orchester und Chöre. Der Zuhörer kann den wunderbar umhüllenden und dennoch transparenten Klang im Sessel genießen und sich der dramatischen Geschichte Jesu hingeben, die durch die scheinbar wechselnden Positionen der Musiker und Sänger sehr lebendig wird. Das Booklett ist interessant und informativ gestaltet. Interpretationsansätze und inhaltliche Erläuterungen verschaffen neben der Entwicklung des Bach Collegium Japan und Masaaki Suzuki einen vielseitigen Hintergrund zu dieser Produktion. Auch die Texte der Choräle und Arien, die Besetzung und Rollenverteilung sind in deutscher und englischer Sprache abgedruckt.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Kritik von Steffen Dreyer,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bach, Johann Sebastian: Matthäuspassion (Auszüge)

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
BIS Records
1
15.01.2005
81:18
Medium:
EAN:
BestellNr.:

SACD
7318599915005
bis501500


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Bach, Johann Sebastian


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Dirigent(en):Suzuki, Masaaki
Orchester/Ensemble:Bach-Collegium Japan
Interpret(en):Türk, Gerd
Kooij, Peter
Argenta, Nancy
Blaze, Robin
Sakurada, Makoto
Urano, Chiyuki


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"Die Aufnahme entstand 1999 als eine der ersten Surround-Aufnahmen überhaupt. Damals war der Markt noch nicht reif für Mehrkanal-Editionen, und so wurde das gesamte Werk seinerzeit auf CD Stereo veröffentlicht (BIS 501000). Der unmittelbare Vergleich (diese SACD wurde von den originalen Bändern gemastered) zeigt verblüffend, wieviel mehr an musikalischer Information durch eine fünfkanalige Wiedergabe möglich wird (insbesondere im Eingangschor mit den zwei sich zusingenden und -spielenden Chören und Orchestern sowie dem Kinderchor auf der Orgelempore...)."


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BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


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