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Donnerstag, 9. Dezember 2021

Berlioz, Hector - Les Troyens

Monumentales! Grandioses!


Label/Verlag: Opus Arte
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Monumental die Oper, monumental die Aufwand für ihre Aufführung und monumental auch die Veröffentlichung der im Oktober 2003 aufgezeichneten Pariser Produktion von Hector Berlioz’ Grand Opéra ‚Les Troyens’ bei Opus Arte auf drei DVDs. Es ist eine exemplarische Produktion geworden, in (fast) jeder Hinsicht. Das beginnt mit der vorbildlichen Ausstattung der gewichtigen DVD-Box, deren Beiheft Stückinformationen, Inhaltsangabe, Trackverzeichnis und Aufführungsphotos enthält, das geht weiter mit der fast einstündigen Filmdokumentation über das Werk (samt Interviews mit den Mitwirkenden der Aufführung) und endet in der tadellosen Bild- und Tonqualität, den Untertiteloptionen und der Menüführung der DVDs. Hier werden die Möglichkeiten der DVD endlich einmal wieder voll ausgeschöpft, zur Freude und zum Nutzen des Betrachters.

Doch all das wäre nichts ohne die exemplarische Aufführung, die im Rahmen der Feierlichkeiten des Berlioz Jahres 2003 im Pariser Théâtre du Châtelet durch Radio France und die englische BBC aufgezeichnet wurde. Es ist eine sinnliche Produktion modernerer Bühnenästhetik, die dem Ausstattungsballast der Grand Opéra geschickt mit dem hier produktiven Hang zur Stilisierung und der Verwendung gängiger Theatermittel, wie Beleuchtungseffekten oder der intelligenten Verwendung von großen Spiegelflächen, begegnet. Yannis Kokkos zeichnet für Regie und Ausstattung verantwortlich, unterstützt von Patrice Trottier (Licht) und Richild Springer (Choreographie). Dabei kommt keine umwälzende Neudeutung der Geschichte um Cassandre, Didon und Enée heraus, aber eine reibungslos funktionierende Inszenierung, die – etwa in sinnlichen Bildern und stilisierten Personenarrangements - ihre Meriten hat. Kokkos ermöglicht es sozusagen visuell die ausatmende Doppelgeschichte zu verstehen. Von all den in den letzten Jahren versuchten szenischen Umsetzungen des Mammutwerkes, mit seinen ungewohnten Dimensionen und der ausladenden Werkarchitektur, deren Proportionen, mit dem Sterben der französischen Grand Opéra vor knapp hundert Jahren, ebenfalls vergessen wurden, sicherlich eine der gelungensten.

Eine Referenzaufnahme

John Eliot Gardiner steht am Pult des am Klang des 19. Jahrhunderts orientierten Orchestre Révolutionnaire et Romantique und garantiert das Bemühen um Authentizität; Quellenstudien und sorgfältige wissenschaftliche Vorbereitung gingen der Produktion voraus und so ist dies zugleich eine gültige Rekonstruktion der ursprünglichen Absichten Berlioz’, der ja bekanntermaßen beispielsweise in Fragen der Instrumentation ungewöhnlich genaue Vorstellungen hatte.
Es ist historische Aufführungspraxis mit einigen ihren lebendigsten Momenten, die Gardiner mit den Musikern und Solisten hervorbringt. Die großen Szenen haben Wucht und Nachdruck, sind (im wahrsten Sinne des Wortes) unerhört farbenreich gestaltet, die Soloszenen und kleineren Ensembles atmen Esprit, Wärme und Einfühlungsvermögen. Immer wieder aufregend die Klangfarbmischungen die Gardiner zaubert, überraschend die Vielfältigkeit der Effekte des Zusammenspiels zwischen Orchesterbehandlung und Bühnenvorgängen. Die Abmischung mit den Singstimmen ist – auch dank der hervorragenden Tontechnik - aufs Beste geglückt.
Gardiner entdeckt die großen lyrischen Linien der Partitur und macht sie zu den aussagekräftigen Trägern der fünf Akte. Er entschlackt die Grand Opéra auf diese Weise sozusagen klangästhetisch, ohne ihre Substanz anzugreifen. So gelingt ihm großes Geschichtsdrama und intimes Seelendrama in einem fast schon genialischen zu nennenden Wurf.

Der sängerische Standard ist bis in die kleinsten Rollen hineinen ausgezeichnet. Die Produktionen der letzten Jahre haben mehrmals gezeigt, wie schwer die Gesangspartien zu besetzen sind (vor allem Charles Dutoits enttäuschende Studio-Produktion von 1993 hat das auf fatale Weise verdeutlicht); die französische Sängertradition aus der die nötigen Stimmen zu besetzen wären, ist praktisch ausgestorben und so bedarf es Protagonisten mit einer klugen Mischung von heldischen und lyrischen Qualitäten.
Gerade die drei zentralen Partien sind mit Susan Graham (Didon), Anna Catarina Antonacci (Cassandre) und Gregory Kunde (Enée) mit diesem Mut zur stilistischen Gratwanderung überzeugend besetzt. Sicherlich lässt sich der Enée auch jugendlich-heldischer besetzt denken, doch Kunde ist hier ein Stilist erster Güte und die Akzente auf den Lyrismen der Partie verleihen ihr eine große Attraktivität. Susan Graham ist der heimliche Höhepunkt der Produktion, die Anziehungskraft ihrer Stimme, ihre darstellerischen Fähigkeiten und nicht zuletzt ihre technische Brillanz sind mitreißend, in ihrer großen Schlußszene regelrecht atemberaubend. Besser, fesselnder, berückender läßt sich das nicht denken. Anna Catarina Antonacci gewinnt vor allem durch ihre dramatische Intensität an Präsenz und auch hier bleiben stimmlich keine Wünsche offen.
Von der großen übrigen Besetzung müssen, neben dem exzellenten Chor des Theaters und des Mo0nteverdi Choirs, für ihren stimmlichen Einsatz und die Kompetenz der Darbietung wenigstens noch Renata Pokupic (als Anna), Ludovic Tézier (als Chorèbe) und der wieder einmal der grandiose Laurent Naouri (als Narbal) genannt werden. Hier hat man optimale Besetzungslösungen gefunden.

1969 hatte Colin Davis eine aufsehenerregende – bis heute gültige - Referenzaufnahme des Werkes auf LP vorgelegt, Gardiners Pariser Produktion ist die erste die dem etwas Gleichwertiges entgegenzusetzen hat, ja, Davis’ damalige Ergebnisse überzeugend weiterdenkt.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:
Features:
Regie:







Uwe  Schneider Kritik von Uwe Schneider,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Berlioz, Hector: Les Troyens

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Opus Arte
3
20.09.2004
Medium:
EAN:

DVD
0809478009009


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Berlioz, Hector


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Dirigent(en):Gardiner, Sir John Eliot
Orchester/Ensemble:Orchestre Révolutionaire et Romantique
Interpret(en):Padmore, Mark
Naouri, Laurent
Testé, Nicolas
Tézier, Ludovic
Kunde, Gregory
Pokupic, Renata
Antonacci, Anna Caterina
Graham, Susan
Schirrer, René


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Opus Arte

Opus Arte ist eines der weltweit führenden DVD-Labels. Spezialisiert auf Oper und Tanz, enthält unser Katalog eine Vielzahl musikalischer Erfahrungen. Angefangen bei der Grand Opera hin zu märchenhaften Balletten, von zeitgenössischem Tanz hin zu Künstlerporträts - und nicht zu vergessen zu einer Party im rückseitigen Garten ihrer Majestät!
Stets ist es unser Bestreben Ihnen kulturelle Ereignisse in bestmöglicher Qualität nach Hause zu bringen. Alle Neu-Veröffentlichungen werden im Widescreen-Format mit True-Surround-Sound und der zusätzlichen Option einer exzellenten Stereo-Tonspur produziert. Interessantes Zusatzmaterial füllt die DVD bis zur Kapazitätsgrenze. Midprice-Serien wie die -La Scala Box- und -Faveo- öffnen den Blick auf klassische Archivaufnahmen von den führenden Opernhäusern der Welt in außergewöhnlicher Qualität. Opus Arte ist immer auf der Höhe der stets schneller voranschreitenden technischen Entwicklung, manches Mal sind wir ihr auch einen Schritt voraus. Bereits vor sieben Jahren begannen wir mit der Produktion in High Definition und verfügen somit über einen sehr großen Katalog an Titeln, der nur darauf wartet veröffentlicht zu werden. Mit -Schwanensee- veröffentlichte Opus Arte als erstes Klassik DVD Label einen Titel im Format HD DVD. Auch ein Besuch unserer Website lohnt stets: Sie erhalten dort aktuelle Nachrichten, Besprechungen, exklusive Fotos, Trailer und zahlreiche Details zu unseren Produktionen aus erster Hand.


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