> > > Berkeley, Sir Lennox & Michael: Guitar Works
Samstag, 4. Juli 2020

Berkeley, Sir Lennox & Michael - Guitar Works

Vater und Sohn


Label/Verlag: Chandos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Verbindung von Sir Lennox (1903-1989) und Michael (*1948) Berkeley besteht nicht nur in ihrer Vater-Sohn-Beziehung, sondern auch darin, dass sie beide für den britischen Gitarristen Julian Bream (*1933) komponiert haben. Und nicht nur sie wurden durch sein Können inspiriert für ihn zu schreiben. Auch einige andere Komponisten, wie zum Beispiel Benjamin Britten und Leo Brouwer, widmeten ihm Werke. Bream und die Familie Berkeley verband seit 1957 eine enge Freundschaft, aus welcher mehrere Kompositionen für ihn entsprungen sind. Lennox komponierte drei Werke für Bream, wozu die Sonatine, Op. 52 Nr. 1 zählt, welche auf der bei Chandos Records erschienenen CD zu hören ist.
Besonderer Pluspunkt dieser gesamten Aufnahme sind die drei Weltersteinspielungen Quatre Pièces pour la guitare, Op. post. von Lennox sowie Impromptu und Sonata in One Movement von Michael Berkeley. Letztere wurde ebenfalls für Bream komponiert. Mit Lament und Worry Beads von Michael sowie Theme and Variations, Op. 77 von Lennox ist das eingespielte Repertoire komplett.

Interpret zeitgenössischer Werke

Gitarrist der Einspielung ist der charismatische Australier Craig Ogden. Er spielt vor allem Werke zeitgenössischer Komponisten und macht immer wieder mit Ersteinspielungen auf sich aufmerksam. So ist diese CD auch nicht seine erste Aufnahme zeitgenössischer Musik. Mit ‘20th Century Guitar Classics’ erspielte er sich eine Grammy-Nominierung. Bereits auf dieser früheren Aufnahme ist die Sonatine zu hören.
Die vorliegende Einspielung zeichnet sich durch eine gelungene Werkauswahl aus. Während die drei Kompositionen von Lennox oft durch ein expressives und lebhaftes Moment geprägt sind, haben Michaels Werke eher einen ruhigen Grundcharakter. Ansprechend an allen Kompositionen sind die zahlreichen lyrischen und sehr melodiösen Passagen. Die Musik ist zwar als modern zu identifizieren, aber sie lebt doch sehr stark auch von gesanglichen Motiven. Diese arbeitet Ogden mit einer differenzierten Artikulation heraus. Ihm gelingt es, seinem Instrument eine unterschiedliche Klangfärbung zu entlocken. Stellenweise ist seine Dynamik ins forte hin zu weit ausgeschöpft wurden.

Dem Interpreten liegen besonders die ruhigen Kompositionen. Im Tempo hingegen hört sich seine Musik zeitweise gezwungen und verwaschen an. Es fehlt die Leichtigkeit, die er bei geringerer Schnelligkeit aufbringt. Beim ersten Hören könnte man meinen, die Musik bereits verstanden zu haben. Doch das wirklich beeindruckende an den Kompositionen und der Interpretation von Ogden ist das Versteckte, was der Hörer suchen muss, wenn er will. Und er wird es für sich finden. Es ist die Vielseitigkeit dieser Musik, die einen immer wieder neue musikalische Figuren erkennen lässt. Die Einspielung ist ganz und gar nicht schwarz-weiß, wie es vielleicht das dezente Cover beim ersten Hören vermuten lassen könnte. Es tauchen immer mehr farbige Elemente, wie auch das rot im Booklet, auf und machen diese CD zu einer Einspielung, bei der man mit häufigerem Hören immer mehr sagen kann, dass sie gelungen ist. Vater und Sohn

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Kritik von Maxi Löffler,


Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Berkeley, Sir Lennox & Michael: Guitar Works

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Chandos
1
22.11.2004
Medium:
EAN:

CD
0095115126127


Cover vergössern

Berkeley, Michael
Berkeley, Sir Lennox


Cover vergössern

Interpret(en):Ogden, Craig


Cover vergössern

Chandos

Chandos Records was founded in 1979 by Brian Couzens and quickly established itself as one of the world's leading classical labels. Prior to forming the label, Brian Couzens, along with his son Ralph, worked for 8 years running a mobile recording unit recording for major labels (including RCA, Polydor, CFP, etc.) with many of the world's leading artists.
The company has championed rare and neglected repertoire, filling in many gaps in the record catalogues. Initially focussing on British composers (Alwyn, Bax, Bliss, Dyso, Moeran, Rubbra, Walton etc), it subsequently embraced a much wider field. Chandos' diverse catalogue contains over 2000 titles, from early music to contemporary, with composers from around the world. The company's aim is to present an exciting and varied selection of superbly recorded music to as many people as possible.
The following artists are strongly associated with, or exclusive to, the label: Richard Hickox, Matthias Bamert, I Fagiolini, Neeme Järvi, Louis Lortie, Jean-Efflam Bavouzet, Rumon Gamba, James Ehnes, Sir Charles Mackerras, David Parry, Valeri Polyansky, The Purcell Quartet, Gennady Rozhdestvensky, Howard Shelley, Simon Standage, Yan Pascal Tortelier, Vernon Handley, the BBC Philharmonic, BBC National Orchestra of Wales, the City of London Sinfonia and Collegium Muscium 90.
Chandos is universally acclaimed for the excellence of its sound quality and has always been at the forefront of technical innovation. In 1978, Chandos was one of the first to record in 16bit/44.1kHz PCM digital, as well as being one of the first to edit a digital recording completely in the digital domain (Holst: the Planet ? SNO/Gibson). In 1983, Chandos was one of the first to produce and release Compact Discs into the marketplace ? a revolution in the recorded music industry.
Today, Chandos has kept up with technology by recording mostly in 24bit/96kHz PCM but now also in DSD for producing ?surround sound? SACDs. Chandos releases at least five new recordings a month, together with imaginative re-issues of back-catlogue material.
The company has received countless awards, including several Gramophone Awards, notably the 2001 ?Record of the Year? for Richard Hickox?s recording of the original version of Vaughan Williams? A London Symphony; ?Best Choral Recording of 2003? for its recording of an undiscovered mass by Hummel and the ?Best Orchestral Recording? of 2004 for its set of Bax Symphonies. Other highlights include the American Grammy for Britten?s opera Peter Grimes, and most recently (2008), two further Grammy Awards, one for Hansel and Gretel and the other for Grechaninov?s Passion Week. Jean-Efflam Bavouzet?s debut on Chandos was also awarded Record of the Year by Monde de la Musique this year.
Chandos remains an independent, family run company which produces and markets its recordings from its office in Colchester, England, and is distributed worldwide.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...

Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Chandos:

  • Zur Kritik... Bad Boy of Music: In der BBC-Philharmonic-Serie mit US-amerikanischen Komponisten des 20. Jahrhunderts stellt das Label Chandos abermals George Antheil vor, mit seiner 'American' Symphonie Nr. 3 und weiteren Schlüsselwerken. Weiter...
    (Dr. Kevin Clarke, )
  • Zur Kritik... Nicht mit ganzem Einsatz: Eine Auswahl aus Matthias Bamerts Stokowski-Transkriptionen. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Familiengeschichte in Liedern: Dieses Album ist eine starke Visitenkarte für zwei außergewöhnliche Interpreten, die mit Leidenschaft, Klugheit und Fantasie ihre Kunst zu einem fesselnden Lied-Projekt kondensieren. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
blättern

Alle Kritiken von Chandos...

Weitere CD-Besprechungen von Maxi Löffler:

  • Zur Kritik... Der spielende Mensch: Kurz um: Vielfalt in jeglicher Hinsicht ist gegeben. Aber man braucht Ausdauer, um sich den Dissonanzen zu nähern. Weiter...
    (Maxi Löffler, )
  • Zur Kritik... ?Berühmt, bewundert und beliebt bin ich?: Sie enthält hervorragende Bearbeitungen Mozartscher Werke durch den Mandolinisten Detlef Tewes und den Gitarristen Boris Björn Bagger. Weiter...
    (Maxi Löffler, )
  • Zur Kritik... Sax und Saxophon: Insgesamt bietet die Einspielung einen guten Einblick in die Musik für Saxophon von Creston und Bonneau. Weiter...
    (Maxi Löffler, )
blättern

Alle Kritiken von Maxi Löffler...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Pointillist: Tõnu Kõrvits überzeugt als Meister der Klangschattierungen. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Unbekannter Prokofjew: Das Symphonieorchester Lahti spielt unter Dima Slobodeniouk selten zu hörende Werke von Sergej Prokofjew. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Alte Bekannte: Concerto Copenhagen und Lars Ulrik Mortensen überzeugen mit dieser Gesamteinspielung von Bachs Cembalokonzerten. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

Class aktuell (1/2020) herunterladen (4180 KByte) NOTE 1 - Mitteilungen (7/8 2020) herunterladen (3000 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

 Folkwang Kammerorchester Essen im Portrait Mit Vollgas ins Haus des Teufels
Das Folkwang Kammerorchester Essen ? jung, energiegeladen, hochmusikalisch

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich