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Sonntag, 25. September 2022

Impression - Linos Saxophon Quartett

Impressionen für vier Saxophone


Label/Verlag: Musicaphon
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Linos Saxophon Quartett legt mit ‘Impression’ eine CD vor, die die Zeit zum klingen bringt, in der die ungewöhnlich rasche Erfolgsgeschichte des Saxophons begann. Ab ca. 1860 verbreitete sich der Ruf des neuen Instruments von Adolphe Sax in Windeseile. In knapp 150 Jahren wird das Saxophon zu einem der weltweit beliebtesten Instrumente vor allem in Jazz, Rock und Pop. Die klassische Saxophonmusik, deren Ursprung ebenfalls um 1860 in Paris liegt, wird heute allerdings immer etwas stiefmütterlich behandelt. Kaum jemand kennt die virtuosen und ansprechenden Kompositionen für klassisches Saxophon von renommierten Komponisten wie Demersseman, Koechlin, Hindemith oder Martin. Gleiches gilt in der Regel auch für die Quartettliteratur für klassisches Saxophon. Das Linos Saxophon Quartett leistet mit ‘Impression’ seinen Beitrag, um dieser Situation Abhilfe zu schaffen. Mit Debussy, Ravel und Schmitt vereinen sie auf dieser Aufnahme drei Komponisten, die den impressionistischen Stil aus der ersten Blütezeit des jungen Instruments in den 1890er Jahren in Frankreich verkörpern.

Den Auftakt der CD bildet die Einspielung einer Bearbeitung des Streichquartetts g-moll von Claude Debussy, arrangiert von Sopransaxophonist Andreas Hilner. Die vier Musiker zeigen, dass dieses in Originalbesetzung so atemberaubende Werk auch im Saxophonquartett einen angemessenen Klangkörper findet. Virtuos werden die bewegten Passagen präsentiert ohne die Leichtigkeit des gestrichenen Originals einzubüßen. Aber gerade die besinnlichen und expressiven Stellen des Werkes entfalten sich Saxophonklang eindrucksvoll.
An zweiter Stelle der Aufnahme steht eine Bearbeitung der Pavane pour une infante défunt von Sebastian Pottmeier, Baritonsaxophonist des Ensembles. Für Saxophon solo mit Klavierbegleitung gehört dieses Stück schon länger zum Repertoire vieler Saxophonisten, um so interessanter ist die Bearbeitung für Quartett anzuhören. In einem homogenen Klangbild kommt die bekannte Melodie wundervoll zum Tragen. An dritter und letzter Stelle der CD steht nun eine Originalkomposition für Saxophonquartett: Das Quatuor pour Saxophones op. 102 von Florent Schmitt (1870-1958). Klang und Struktur des Stücks lassen deutlich sein späteres Entstehungsdatum erkennen, es wurde zwischen 1943 und 48 geschrieben. Dennoch sind die Spuren der französischen Schule hörbar: Schmitt studierte am Pariser Conservatoire bei Fauré und Massenet.

Das Linos Saxophon Quartett, dass 1985 unter dem Namen Krefelder Saxophon Quartett seine Konzerttätigkeit begann, glänzt durch routiniertes Zusammenspiel und die professionellen Einzelleistungen seiner Mitglieder Andreas und Martin Hilner, Roland Lichters und Sebastian Pottmeier. Diese Aufnahme ist ein eindeutiger Beweis dafür.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Kritik von Thade Buchborn,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Impression: Linos Saxophon Quartett

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Musicaphon
1
10.09.2004
51:50
2001
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
4012476568614
mus556861


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Debussy, Claude
 - Premier Quatuor g-moll -
Ravel, Maurice
 - Pavane pour une infante défunte - Bearbeitung für Saxophonquartett von Sebastian Pottmeier
Schmitt, Florent
 - Quatuor pour Saxophones op. 102 -


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" Die musikalische Karriere des Linos Saxophon Quartetts begann 1985 unter dem Namen Krefelder Saxophon Quartett. Dem enthusiastischen Engagement seines Mentors Laszlo Dömötör ist es zu verdanken, dass die jungen Musiker sowohl im Ensemble als auch als Solisten erste Preise bei nationalen und internationalen Musikwettbewerben erhielten. In den folgenden Jahren studierten die Mitglieder an den Musikhochschulen Düsseldorf, Hannover und Bordeaux. Es folgte eine rege Konzerttätigkeit im Inland, die dem Ensemble nicht nur beim Publikum, sondern auch in der Kritik einen ausgezeichneten Ruf einbrachte. Internationale Konzertreisen von Russland bis Nordamerika sowie verschiedene Radioübertragungen und Fernsehproduktionen runden das Profil ab. Seit nunmehr 19 Jahren unverändert in der Besetzung, konnte das Quartett seine Technik perfektionieren und im musikalischen Zusammenspiel ein differenziertes Klangbild entwickeln, das in der deutschen Ensemblelandschaft seinesgleichen sucht."


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Musicaphon

Ende der 50er Jahre gründete Karl Merseburger, Inhaber des Tonkunstverlages in Darmstadt, das Label CANTATE. Etwa zur gleichen Zeit rief Karl Vötterle (Bärenreiter-Verlag) in Kassel MUSICAPHON ins Leben. In beiden Fällen sollte vorrangig das jeweilige Verlagsprogramm auf Tonträgern dokumentiert werden. Nachdem Merseburger den Tonkunstverlag 1963 aufgeben mußte, übernahm Bärenreiter das Label CANTATE und führte beide gemeinsam unter dem Dach der 1965 gegründeten Vertriebsfirma "Vereinigte Schallplattenvertriebsgesellschaft Disco-Center" fort. Auf beiden Labels erschienen in den 60er und 70er Jahren bedeutende Aufnahmen. Besondere Schwerpunkte setzte Wilhelm Ehmann, Leiter der Westfälischen Kantorei in Herford, mit seinen historischer Aufführungspraxis verpflichteten Interpretationen der Werke von Heinrich Schütz. Bach-Kantaten wurden von Helmuth Rilling mit der Gächinger Kantorei und dem Figuralchor der Gedächtniskirche Stuttgart eingespielt. MUSICAPHON gewann daneben Profil mit der Veröffentlichung musikethnologischer Aufnahmen, herausgegeben von der UNESCO (Musik des Orients und Musik Afrikas) bzw. vom musikwissenschaftlichen Institut der Universität Basel (Musik Ozeaniens und Musik Südostasiens). 1994 erwarb der Musikwissenschaftler Dr. Rainer Kahleyss (Kassel) die Label, 1996 auch die Vertriebsfirma von Bärenreiter, die jetzt als "Klassik Center Kassel" firmiert. Seitdem werden auf CANTATE geistliche Musik, auf MUSICAPHON weltliche Musik vom Frühbarock bis zur Gegenwart veröffentlicht. Auch für die Rezeptionsgeschichte bedeutsame Aufnahmen der Altkataloge werden sukzessive auf CD umgestellt.


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